Die 37 Jahre alte Weltklasse-Turnerin aus Herkenrath verzichtete bei ihren sechsten Olympischen Spielen auf das letzte Risiko und turnte nicht den Tsukahara mit zwei Schrauben, der ihr in Peking noch die olympische Silbermedaille gebracht hatte.
Im letzten Wettkampf ihrer 24 Jahre langen internationalen Karriere landete sie mit 14,783 Punkten auf dem fünften Platz.
Der Sieg ging an die Rumänin Sandra Izbasa, die mit 15,191 Punkten die Schwäche von Weltmeisterin MacKayla Maroney aus den USA ausnutzte, die bei ihrem zweiten Satz auf dem Hinterteil landete und mit Silber (15,083) zufrieden sein musste. Bronze ging an die Russin Maria Paseka (15,050).
"Das darf doch nicht wahr sein!"
Keiner konnte Janine Berger trösten. Die jüngste Athletin des deutschen Olympia-Teams war nach dem besten Wettkampf ihrer Karriere untröstlich und verteilte am Sonntag heftige Schelte in Richtung der Referees. "Wie soll man sich da freuen, wenn die Kampfrichter die Russin so bevorteilen? Sie ist deutlich aus der Bahn getreten und erhält 15,40 Punkte. Das darf doch nicht wahr sein", wetterte die 16-jährige Schülerin aus Ulm nach ihrem grandiosen vierten Platz in der Sprung-Konkurrenz.
Zum Auftakt der Gerätefinals vor 15 000 Zuschauern in der North Greenwich Arena turnte die Zehntklässlerin ihre beiden Sprünge nur mit kleineren Standfehlern sicher durch und ließ mit 15,016 selbst die große Oksana Chusovitina hinter sich. Plötzlich war sie auf Medaillenkurs, als den Kampfrichtern ein klassischer Fehler unterlief und sie das Heraustreten der Russin Maria Paseka aus der Landezone beim ersten Sprung nicht mit dem dafür vorgesehenen Abzug von 0,5 Punkten ahndeten.
"Ich kann nicht verstehen, wie mich die Kampfrichterinnen behandeln, da haben sich anscheinend mehrere für die Russin entschieden. Keine Ahnung, warum sie das getan haben", schluchzte Berger noch Minuten nach der Konkurrenz in der Mixed-Zone.
Kein Protest möglich
"Es kann einfach nicht sein", stand ihr Cheftrainerin Ulla Koch bei. Ein Protest ist beim Turnen nur gegen den Ausgangswert, nicht aber die Haltungsnote möglich. "Es ist wirklich traurig, dass man sich nach einer so tollen Leistung unserer beiden Turnerinnen nicht richtig freuen kann", sagte sie. "Es gibt keine Rivalität zwischen Janine und Oksana, sie haben sich ganz individuell vorbereitet", meinte die Chefin und fügte an: "Oksana wird uns künftig sehr fehlen. Aber wir haben ja jetzt auch Janine."
Mit skeptischen Blicken beobachtete die Blondine aus Ulm nach ihren schwierigen Sprüngen mit Ausgangswert 6,3 und 6,0 die Teamgefährtin Chusovitina. Allerdings scheute die "Grande Dame" diesmal das große Risiko. Die 37 Jahre alte Weltklasse-Turnerin aus Herkenrath verzichtete bei ihren sechsten Olympischen Spielen im zweiten Sprung auf den Tsukahara mit zwei Schrauben, der ihr in Peking noch die olympische Silbermedaille gebracht hatte.
So kam sie im letzten Wettkampf ihrer 24 Jahre langen internationalen Karriere mit 14,783 Punkten direkt hinter der deutschen Konkurrentin auf dem fünften Platz. Der Sieg ging an die Rumänin Sandra Izbasa, die mit 15,191 Punkten die Schwäche von Weltmeisterin McKayla Maroney aus den USA ausnutzte. Das US-Girl landete bei ihrem zweiten Satz auf dem Hinterteil und musste mit Silber (15,083) zufrieden sein. Die Bronzemedaille darf Maria Paseka (15.050) als Geschenk betrachten.
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