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    Ullrich will Armstrongs Siege nicht

    Jan Ullrich beschäftigt sich als möglicher Profiteur der Doping-Affäre Armstrong nicht mit Gelben Trikots vom Grünen Tisch. "Wir werden den Fall und mögliche Spekulationen über die Aberkennung der Tourtitel nicht kommentieren, bzw. beschäftigen wir uns aktuell nicht damit", so sein Manager.

    Er reagierte damit auf die Drohung der amerikanischen Anti-Doping-Behörde USADA, dem siebenfachen Toursieger wegen angeblich nachgewiesener, schwerer Manipulationen zwischen 1998 und 2011 die Gelben Trikots seiner Siege von 1999 bis 2005 wieder abzunehmen.

    In den Jahren 2000, 2001 und 2003 war Ullrich jeweils Tour-Zweiter hinter Armstrong. Er kassierte im Gegensatz zu dem Texaner aber bereits im Februar 2012 durch den Internationalen Sportgerichtshof CAS eine Dopingstrafe für seine Verwicklungen im Fall Fuentes.

    Auch die weiteren Zweitplatzierten jener Jahre waren gesperrt oder blicken auf Doping-Anschuldigungen zurück. Das trifft auf den Italiener Ivan Basso (Zweiter 2005), Andreas Klöden (2004), den Spanier Joseba Beloki (2002) sowie den Schweizer Alex Zülle (1999) zu. Im Gegensatz zu dieser illustren Gesellschaft schaffte Ullrich 1997 aber einen Toursieg aus eigener Kraft.

    Wohl keine Neuvergabe

    Die Chancen auf Aberkennung der Armstrong-Siege in Frankreich erscheinen gering. Der Internationale Radsport-Verband UCI, der nicht erst durch USADA-Anschuldigungen selbst verwickelt scheint, müsste tätig werden. Bisher hat sich die UCI, dessen ehemaliger Präsident Hein Verbruggen nach Zeugenaussagen eine positive Armstrong-Analyse der Tour de Suisse 2001 unterschlagen haben soll, lediglich zu einer angeforderten Stellungnahme der Beschuldigten durchgerungen.

    Nach seinem Dopinggeständnis von 2007 hatten die Tour-Chefs Bjarne Riis den Sieg von 1996 kurzfristig abgesprochen. Die UCI intervenierte aber und machte eine Verjährungsregel (acht Jahre) geltend. Die könnte auch bei Armstrong zur Anwendung kommen. "Wir alle wissen doch aus Erfahrung, wie lang sich ein mögliches Verfahren für Armstrong ziehen kann und was für Wendungen in so einem Fall eintreten können", deutete auch Falk Nier auf die unklare Rechtslage hin.

    Ex-Teamkollegen nicht zu Olympia

    In ihrer 15-seitigen Anklageschrift mit den Vorwürfen Handel und Verabreichung verschiedenster Doping-Präparate zielt die USADA neben Armstrong auch auf dessen langjährigen Teamchef, Mentor und Geschäftspartner Johan Bruyneel, den aktuellen Manager der RadioShack-Nissan-Mannschaft, und Teamarzt Pedro Celaya. Ebenfalls im Fokus der US-Agentur: Der einschlägig bekannte und 2004 wegen Sportbetrugs bereits verurteilte Michele Ferarri.

    Dem umstrittenen italienischen Mediziner soll Armstrong vor sechs Jahren 465.000 Dollar überwiesen haben. Diese Zahlung sei auf Ermittlungen der Staatsanwaltschaft von Padua zurückzuführen, schrieb das Blatt am Samstag. Der dortige Staatsanwalt Benedetto Roberti ermittelt seit zwei Jahren gegen Ferrari, den der italienische Radsportverband 2006 mit einem lebenslangen Betätigungsverbot belegt hatte.

    Vier frühere Teamkollegen Armstrongs verzichteten am Wochenende auf ihren Start bei den Olympischen Spielen in London. George Hincapie, Levi Leipheimer, Christian Vande Velde und David Zabriskie baten den US-Radsportverband, sie bei der Nominierung nicht zu berücksichtigen.

    TV-Tipp:

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