Igor Zelenitsyn (Eurosport Russland):
Das spanische Team wird seine Vormachtstellung weiter ausbauen und Andrés Iniesta, der geniale Mittelfeldspieler vom FC Barcelona, ist dabei der Schlüssel zum Erfolg. Mit Barca gewann er in dieser Saison nur den Pokal, umso hungriger sind die Spieler der Katalanen dadurch auf den EM-Titel mit Spanien. Xavi mag mehr der Organisator des spanischen Spiels sein, aber es ist Iniesta, der häufig genug am Ende den tödlichen Pass spielt. Er ist einer der großen Künstler des modernen Fußballs.
Viele glauben, dass Zlatan Ibrahimovic oder Cristiano Ronaldo die großen Enttäuschungen des Turniers werden, doch ich kann diese Einstellung nicht teilen. Denn seien wir mal ehrlich, beide haben von vornherein keine Chance, überhaupt zu glänzen: Zlatan spielt für ein schwaches Team und Ronaldo mit Portugal (ebenfalls nicht gerade zum Favoritenkreis gehörend) in der "Todesgruppe". Ich sehe da eher Steven Gerrard. Mit der aktuellen Verletztenmisere wird für England nach der Vorrunde Schluss sein - ein riesiges Fiasko für das Team. Kapitän Gerrard muss dafür stellvertretend den Kopf hinhalten.
Daniel Sjöberg (Eurosport Schweden):
Ich kann es kurz machen. Da ich glaube, dass Deutschland Europameister wird, kommt auch der überragende Spieler des Turniers aus diesem Team: Mesut Özil - seine unvergleichlichen Antritte und sein Kreativität werden ihn zum Schrecken jeder Abwehr werden lassen.
Portugal hingegen wird die Vorrunde wohl nicht überstehen, denn das würde nur klappen, wenn Cristiano Ronaldo fantastische Spiele abliefern würde. Da er das Nationalteam aber selten auf ein solches Level heben konnte, weil er in der "Seleccao" einfach nicht an seine Vereinsleistung anknüpfen kann, ist er für mich die große Enttäuschung.
Bartosz Rainka (Eurosport Polen):
Robert Lewandowski ist in absoluter Topform. In der Bundesliga traf er 22-Mal für Dortmund und im letzten EM-Test gegen Andorra erzielte er das schönste Tor in der Geschichte der polnischen Nationalmannschaft. Außerdem hat Polen das Glück, in einer relativ leichten Gruppe zu spielen - für Lewandowski die Chance, ein paar Tore zu erzielen, selbst wenn die Mannschaft nicht bis zum Schluss dabei ist. Aber wer weiß, vielleicht reicht das ja aus, um bester Spieler des Turniers zu werden.
Ganz anders der Toptorjäger der Bundesliga: Klaas-Jan Huntelaar gehört in der Elftal nicht einmal zur ersten Mannschaft. Wenn man das mal ganz pessimistisch sieht, kommt der "Hunter" überhaupt nicht zum Einsatz - defenitiv schon vor dem ersten Anpfiff ein Desaster für einen Spieler mit diesen Fähigkeiten.
Eray Kas (Eurosport Türkei):
Mesut Özil wird der beste Spieler der EM werden - und nicht nur, weil er türkische Wurzeln hat. Ich denke, dass Deutschland Europameister wird, und Özil ist eben der kreativste Mittelfeldspieler in diesem Team. Er wird viele Tore vorbereiten und war zuletzt in einer super Form.
Die größte Enttäuschung des Turniers wird Steven Gerrard. England ist bei der EM nur Außenseiter und wird wohl bereits im Viertelfinale die Koffer packen müssen. Für die Topspieler des Teams wäre das eine Enttäuschung - und Gerrard ist nun einmal der Beste.
Alessandro Brunetti (Eurosport Italien):
Gerade hat Cristiano Ronaldo mit Real Madrid seine erste spanische Meisterschaft gewonnen und hat fast 50 Tore geschossen. Das ist großartig, nur Messi hat öfter getroffen. Aber sein argentinischer Dauerrivale hat dieses Jahr weder die Meisterschaft noch die Champions League gewonnen. Daher hat der Portugiese gute Chancen, Weltfußballer zu werden - dabei könnte eine herausragende EURO helfen. Und die wird Ronaldo spielen...
