Leichtathletik: Weltmeister Robert Harting hat dem deutschen Silber-Tag bei den Olympischen Spielen goldenen Glanz verliehen. Der Diskushüne eroberte seinen größten Sieg gegen harte Konkurrenz und durfte sich für den ersten Olympiasieg eines Leichtathleten aus Deutschland seit zwölf Jahren feiern lassen.
Ebenfalls Gold im Olympiastadion gab es für drei weitere Athleten. Im Hochsprung sicherte sich mit 2,38 Metern der Russe Iwan Uchow den Sieg. Das 100 Meter-Hürden-Finale der Frauen gewann die Australierin Sally Pearson in 12,35 Sekunden. Über 1500 Meter triumphierte in 3:34,08 Minuten Taoufik Makhloufi aus Algerien, der nach dem 800 Meter-Vorlauf ausgeschlossen worden war.
Gewichtheben: Für das Drama des Tages sorgte der stärkte Mann im deutschen Team. Medaillen-Hoffnung Matthias Steiner wurde bei seinem missglückten zweiten Versuch von der Hantel im Nacken getroffen worden und musste den Wettkampf im Superschwergewicht mit einer Rückenverletzung abbrechen.
Turnen: Gleich zweimal Silber gab es in den Gerätefinals. Zuerst glänzte Marcel Nguyen am Barren und holte seine zweite Medaille in London nach Silber im Mehrkampf. Kurz darauf zog Fabian Hambüchem am Reck nach: Vier Jahre nach Bronze in Peking turnte er an seinem Spezialgerät auf Platz zwei.
Reiten: Die erste Medaille des Tages hatten die drei Dressur-Asse geholt. Dorothee Schneider, Kristina Sprehe und Helen Langehanenberg belegten hinter der Gastgeber-Equipe Rang zwei. Dabei riss eine Serie: Nach Silber 1972 in München hatten die deutschen Dressurreiter bei jedem Olympia-Start Gold geholt.
Bahnrad: Auch auf dem Velodrom waren die Briten stärker: Im Keirin-Finale musste Maximilian Levy sich Sir Chris Hoy geschlagen geben, der das sechste Olympia-Gold seiner Karriere feierte. Sprinterin Kristina Vogel verlor das kleine Finale um Bronze und belegte Rang vier.
Wasserspringen: Auch Patrick Hausding landete auf dem undankbaren Platz direkt hinter dem Podium. Vom Drei-Meter-Brett zeigte er eine tolle Leistung und hatte sich nichts vorzuwerfen.
Surfen: Bitterer lief es für Toni Wilhelm, der in der letzen Wettfahrt noch aus den Medaillenrängen rutschte. Auch Moana Delle kamen im letzten Rennen vor Weymouth vom Medaillenkurs ab. Wilhelm wurde im Gesamtklassement Vierter. Delle beendete die Regatten auf dem fünften Rang.
Ringen: Die heimlichen Medaillenträume von Frank Stäbler schließlich erfüllten sich auch nicht. nach seiner Auftaktniederlage bekam er eine zweite Chance. Über die Hoffnungsrunde zog er noch in den Kampf um Bronze ein, dort aber unterlag er.
Beachvolleyball: Die "fünfte Silbermedaille" des Tages machten Julius Brink und Jonas Reckermann noch nach Mitternacht klar. Ihnen gelang der Einzug ins Finale - und damit ein historischer Coup. Mit Silber will sich das Duo jetzt nicht mehr zufrieden geben
Auch die deutsche Kanu-Flotte paddelt mit einer Ausnahme komplett auf Medaillenkurs. Nur Katrin Wagner-Augustin schied im Einer-Kajak überraschend im Halbfinale aus. Dagegen qualifizierten sich der Vierer-Kajak der Männer über 1000 Meter, Peter Kretschmer und Kurt Kuschela im Zweier-Canadier über 1000 Meter sowie Franziska Weber und Tina Dietze im Zweier-Kajak über 500 Meter für die Finals. Insgesamt stehen sieben deutsche Boote in den olympischen Endläufen.
Die Hockey-Herren standen schon vor ihrem letzten Vorrundenspiel als Halbfinal-Teilnehmer fest. Der Goldmedaillengewinner von Peking profitierte von der 2:4-Niederlage Südkoreas gegen Gruppensieger Niederlande. Das Remis am Abend gegen Neuseeland war ohne Bedeutung.
Hoffnung auf eine weitere Leichtathletik-Medaille weckten Christina Obergföll und Linda Stahl, sie zogen souverän ins Speerwurf-Finale ein. Vize-Europameisterin Obergföll kam in der Qualifikation auf 66,14 Meter. Ex-Europameisterin Stahl benötigte ebenfalls nur einen Wurf, um die geforderten 62,00 Meter zu übertreffen.
Zum Pechvogel wurde der chinesische Hürdenstar Liu Xiang. Er stürzte an der ersten Hürde und schied mit einer Achillessehnenverletzung aus. Der frühere Weltrekordler und Olympiasieger von 2004 musste schon bei den Spielen in Peking vor vier Jahren im Vorlauf aufgeben.
Nach 200 Entscheidungen baute China mit 34 Gold-, 21 Silber- und 18 Bronzemedaillen seinen Vorsprung in der Länderwertung vor dem Team der USA (30-19-21) weiter aus. Die britische Mannschaft (22-13-13) festigte ihre Position als Nummer drei. Wie fast jeden Tag sorgte sie für einen der emotionalen Höhepunkte: Der bereits zum "Sir" geadelte Bahnrad-Star Chris Hoy wurde durch sein insgesamt sechstes Gold zum erfolgreichsten Olympioniken der Geschichte des Vereinigten Königreichs und war davon wie seine Landsleute im Velodrom sehr bewegt.

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