Damit hatte keiner gerechnet. Einen Tag nach dem Urteil der US-amerikanischen Anti-Doping-Agentur verzeichnete die Armstrongs Krebsstiftung einen Spenden-Boom. In 24 Stunden gingen 78.000 Dollar ein - und damit das 25-fache als einen Tagen zuvor. Wie soll man diesen Boom bewerten? Wollen die Armstrong-Fans den ehemaligen Tour-Sieger unterstützen?
IOC entscheidet über Olympia-Gold
Wahrscheinlich, denn zuvor lagen die Spenden im Durchschnitt bei 3200 Dollar. Außerdem stehen die Sponsoren hinter ihm. Sportartikel-Hersteller Nike teilte mit, die Stiftung des gefallenen Radstars weiter zu fördern. "Wir sind betrübt, dass Lance Armstrong nicht mehr an bestimmten Wettbewerben teilnehmen kann und seine Titel ebenfalls betroffen scheinen", so Nike. "Lance hat aber immer seine Unschuld beteuert."
Auch Getränke-Hersteller Anheuser-Busch und die Sonnenbrillen-Firma Oakley halten ihm weiter die Treue. Perfekt für Armstrong, denn ihm drohen in den nächsten Monaten Preisgeld-Rückzahlungen in Höhe von 3,5 Millionen Dollar. Ob er Olympia-Gold von 2000 in Sydney behalten kann, darüber entscheidet das IOC.
Während des USADA-Prozesses wurde zudem bekannt, dass Armstrong in seiner aktiven Zeit vor Dopingtests gewarnt wurde. Der US-Amerikaner nutzte dafür ein Netzwerk - zu dem auch mehrere Physiologen zählten. "Die Kontrolleure hatten Schwierigkeiten, unangekündigte Tests durchzuführen, ohne dass er einen Vorsprung von 20 Minuten hatte", sagte Michel Rieu, der französische Anti-Dopingchef.
Nun scheint Armstrong alles zu verlieren - außer seine "Livestrong"-Stiftung, in die weitere Millionen gepumpt werden.

