Der Stürmer, der eine Woche vor Turnierbeginn seinen 31. Geburtstag feierte, kehrte im Februar auf Leihbasis von Arsenal London zu seinem ehemaligen Klub Zenit St. Petersburg zurück. Vorausgegangen war ein frustrierendes Jahr beim englischen Hauptstadtklub.
Nach erfolgreichen ersten Jahren in der Premier League, in denen vor allen Dingen 2009 seine unglaublichen vier Treffer beim 4:4 zwischen Liverpool und Arsenal herausstachen, fand Arshavin in der abgelaufenen Spielzeit keinen Platz mehr in der Stammformation der "Gunners".
In In- und Ausland hagelte es Kritik an dem einstigen Superstar, dem mangelnde Leidenschaft und eine fehlende Berufseinstellung unterstellt wurden. Selbst seine treuesten russischen Anhänger, die seine Karriere auch nach dem Wechsel auf die Insel intensiv verfolgten, wandten sich vom 31-Jährigen ab.
Von den eigenen Fans verhöhnt
Die Arsenal-Fans gingen gar noch einen Schritt weiter, indem sie ihn im Januar verhöhnten, als er bei der 1:2-Niederlage gegen Manchester United eingewechselt wurde.
Arshavin wollte unter diesen Umständen nicht bis zum Ende der Saison bei den Londonern bleiben und fasste in der Winterpause einen kurzfristigen Entschluss. Er kehrte zu seinem Heimatverein aus St. Petersburg zurück, mit dem er 2007 die nationale Meisterschaft und den UEFA-Cup gewonnen hatte.
Zenit gab dem verlorenen Sohn einen Dreimonatsvertrag, den der Klub aus dem russischen Nordwesten erst wenige Minuten vor der Schließung des Transferfensters unterzeichnete.
Rückkehr nach London wahrscheinlich
"Ich wollte einfach nur spielen, deshalb bin ich in meine Heimat zurückgekehrt", sagte Arshavin, der einst mit dem Spitznamen "Goldjunge" tituliert wurde, gegenüber russischen Medien.
"Aber ich würde danach gerne wieder zu Arsenal zurückkehren. Meine Familie fühlt sich in London sehr wohl, meine Kinder gehen hier zur Schule und wir alle sind sehr glücklich, in dieser Stadt leben zu dürfen", fügte er hinzu.
Seine Vereins-Karriere steht also weiter am Scheideweg, international bietet die EURO eine vielversprechende Perspektive.
"Er hat in der Nationalelf nichts zu suchen"
Doch auch dies war nicht immer der Fall. Über zwei Jahre traf Arshavin nicht für das Nationalteam, ehe er im Februar 2012 in einem Freundschaftsspiel gegen Dänemark den lang ersehnten Torerfolg feierte.
Einige russische Experten forderten Trainer Dick Advocaat auf, den einst Unverzichtbaren aus dem Team zu streichen. Ein Szenario, das wenige Monate zuvor noch als undenkbar erschien.
"In seiner derzeitigen Verfassung hat er in der "Sbornaja" nichts zu suchen", sagte der einstige sowjetische Toptorjäger Yevgeny Lovchev, der als Zeitungskolumnist arbeitet und zu den schärfsten Kritikern Arshavins zählt.
Advocaat stärkt seinem Kapitän den Rücken
Doch Advocaat ließ sich von den äußeren Einflüssen nicht beirren und hielt an seinem Kapitän fest, mit dem er bereits 2007 bei Zenit zusammengearbeitet hatte.
"Arshavin ist ein fester Bestandteil unseres Teams, daran habe ich nie gezweifelt. Er ist auf und neben dem Platz unsere Führungsfigur", sagte der niederländische Coach gegenüber Journalisten.
Der "Goldjunge" wurde bei der EURO 2008 zur großen Entdeckung, als er mit seinem kreativen Spiel, seinen schnellen Bewegungen und seiner Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor die Fans begeisterte.
Halbfinale, Hochglanz-Magazine und 15 Millionen Pfund
Der schmächtig wirkende Angreifer machte aus dem starren und defensiven Russland eine erfrischende Offensivmannschaft, die erstmals seit 20 Jahren ein Halbfinale bei einem großen Turnier erreichte.
Arshavin wurde der teuerste Spieler Russlands, zierte mit seinem jugendlichen Aussehen die Titelseiten vieler Hochglanz-Magazine und erfuhr Anerkennung im ganzen Land.
Auch Arsenal waren seine Fähigkeiten nicht entgangen, deshalb investierten die Londoner nach zähen Verhandlungen 15 Millionen Pfund in die Dienste des Superstars.
Russland hofft auf Arshavin
Er avancierte in der englischen Hauptstadt schnell zum Publikumsliebling, besonders als er 2009 in Liverpool vier Tore in einem Spiel erzielte und damit einen Uralt-Rekord aus dem Jahre 1946 einstellte.
Russlands Fans würden in Polen und der Ukraine nichts lieber sehen als einen Andrei Arshavin, der an seine Form aus vergangenen Tagen anknüpft und seine Mannschaft zu ähnlichen Erfolgen führt wie vor vier Jahren.

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