"Mit Trainer Markus Weise und seinem Betreuerteam ist alles möglich", sagt die Vizepräsidentin Leistungssport des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB), Christa Thiel, über die Gold-Auswahl von Peking bei der Verabschiedung.
In pinkfarbenen Poloshirts steht das Team in der Abflughalle. "Die Stimmung ist sehr gut", sagt Timo Weß. Keine Spur vom angeblichen Riesenärger im Team. Einem Bericht der "Bild-Zeitung" zufolge sollen drei Spieler aus Hamburg ihren Unmut darüber zum Ausdruck gebracht haben, dass ihr Team die angebotene Rückreise von den Spielen aus London nach Hamburg nicht mit der MS Deutschland antreten wird. Die Hockey-Damen werden dagegen komplett an Bord sein.
Die Vorbereitung sei lang und intensiv gewesen, sagt Weß (Rot-Weiß Köln). Jetzt freue er sich auf seine dritten Spiele - und die besondere olympische Atmosphäre. "Das ist auf keinen Fall Routine. Man ist durchgängig euphorisiert." Von den Partys im Olympischen Dorf bekämen Hockeyspieler allerdings eher nicht so viel mit. "Leider geht unser Turnier immer fast bis zum Ende", sagt Weß. Und die deutschen Hockey-Herren wollen bis zum Finale dabeibleiben.
Erstes Ziel: "Wohlfühloase" schaffen
Für Torhüter Max Weinhold ist es wichtig, sich in den kommenden Tagen im Olympischen Dorf einzuleben und die Umgebung kennenlernen. "Es muss so eine Art Wohlfühloase geschaffen werden", sagt er. Das sei wichtig, um die beste Leistung abrufen zu können.
Auch Christopher Zeller fiebert London entgegen. Schon wegen der Größe seien Sommerspiele etwas "komplett anderes" als Welt- oder Europameisterschaften. "Da ist ein hohes Ablenkungspotenzial", sagt der Routinier. Das Team werde sich bereits vor dem Turnier die Stadt ein wenig anschauen. "Das heißt aber nicht, dass wir abends auf die Rolle gehen", sagt Zeller. "Wir feiern nur, wenn wir was gewinnen."
"Schwer, sich auf Sport zu konzentrieren"
Auch Bundestrainer Weise weiß um die Eigenarten des Mega-Events. "Es ist schwer, sich auf den Sport zu konzentrieren", sagt der Erfolgscoach, der schon 2004 mit den Frauen Olympiasieger war. Immerhin begegneten sich viele Sportstars auf engem Raum. "Das Ablenkungspotenzial ist enorm, das darf man nicht unterschätzen."
Insofern sei die Eingewöhnung bis zum Start wichtig. Ihre Ziele dürften die Hockey-Herren dabei aber nicht aus den Augen verlieren. "Das Team ist ambitioniert", sagt Weise. Der Erwartungsdruck sei da, aber der könne angesichts der Leistungsstärke der Mannschaft auch da sein.
Dann verschwindet die Mannschaft Richtung Flieger. Kurz vorher verrät Maximilian Müller, was er unter anderem in seinem Gepäck hat. "Wir haben uns mit viel Entertainment versorgt», sagt er. Vom Tischtennisschläger über die Playstation bis zu Gesellschaftsspielen sei vieles mit dabei. «Alles was ihr euch vorstellen könnt."
