Ivan Čupić lacht. "Endlich darf ich mal wieder Deutsch sprechen." Drei Jahre lang hat der Rechtsaußen in der Bundesliga bei den Rhein-Neckar Löwen gespielt. "Der Abschied war zwar stressig", so der 26-jährige Kroate im Gespräch mit eurosport.yahoo.de, eine schöne Zeit sei es aber dennoch gewesen.
Jérôme Fernandez (35) indes schwankt nach dem Viertelfinal-Thriller gegen Spanien zwischen Begeisterung und Vorsicht. "Noch haben wir nichts gewonnen", warnt der Rückraum-Spezialist, der in der Saison 2010/2011 ein rund neunmonatiges Kurz-Engagement beim THW Kiel hatte.
Herr Čupić, inzwischen spielen Sie bei KS Kielce in Polen. Die Liga ist nicht so stark wie die deutsche. Sind Sie daher fitter zu den Olympischen Spielen gekommen?
Ivan Čupić: Schwer zu sagen, aber natürlich lässt du in der Bundesliga mehr Kraft. Aber meine Fitness hier in London beruht auf unserer guten Vorbereitung. Zwei Monate haben wir auf dieses Turnier hingearbeitet. Deshalb läuft es auch.
Das gilt auch für Frankreich. Wie gehen Sie den Halbfinal-Schlager gegen die Kroaten an, Herr Fernandez?
Jérôme Fernandez: Wir brauchen noch einen Sieg für eine Medaille, richtig? Aber natürlich sind wir hier her gekommen, um den Weg bis zum Ende zu gehen. Im Hinblick auf die Partie gegen Kroatien müssen wir vor allem dafür sorgen, dass wir gut ausgeruht sind und den Akku aufgeladen haben. Und dann müssen wir absolut konzentriert sein, denn bislang haben wir noch gar nichts gewonnen.
Die Partie gegen Spanien stand bis zum Schluss auf Messers Schneide. Was war der Schlüssel zum knappen 23:22?
Fernandez: Ich will erst einmal dem spanischen Torwart Arpad Sterbik ein Riesenkompliment aussprechen. Er hat ein unglaubliches Spiel gemacht, auch ich bin immer wieder an ihm gescheitert. Als wir dann William Accambray eingewechselt haben, bekamen wir neuen Schwung und haben schließlich Lösungen gefunden, um Arpad häufiger zu überwinden.
Die kroatische Mannschaft ist als einziges Team mit sechs Siegen in Serie ins Halbfinale marschiert. Welche Stärken hat Ihre Auswahl, die beispielsweise dem deutschen Team derzeit fehlt?
Čupić: Also ich vermisse Deutschland bei diesem Turnier, es ist schade, dass die Qualifikation nicht geklappt hat. Unsere Stärken liegen sicher im guten Teambuilding und dem Herzblut, das wir einbringen.
Und das machen die deutschen Nationalspieler nicht?
Čupić: Für mich ist schwer zu beurteilen, aber möglicherweise mangelte es der deutschen Mannschaft zuletzt an diesen Dingen. Denn von der Papierform her, von der Klasse der einzelnen Spieler, ist die Mannschaft auf internationalem Topniveau.
Herr Fernandez, was macht Sie optimistisch, den Kroaten im Halbfinale die erste Turnierniederlage beibringen zu können?
Fernandez: Gegen Spanien haben wir gezeigt, dass wir eine große Mannschaft sind. Mit unserer Defensivstärke und dem Teamgeist haben wir die Oberhand behalten. Und genau diese Dinge müssen wir auch gegen Kroatien in die Waagschale werfen.
Herr Čupić, Herr Fernandez, wir bedanken uns für das Gespräch.
TV-Tipp:
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