"Manuel, du bist derzeit der beste Torhüter der Welt. Ich hoffe, dass du so weiter machst und noch einige Titel in deinem Leben gewinnen wirst." Diese Lobeshymne auf Neuer kam von keinem Geringeren als von Fußball-Legende Buffon.
Der sympathische vierfache Welttorhüter wandte sich bereits Wochen vor dem Halbfinal-Klassiker Deutschland-Italien (am Donnerstag ab 20:30 Uhr im Live-Ticker) per Video-Botschaft an den Keeper der deutschen Nationalmannschaft, um ihm seine Wertschätzung und seine besten Wünschen mitzuteilen. So recht Buffon mit seinen Worten auch haben mag, in einem hat sich "Gigi" jedoch geirrt.
"Manuel, halte dir einen Termin frei. Beim Finale der EURO 2012 werden wir uns in Kiew gegenüberstehen. Dort musst du mir aber leider den Vortritt lassen, schließlich bin ich schon etwas älter und habe nicht mehr viele Gelegenheiten, Titel zu gewinnen", fügte der 34-Jährige in seinem Video hinzu.
Ein Duell auf höchstem Niveau
Zu einem Finalduell wird es bekanntlich nicht kommen, die "Squadra Azzurra" und die DFB-Elf treffen bereits im Halbfinale aufeinander, dies ändert nichts daran, dass die europäischen Fußball-Fans ein Torhüter-Duell auf höchstem Niveau erwartet.
Zum einen ist da Buffon, der trotz seiner 34 Jahre noch immer einer der stärksten seiner Zunft ist. Der Turiner ist ein mitspielender Torhüter, der mit seiner Ruhe und Reaktionsschnelligkeit auf der Linie viele gegnerische Stürmer zur Verzweiflung bringt. Zudem ist er auf und neben dem Platz für seine Leader-Qualitäten bekannt und stellt dies bei der EURO 2012 einmal mehr unter Beweis.
"Papa" Buffon gibt den Ton an
"Los Kinder! Gehen wir das Spiel gewinnen", sagte der Kapitän der Italiener zu seinen Mitspielern vor dem Elfmeterschießen im Viertelfinale gegen England, um wenige Minuten später seinen Worten Taten folgen zu lassen. In seiner gewohnt ruhigen Art tauchte er bei Ashley Coles Elfmeter in die linke Ecke ab, hielt die Kugel und letztendlich auch den Halbfinaleinzug fest.
Damit machte der seit 1997 aktive Buffon einen weiteren Schritt in Richtung EM-Sieg. Der fehlt noch in der beeindruckenden Titelsammlung des gebürtigen Toskaners, der zahlreiche nationale und internationale Pokale in seiner Karriere gewonnen hat.
Anfang oder Ende einer großen Karriere?
Der Weltmeister von 2006 will seine Laufbahn mit einem Finalsieg am 1. Juli in Kiew allmählich ausklingen lassen, für Neuer soll das Endspiel der Auftakt zu einem ähnlich erfolgreichen Werdegang sein.
Der Münchener ist seit über zwei Jahren die unumstrittene Nummer 1 im deutschen Tor und gilt als einer der kommenden Welttorhüter.
"Manuel ist mit Mitte 20 auf Top-Niveau. Er ist ein Rückhalt für unsere Mannschaft. Er spielt eine gute EM und er wird auch gegen Italien eine Top-Leistung bringen“, lobte jüngst DFB-Torwarttrainer Andreas Köpke seinen Schützling in höchsten Tönen. Joachim Löw schloss sich den Worten des Europameisters von 1996 an.
Buffon, Casillas und Neuer auf einem Level
"Neuer, Buffon und Casillas haben eine Ausnahmestellung. Buffon spielt, seit ich mich mit Nationalmannschaften beschäftige, auf höchstem Niveau, Manuel ist vielleicht der bessere Fußballer“, sagte der Bundestrainer auf der DFB-Pressekonferenz zwei Tage vor dem Halbfinale.
Löw setzt dabei auf die moderne Torhüter-Interpretation des gebürtigen Gelsenkircheners, der für seine schnellen und präzisen Abwürfe berühmt und berüchtigt ist. Wie Buffon ist auch Neuer ein mitspielender Torhüter, der zudem alle klassischen Fähigkeiten eines Schlussmannes mitbringt.
Unterschiedliche Typen, gleiches Ziel
Abseits des Platzes ist der 24-Jährige eher für seine ruhige und sachliche Art bekannt, dies unterscheidet ihn von Buffon, der für seinen charmanten und extrovertierten Charakter von seinen Landsleuten geliebt wird.
So unterschiedlich die Personen Neuer und Buffon auf den ersten Blick auch erscheinen, eines haben sie zweifelsohne gemeinsam. Sie sind außergewöhnliche Torhüter, die zu den besten ihres Fachs gehören und im EM-Halbfinale den Unterschied ausmachen können.

Video - Özil: "Unser Ziel ist der Titel"
TV-Tipp:
Die EURO 2012 Show - die EM-Expertenrunde mit Patrick Kluivert, Thomas Berthold, Fredi Bobic, Rafa Benitez und Arsène Wenger analysiert vom 7. Juni bis 2. Juli immer um 20:00 Uhr LIVE die Geschehnisse in Polen und der Ukraine.
