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    Sturz-Chaos am Tag der Trauer

    Matthew Goss hat im dänischen Horsens die 3. Etappe des Giro d'Italia gewonnen. Der Australier vom Team Orica-Greenedge setzte sich am Ende des 190 Kilometer langen Teilstücks im von einem Sturz überschatteten Massensprint vor Juan Jose Haedo (Saxo Bank) und Tyler Farrar (Garmin) durch.

    Von Felix Mattis

    Für Goss war es nach vier zweiten Plätzen bei der Türkei-Rundfahrt und dem zweiten Rang vom Vortag der erste Einzelsieg der Saison.

    Mark Cavendish (Sky) kam im Sprint genau wie der Gesamtführende Taylor Phinney (BMC) zu Fall, nachdem Roberto Ferrari (Androni Giocattoli) rund 150 Meter vor dem Ziel eine Welle fuhr und mit seinem Hinterrad das Vorderrad des Weltmeisters wegzog.

    Während Cavendish sein Rad anschließend mit zerfetztem Trikot aber wenigstens lächelnd über die Ziellinie trug, blieb Phinney im Rosa Trikot lange auf dem Asphalt sitzen und hielt sich den Fuß.

    Phinney im Krankenwagen

    Die Ziellinie überquerte auch der 21-jährige noch, ob er das Rennen nach dem morgigen Ruhetag am Mittwoch beim Mannschaftszeitfahren in Verona fortsetzen kann, war zunächst aber unklar. Er wurde im Krankenwagen abtransportiert.

    "Gut, dass morgen Ruhetag ist", sagte der US-Amerikaner später. "Mir geht es jetzt besser, aber als ich auf dem Boden saß, war ich etwas geschockt. Ich muss beim Sturz irgendwas getroffen haben. Hoffentlich ist es nichts Schlimmes."

    Ersten Berichten seiner BMC-Mannschaft zufolge hat sich Phinney nichts gebrochen, muss aber wohl mit einigen Stichen genäht werden.

    Doppelte Trauer in Horsens

    Begonnen hatte die Etappe in der 50.000-Einwohner-Stadt Horsens mit einer Schweigeminute. Die Fahrer und Zuschauer gedachten sowohl dem vor einem Jahr auf der dritten Etappe des Giro tödlich verunglückten Wouter Weylandt, als auch dem am Vortag verstorbenen Bürgermeister des Etappenortes.

    Jan Trøjborg war am Sonntag mit mehreren tausend Menschen auf dem Fahrrad Teile der Rennstrecke abgefahren, um die bevorstehende Ankunft des Giro zu feiern, als er im Alter von 56 Jahren an einem Herzinfarkt starb. Der laut Medienangaben gut trainierte Freizeitsportler durfte den Höhepunkt seines großen Projektes, nämlich die zweitgrößte Landesrundfahrt der Welt in seine Heimat zu holen, nicht mehr erleben.

    Dänen geben in der Heimat alles

    Im Gegensatz zur 2. Etappe, als gleich nach dem Startschuss attackiert wurde, dauerte es diesmal knapp 30 Kilometer bis die Ausreißergruppe des Tages stand. Ramunas Navardauskas (Garmin-Barracuda), Reto Hollenstein (NetApp), Martijn Keizer (Vacansoleil-DCM), Mads Christensen (Saxo Bank), Miguel Minguez (Euskaltel) und wie schon am Vortag erneut der Träger des Bergtrikots, Alfredo Balloni (Farnese Vini - Selle Italia), bestimmten das Rennen bis 28 Kilometer vor dem Ziel.

    Bis auf Christensen, der sich nochmal als Solist absetzte und in seinem Heimatland so seinen Kampfgeist unter Beweis stellte, wurden die Ausreißer dort alle eingeholt. Christensen hielt sich sieben Kilometer länger an der Spitze. Als auch er gestellt war, versuchte es dann wie am Vortag noch einmal ein anderer Däne: Aber auch Lars Ytting Bak (Lotto Belisol) scheiterte mit seinem Angriff erneut.

    Aus der Ausreißergruppe heraus holte sich Balloni auch den zweiten Bergpreis dieser Rundfahrt und verteidigte die Führung im Kampf um das "Maglia Azzurro" souverän.

    Video: So kam es zum Sturz im Massensprint

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