Die größte Enttäuschung bei der EM spielt in, aber nicht für Italien: Zlatan Ibrahimovic. Er wird wohl bei Milan bleiben, voraussichtlich mit der Nummer 10 auf dem Rücken, für sein Nationalteam ist er das absolute Aushängeschild. Sein einziges Problem ist: Fußball ist ein Mannschaftssport und niemand kann alleine gewinnen. Weil er das meist nicht versteht, wird er ein katastrophales Turnier abliefern.
Tom Adams (Eurosport UK & Irland):
Mesut Özil ist das kreative Zentrum einer aufstrebenden, jungen deutschen Mannschaft, die das Finale erreichen kann. Er kann das Turnier vor dem Hintergrund einer fantastischen Saison mit Real Madrid spielen. Das sollte ihm helfen, ähnlich wie bei der WM 2010 seine Klasse zu demonstrieren. Er ist einer der Profis, der aus jedem Spiel heraussticht - genauso, wie bei diesem Turnier.
Als größte Enttäuschung wird sich wohl Cristiano Ronaldo entpuppen. Portugal wird sich auf dem Feld quälen, aber das reicht nicht. Denn Ronaldo, der zweitbeste Spieler der Welt, wird nicht in der Lage sein, seine überragende Form aus dem Verein auf die Nationalmannschaft zu übertragen (das geht seinem großen Widersacher Lionel Messi übrigens meist genauso). Portugal könnte sogar Gruppenletzter werden und es wäre keine Überraschung, Ronaldo früh wieder zu Hause zu sehen.
Cedric Rouquette (Eurosport Frankreich):
Der Star des Turniers wird Robin van Persie heißen. Für mich ist er der drittbeste Spieler im europäischen Fußball hinter Lionel Messi und Cristiano Ronaldo. Auf der EM-Bühne wird er es beweisen, denn die Leute neigen dazu seine Extraklasse zu vergessen, da Arsenal nichts gewinnt. Ich denke es könnte eher das Jahr der Niederländer werden als das der Spanier oder Deutschen und RVP ist einer von ihnen.
John Terry wird meines Erachtens zur Enttäuschung des Turniers. Er ist der Mann, welcher für das Trainer-Chaos auf der Insel mitverantwortlich war. Wenn ich mich an seinen Fehltritt in Barcelona erinnere, sehe ich in ihm noch ein Krieger, aber nicht den Weltklassemann, der er sein sollte.
Alvaro Ferreres (Eurosport Spanien):
Andrés Iniesta wird der beste Spieler der EURO. Er ist wahrscheinlich der talentierteste spanische Spieler aller Zeiten. Nach einer enttäuschenden Saison mit Barcelona hat der Mittelfeldspieler nun die große Herausforderung vor sich, sein Team wieder zum Sieg zu führen. Zu gern erinnern wir uns an seinen Siegtreffer bei der WM 2010 gegen die Niederlande.
Der Verlierer heißt ohne Zweifel Wayne Rooney. Der englische Stürmer wurde nach seinem Platzverweis gegen Montenegro für zwei Spiele gesperrt und fehlt seinem Team dadurch gegen Frankreich und Schweden. Er hat sein Team noch vor EM-Beginn entscheidend geschwächt und ist somit für mich die größte Enttäuschung.
Sebastian Kunze (Eurosport Deutschland):
Nachdem Franck Ribéry mit dem FC Bayern die Saison ohne Titel abgeschlossen hat, strotzt der 29-Jährige vor Motivation. Ribéry will es der Vielzahl an Kritikern in der Heimat zeigen und ist bereit, die "Equipe Tricolore" zu führen. In der EM-Vorbereitung fand der Mittelfeldspieler auch im Nationaldress seine Torgefahr wieder und ist aufgrund seiner überragenden Technik auf dem linken Flügel kaum zu stoppen - für mich wird er der Spieler dieses Turniers.
Pech für Cristiano Ronaldo, aber als Portugiese wird der 27-Jährige in diesem Sommer nur drei Spiele bestreiten. In der Gruppe B werden Deutschland und die Niederlande das Viertelfinale erreichen. "CR7" und mit Abstrichen Nani sind die einzigen beiden Offensivspieler mit internationaler Klasse im Team der Iberer. Trotz seiner überragenden Saison bei Real Madrid wird der Star zusammen mit seinen Kameraden bei der Euro untergehen.
VIDEO - EURO 2012: Die Kader der Favoriten
TV-Tipp:
Die EURO 2012 Show - die EM-Expertenrunde mit Patrick Kluivert, Thomas Berthold, Fredi Bobic, Rafa Benitez und Arsène Wenger analysiert vom 7. Juni bis 2. Juli immer um 20:00 Uhr LIVE die Geschehnisse in Polen und der Ukraine.
