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    Trauer um Harry Valérien

    Der deutsche Sport trauert um einen der profiliertesten Fernsehreporter. Harry Valérien, langjähriger Moderator des "Aktuellen Sportstudios", ist im Alter von 88 Jahren gestorben. Wie sein Schwiegersohn mitteilte, war Valérien zuvor bei einem Treffen mit ehemaligen Kollegen und Skirennläufern in Oberbayern. "Auf der Rückfahrt zu seinem Wohnort am Starnberger See ist er dann im Auto eingeschlafen."

    Er sei "an Herzversagen gestorben“, sagte Schwiegersohn Stefan Glowacz. Er habe als Mitfahrer zusammen mit seiner Frau und Bekannten in dem Wagen gesessen.

    Über Jahrzehnte hatte Valérien den Sportjournalismus im deutschen Fernsehen geprägt und galt als Grandseigneur der Sportreportage. Nach dem Beginn seiner journalistischen Laufbahn an der Deutschen Journalistenschule 1946 führte ihn sein Weg über die Arbeit beim "Münchner Merkur" und dem "Bayerischen Rundfunk" zum "ZDF", wo er beim "Sportstudio", zu dessen Mitbegründern er zählt, zu großer Popularität gelangte.

    283 Mal führte der Wintersport-Experte durch die Sendung - meist in seinem Markenzeichen, bunten, häufig gelben Pullovern. Mit großem Fachwissen, Neugier und Charme begeisterte er die Zuschauer. "Ich mach' keine Reportagen auf Kosten anderer, und auch bei Interviews soll keiner als Sieger oder Verlierer den Ring verlassen", lautete sein Motto. Der Sohn eines Pressefotografen erhielt für seine Arbeit zahlreiche Preise - darunter mehrmals den Bambi und die Goldene Kamera sowie 2004 den Ehrenpreis beim Bayerischen Fernsehpreis.

    Reporter aus tiefstem Herzen

    Von den Winterspielen 1952 in Oslo an berichtete er, mit Ausnahme von 1956, bis in die 90er Jahre als Reporter, Interviewer und Kommentator von Olympia. "In seiner kontrolliert provokanten Art schaffte er es fast immer, seine Gesprächspartner hartnäckig zu bedrängen. Er hakte nach, formvollendet im Ton, doch unerbittlich in der Sache", schrieb Dieter Kürten, früher selbst "Sportstudio"-Moderator, einmal über seinen langjährigen Kollegen. Als er 1983 "ZDF"-Sportchef werden sollte, lehnte Valérien ab: "Ich bleibe lieber Reporter, das sagt mir mehr zu als jede Verwaltung."

    Auch bei "Sat.1" und "Premiere" stellt er in den 90er Jahren als Golf-Kommentator seine journalistische Vielseitigkeit unter Beweis. Noch bis ins hohe Alter verfolgte er von seinem Wohnort am Starnberger See aus, wo er mit seiner norwegischen Frau Randi lebte, Sportübertragungen.

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