Kerber kämpfte vor 6.000 Zuschauern im Sinan Erdem Dome bravurös gegen den Vorrunden-Knockout an. Die 24-Jährige, die mit einer schwachen 1:5-Bilanz gegen Li ins Match gegangen war, nahm mit einer 4:2-Führung Kurs auf die Satzführung.
Doch Li schlug mit vier Spielgewinnen in Serie zurück. Besonders bitter für Kerber: Im zehnten Spiel leistete sie sich bei Satzball Li einen Doppelfehler.
Die Chinesin begann im zweiten Durchgang aggressiv und zielstrebig. Nachdem die Nummer acht der Welt ihr Service zu null durchgebracht hatte, ließ sie das Break zur 2:0-Führung folgen. Kerber schöpfte mit dem Re-Break zwar noch einmal Hoffnung, doch Li zog auf 5:1 davon und entschied die Partie nach 85 Minuten zu ihren Gunsten.
"Ich habe mich viel besser gefühlt heute, war konzentrierter. Mein Trainer hat mir gesagt, dass ich viel Topspin spielen muss, da Angelique defensiv sehr gut agiert", erklärte Li nach ihrem ersten Sieg im zweiten Spiel.
"Freue ich mich auf den Urlaub"
Während die 30-Jährige zum Abschluss der Gruppenphase noch auf Victoria Azarenka trifft und um ein Ticket fürs Halbfinale spielt, ist Kerber mit drei Niederlagen ausgeschieden. Es hätte ohnehin eines kleinen Wunders mit Schützenhilfe bedurft, wenn die Kielerin noch ins Halbfinale hätte einziehen wollen.
"Jetzt freue ich mich auf den Urlaub, schnaufte die deutsche Nummer eins nach ihrem 82. Saison-Match durch. "Ich denke, ich habe bewiesen, dass ich mit den besten Spielerinnen der Welt mithalten kann. Wenn ich nächstes Jahr wieder hier bin, mache ich es hoffentlich noch etwas besser."
Williams ringt Nummer eins nieder
Im zweiten Match der "Roten Gruppe" setzte sich Serena Williams mit 6:4 und 6:4 gegen Victoria Azarenka durch.
In einem hochklassigen erster Satz jagen sich beide in langen Ballwechseln erbarmungslos über den Platz. Während Williams mit fünf Assen gewohnt aggressiv aufschlug, leistete Azarenka sich fünf Doppelfehler. Das schwache Aufschlagspiel der Weltranglistenersten im letzten Spiel entschied schließlich den ersten Satz zu Gunsten von Williams.

Azarenka antwortete mit einer 3:0-Führung im zweiten Durchgang, doch Williams kämpfte sich zurück und konterte mit vier Spielgewinnen in Serie. Wie schon im ersten Satz machte sich Azarenka das Leben mit zahlreichen Doppelfehlern selbst schwer und musste sich nach 96 Minuten geschlagen geben.
"Das war schon besser, und ich musste mich auch steigern gegen Victoria. Mein Ziel war es vor allem, besser aufzuschlagen. Im zweiten Satz war es dann wichtig, dass ich trotz der Breaks gegen mich dran geblieben bin", so Williams, die mit drei Siegen in drei Spielen souverän Gruppensiegerin wurde.
VIDEO: Höhepunkte Li-Kerber
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