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    Furioser Vettel in einer anderen Liga

    Sebastian Vettel ist im Kampf um den Titel-Hattrick wieder dick im Geschäft. Der Doppel-Weltmeister aus dem Red-Bull-Team gewann den Großen Preis von Japan souverän vor Felipe Massa im Ferrari und Sauber-Pilot Kamui Kobayashi. WM-Spitzenreiter Fernando Alonso (Ferrari) schied in Runde eins aus.

    Verfolger Vettel konnte wegen des Ausfalls des Spaniers in der ersten Runde seinen Rückstand in der Fahrerwertung der Formel 1 auf vier Punkte reduzieren. "Yes baby, yes baby", jubelte Vettel über Boxenfunk nach seiner Gala beim 15. Saisonlauf auf der spektakulären Achterbahnstrecke. "Was für ein tolles Rennen!"

    Nach seinem zweiten Erfolg hintereinander rückt der zweimalige Champion mit Riesenschritten Alonso auf die Pelle. Fünf Rennen vor Schluss führt der Ferrari-Pilot mit 194 Punkten nur noch knapp vor Vettel (190). Der Gesamtdritte Kimi Räikkönen (Finnland/157) erreichte Rang sechs und hat mit 37 Zählern Rückstand auf Alonso vorerst den Anschluss an das Spitzenduo verloren.

    Vettel bestätigte eindrucksvoll, dass der Suzuka Circuit ihm und dem Red Bull perfekt liegt. Im Vorjahr machte er auf der 5,807 Kilometer langen, spektakulären Strecke mit einem dritten Platz frühzeitig seinen zweiten Titel-Triumph perfekt. 2009 und 2010 hatte Vettel hier jeweils gewonnen.

    Für Vettel begann der 53 Runden lange Grand Prix optimal. Der Red-Bull-Pilot verteidigte nach seiner 34. Pole-Position problemlos die Spitze. Und dann schied Spitzenreiter Alonso schon in der ersten Kurve aus. Räikkönen hatte mit dem Frontflügel seines Lotus das linke Hinterrad des Ferrari aufgeschlitzt. Chancenlos raste Alonso ins Kiesbett und musste völlig frustriert aus dem Cockpit steigen.

    Rüpel Grosjean schlägt wieder zu

    Der zweite Nuller in dieser Saison nach Spa-Francorchamps bedeutete für den zweifachen Champion einen herben Rückschlag im Titelrennen. "Es war ein Reifenschaden, entstanden durch einen Kontakt mit Kimis Frontflügel, durch den sich Fernando gedreht hat", schilderte Ferrari auf Twitter die Ursache. Felipe Massas starkes Tempo "macht das, was mit Fernando passiert ist, umso bedauerlicher".

    Opfer der harten Positionskämpfe in einer turbulenten Auftaktphase wurden unter anderem auch Nico Rosberg im Mercedes und Vettels Teamkollege Mark Webber. Der schon mehrfach negativ aufgefallene Renn-Rüpel Romain Grosjean hatte den Australier "abgeschossen", was die Kommissare mit zehn Sekunden Zeitstrafe für den Franzosen ahndeten. Wenigstens konnte Webber nach einer Reparatur an seinem Red Bull weiterfahren und noch Achter werden.

    Einsames Rennen für Vettel

    Nach der zwei Runden langen Safety-Car-Phase wegen des ganzen Tohuwabohus verteidigte Vettel nach dem Neustart souverän seine Führung. Auch die Boxenstopps brachten keine großen Veränderungen. Der Red-Bull-Pilot fuhr an der Spitze ein einsames Rennen, der Rest folgte auf der Achterbahn mit Riesenabstand. Vettel musste keinerlei Risiko eingehen und konnte praktisch den Schongang einlegen. Dennoch machte er viel Druck und musste von seinem Team per Boxenfunk eingebremst werden: "Bitte nicht die Hinterreifen überhitzen." Noch in der vorletzten Runde bettelten die Strategen: "Fahr vorsichtig!"

    Michael Schumacher verpasste vier Tage nach seiner Rücktrittserklärung zum Saisonende als Elfter knapp einen Zähler. Der Rekord-Weltmeister hatte vom 23. Startplatz aus eh nur minimale Chancen auf Punkte. startete aber eine tolle Aufholjagd. Wegen seines Auffahrunfalls in Singapur musste er zehn Positionen weiter hinten in das sechstletzte Rennen seiner brillanten, einmaligen Karriere gehen. Zu allem Übel zickte auch noch die Elektronik am Mercedes, so dass die Box keine Telemetriedaten übermittelt erhielt.

    Rosberg klagt: "Rennen kaputt gemacht"

    Rosbergs schneller Ausfall komplettierte den enttäuschenden Sonntag für die Silberpfeile. "Er hat mir das Rennen kaputt gemacht - und für viele andere auch", beschwerte sich der Blondschopf über Unfallverursacher Bruno Senna. "Ich war schon in den Top Ten, da wäre was gegangen."

    Nico Hülkenberg, der wegen eines Getriebewechsels fünf Startplätze verloren hatte, belegte einen guten siebten Rang. Der als 15. gestartete Force-India-Pilot machte damit insgesamt acht Positionen gut. Timo Glock wurde im Marussia-Virgin 16.

    Nach 307,471 Kilometern siegte Vettel in 1:28:56,242 Stunden. Massa lag 20,639 Sekunden zurück - eine Ewigkeit.

    TV-Tipp:

    Verfolgen Sie 2012 alle Entscheidungen der Tourenwagen-Weltmeisterschaft bei Eurosport und Eurosport 2. Verpassen Sie kein Rennen, wenn Chevrolet, SEAT und BMW um den Sieg kämpfen. Weiter geht’s am 20./21. Oktober in Japan.

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