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    Team-Profil: Niederlande

    Mit geballter Offensiv-Power und dem Selbstvertrauen des Vize-Weltmeisters streben die Niederlande den ersten großen Titel seit 24 Jahren an. Dass es auf dem Weg dorthin wieder gegen Deutschland geht, bereitet der "Elftal" keine Angst. Es gilt vielmehr als gutes Omen.

    Auch 1988, als mit dem EM-Titel in Deutschland der bislang einzige große Erfolg gefeiert wurde, kam es zum Duell mit dem DFB-Team. Das 2:1 im Halbfinale von Hamburg gilt noch heute als Festtag in den Niederlanden.

    Die Qualifikation brachten die Oranjes mühelos hinter sich. Erst im letzten, bereits bedeutungslosen Duell in Schweden gab es mit 2:3 die einzige Niederlage nach zuvor neun Siegen. Mit einem beeindruckenden Torverhältnis von 37:8 schloss das Team von Trainer Bert van Marwijk die Ausscheidungsrunde ab und machte deutlich, worauf sich die Fans bei EM-Spielen mit niederländischer Beteiligung freuen dürfen: auf ein Offensivspektakel.

    Potenzial birgt Konfliktstoff

    Kein Wunder, wenn man sich den Kader anschaut. Klass-Jan Huntelaar sicherte sich die Torjägerkanone in der Bundesliga, Robin van Persie erzielte in der englischen Premier League die meisten Treffer. Dazu kommen noch Wesley Sneijder, Arjen Robben, und Dirk Kuyt - das Potenzial der Holländer im Angriff ist gigantisch.

    Doch genau das birgt auch Konfliktstoff. Welcher der Stars setzt sich schon gerne auf die Bank? Vor allem die Frage, ob die sich vom Spielertyp ähnelnden Huntelaar und van Persie auch zusammenspielen können, beschäftigte die Stammtische in den Niederlanden schon weit vor Turnierbeginn. "Natürlich können sie zusammenspielen", sagte van Marwijk. "Aber ich weiß noch nicht, ob ich sie auch wirklich gemeinsam auflaufen lasse."

    Fragezeichen hinter der Defensive

    Schließlich sind Sneijder, van der Vaart und auch Robben nach zahlreichen Verletzung rechtzeitig wieder fit. "Darüber bin ich sehr froh", sagte van Marwijk. "Ich werde ein Mannschaft zusammenstellen, von der ich glaube, dass ich mit ihr den meisten Erfolg haben werde." Auf Namen wird der frühere Trainer von Borussia Dortmund dabei keine Rücksicht nehmen, das hat er in der Vergangenheit oft genug bewiesen.

    So beeindruckend die Niederländer vorne aufgestellt sind, so löchrig wirkt die Formation hinten. Vor allem auf der Position des linken Verteidigers hat van Marwijk große Sorgen, nachdem der fest eingeplante Erik Pieters von der PSV Eindhoven verletzt passen musste. Auch die Innenverteidigung mit John Heitinga und Joris Mathijsen verkörpert nur bedingt europäisches Topniveau.

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