Die Lehren:
In einer Partie auf Augenhöhe sahen die Zuschauer viele Torchancen auf beiden Seiten. Begünstigt wurde das durch Abwehrreihen, die auf beiden Seiten gebrauchte Tage erwischten.
Mit mehr Kaltschnäuzigkeit hätte das Spiel auch 5:5 oder noch höher ausfallen können. Die Teams ließen reihenweise hochkarätige Chancen ungenutzt, zudem verwehrte Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer den Frankfurter in der ersten Hälfte einen klaren Elfmeter.
Dass es trotzdem mit dem ersten Heimsieg der Saison klappte, verdankte die Eintracht ihrem Spiel in der zweiten Halbzeit. Leverkusen nahm zusehends das Tempo aus dem Spiel und überließ dem Aufsteiger das Kommando, der das eiskalt bestrafte.
Die Stimmen:
Armin Veh (Trainer Eintracht Frankfurt): “Es ist natürlich schade, dass nur 25.000 Fans da waren, aber die die da waren, haben uns super unterstützt. Man hat zwar in der Defensive gesehen, dass Carlos Zambrano erst seit einer Woche mit der Mannschaft trainiert, aber ich bin mit meiner Mannschaft zufrieden.“
Stefan Kießling: “Wir haben in der zweiten Halbzeit schlecht gespielt, zu wenig nach vorne gemacht und hinten standen wir nicht gut. Ich hatte zwei gute Kopfball-Chancen die ich sonst mache, das ist natürlich ärgerlich. “
Die Höhepunkte:
6. Der erste Leverkusener Angriff wird gleich gefährlich! Kießling verlädt Oczipka und Anderson und schließt direkt per Dropkick ab, Trapp macht sich ganz lang und lenkt den Ball noch über den Querbalken.
17. Dicke Chance für die Eintracht nach einem Patzer von Leno! Der Keeper kommt raus und mit verunglückter Faustabwehr landet der Ball direkt bei Meier. Der versucht es mit dem Heber, aber der geht nur auf das Tor.
26. Stark von Trapp! Anderson vertändelt den Ball in der Vorwärtsbewegung, diesmal bedient Bellarabi mustergültig Kießling in der Spitze. Trapp bleibt lange stehen und kann mit dem Bein den Schuss zum Eckstoß abwehren. Der bringt den Gästen jedoch nichts ein.
30. TOOOR für Bayer Leverkusen! Schürrle nimmt Bellarabi auf rechts, mit einer schnellen Körperdrehung verlädt er Anderson und zieht ab. Trapp kann nur abklatschen und Kießling steht da, wo ein Angreifer zu stehen hat. Mühelos staubt er zur 1:0-Führung der Gäste ab.
38. Riesen-Dusel für Leverkusen! Nach dem katastrophalen Rückpass von Wollscheid lässt Leno gegen Meier den Fuß stehen, der Angreifer fällt aber die Pfeife Kinhöfers bleibt stumm. Das war ein klarer Elfmeter!
50. Etwas glücklich kommt Schürrle am 16er an den Ball und lupft ihn wunderbar auf Rolfes. Dessen Ballannahme mit der Brust ist erste Sahne, trotzdem gelingt ihm aus kurzer Distanz das Kunststück, den Ball noch über das Tor zu schießen. Der fahrlässige Umgang mit Großchancen geht also weiter.
57. TOOOR für Eintracht Frankfurt! Oczipka zieht bis zur Grundlinie und legt in den Rückraum zu Inui. Dessen Schuss kann Leno noch parieren, aber Aigner reagiert am schnellsten und er hämmert den Abpraller eiskalt ins rechte untere Eck zum 1:1!
73. Diese Chancenverwertung ist fahrlässig! Frankfurt kontert über Inui, der links wieder einmal Wollscheid verlädt. In der Mitte schleicht sich Occean hinter Rolfes in Position und schafft es erneut, aus kürzester Distanz über das Tor zu schießen!
82. TOOOR für Eintracht Frankfurt! Bender lässt Celozzi auf rechts laufen, der von Jung auf die Grundlinie geschickt wird. Seine Flanke findet Lanig, der wie aus dem Lehrbuch zur 2:1-Führung der Hausherren einnickt.
Der Kracher: Torraumszenen en masse
Selten lieferten sich zwei Mannschaften eine solche Offensiv-Schlacht wie Frankfurt und Leverkusen. Fast jeder Angriff endete in einem Torschuss, immer wieder kamen die Abwehrspieler einen Schritt zu spät und ließen so die Zuschauer den Atem anhalten. Wenn dieses Spiel 5:5 ausgeht hätte sich niemand beschweren dürfen.
Im Abseits: Die Abwehrreihen
Beide Trainer stellten ihre Vierer-Ketten im Vergleich zur ersten Runde des DFB-Pokals um, und die dadurch fehlende Abstimmung war deutlich zu merken. Haarsträubende Fehler auf beiden Seiten ermöglichten zahlreiche Torchancen.
Die Statistik: 55
Zum 55. Mal trafen Frankfurt und Leverkusen in der Bundesliga aufeinander, und zum 55. Mal endete die Partie nicht 0:0. Die Duelle der beiden Klubs scheinen ein Abonnement auf Tore zu haben, das zur Freude der Zuschauer auch diesmal wieder gegriffen hat.
TV-Tipp:
Die FIFA U20 Frauen-Weltmeisterschaft in Japan - unter anderem mit Deutschland, Brasilien, Italien: Vom 19. August bis zum 8. September zeigen Eurosport und Eurosport 2 alle Partien live!

