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    Vettel hängt die Konkurrenz ab

    Weltmeister Sebastian Vettel fuhr beim Qualifying zum Großen Preis von Japan in einer eigenen Liga. Im Red Bull holte er sich mit zwei Zehnteln Vorsprung auf Teamkollege Mark Webber souverän die Pole in Suzuka. Dritter wurde Jenson Button im McLaren mit vier Zehnteln Rückstand.

    Da war er wieder, der berühmte "Vettel-Finger" - und wer hätte schon daran zweifeln wollen, dass es Sebastian Vettel sein würde, der nach der Qualifikation von Suzuka in der Siegerpose aus dem Boliden springt.

    "Das war ein perfektes Qualifying"

    Schon im Abschlusstraining am Vormittag hatte der Weltmeister mit zwei Zehnteln Vorsprung den Ton angegeben, im Kampf um die Pole-Position bissen sich die Konkurrenten schließlich immer noch reihenweise die Zähne an Vettel aus. An seine fabelhafte Bestzeit von 1:30,839 Minuten reichte niemand heran, am dichtesten dran war noch Vettels Teamkollege Mark Webber. Dem Australier fehlten zwei Zehntel, dennoch freute man sich bei Red Bull kollektiv über eine geschlossene erste Startreihe.

    "Das war ein perfektes Qualifying von uns", schwärmte Vettel, "ich bin sehr glücklich, vor allem, weil wir vor diesem Wochenende gar nicht wussten, ob wir schnell genug sein würden." Sie waren es, zum Leidwesen der Konkurrenz. "Keine Chance, Red Bull war einfach zu schnell für uns", stellte ein betrübter Jenson Button über Boxenfunk fest. Der Brite schob sich mit seinem McLaren zwar auf den dritten Platz mit beträchtlichen vier Zehnteln Rückstand, Button wird jedoch aufgrund eines Getriebewechsels am Sonntag nur von Rang acht ins Rennen starten. Zur Freude der japanischen Fans rückt so ihr Lokalmatador Kamui Kobayashi im Sauber einen Platz vor und startet überraschend von Position drei.

    Nach der bärenstarken Qualifikation begann für Vettel jedoch das große Zittern. Der Red-Bull-Pilot wurde von der Rennleitung zum Rapport zitiert, weil er den WM-Führenden Fernando Alonso im letzten Qualifying-Abschnitt behindert haben sollte. Doch kurze Zeit später, das kollektive Aufatmen bei den Brause-Rennern: Die Kommissare verwarnten den 25-Jährigen lediglich.

    Schumacher und Mercedes enttäuschen

    Einen gebrauchten Tag hatte man auch Buttons Teamkollegen Lewis Hamilton angedreht, der nur Neunter wurde. "Ich hatte heute massives Untersteuern", klagte der Brite, "das Auto wollte einfach nicht um die Kurven." Noch bitterer verlief die Qualifikation für Mercedes. Michael Schumacher startet am Sonntag vom Ende des Feldes. Denn der Rekordweltmeister fuhr zwar auf einen ohnehin enttäuschenden 13. Platz, doch wegen seines Auffahrunfalls in Singapur wird er um zehn Plätze nach hinten versetzt. Nach dem Aus im zweiten Quali-Abschnitt stieg Schumacher ärgerlich aus seinem Boliden. "Das Auto war irgendwie nicht schnell genug", haderte Schumacher, der seinen Rücktritt zum Saisonende bekanntgegeben hatte. Und irgendwie passte diese Aussage auch auf seine gesamte Zeit bei Mercedes.

    Schumacher hatte in beiden Sessions hoch gepokert und war erst in den letzten Minuten auf die Strecke gegangen. Im ersten Abschnitt ging die Taktik auf, mit der wohl im Hinblick auf die ohnehin schwierige Situation durch die Strafversetzung zumindest Reifen gespart werden sollten. Doch im zweiten Stint ging die Rechnung nicht mehr auf. Und da auch Nico Rosberg im zweiten Mercedes als 15. hinterher fuhr, verpassten die Silberpfeile zum dritten Mal in der Saison die Top Ten. "Kein guter Tag für uns", twitterte Mercedes.

    WM-Kampf wieder richtig spannend

    Auch für Nico Hülkenberg gab es einen herben Rückschlag. Der Force-India-Pilot konnte sich über Platz zehn nicht lange freuen. Auch er wird wegen eines Getriebewechsels fünf Plätze strafversetzt. Timo Glock war im Marussia nicht über die erste Quali-Session hinausgekommen und geht von Platz 19 ins Rennen.

    Bei Red Bull hatte man dagegen gut lachen, das Team und Vettel hatten sich eindrucksvoll zurückgemeldet und nun wird es im WM-Kampf noch einmal richtig spannend. Vettel kann als derzeit Zweiter in Japan Boden gutmachen, denn die Konkurrenten wie der WM-Führende Alonso im Ferrari oder der Dritte Kimi Räikkönen (Lotus) starten nur von Rang sechs und sieben. Und Suzuka ist ohnehin Vettels Pflaster: Im vierten Rennen schaffte er seine vierte Pole. Die Zeichen stehen auf Sieg, denn nach der Quali hieß es nur: schnell, schneller, Vettel.

    TV-Tipp:

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