Er schreibe regelmäßig für ein NPD-nahes Internetportal und sei führendes Mitglied der regionalen Kameradschaft "Nationale Sozialisten Rostock", berichtete der Sender.
Drygalla hat sich selbst öffentlich bislang nicht zu den Hintergründen ihrer Abreise geäußert. "Sie hat mehrfach beteuert, mit der rechten Szene nichts zu tun zu haben", sagte der Präsident des Deutschen Ruder-Verbandes (DRV), Siegfried Kaidel.
Eineinhalbstündiges Gespräch
Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) wollte sich zu den genauen Gründen für Drygallas Abreise nicht äußern. Chef de Mission Michael Vesper hielt sich am Freitag auf einer Pressekonferenz in London bedeckt. Er hatte nach eigenen Angaben nach Bekanntwerden von Berichten am Donnerstagabend das Gespräch mit der 23-Jährigen aus Rostock gesucht, um das Thema zu klären. "Sie hat die Dinge aus ihrer Sicht geschildert. Ich habe ihr das Problem dargebracht", sagte er.
Ein Sprecher des Innenministeriums von Mecklenburg-Vorpommern bestätigte indes, dass die Rostockerin im September 2011 ihre Ausbildung bei der Polizei auf eigenen Wunsch abgebrochen habe. Nähere Angaben zu den Gründen machte der Sprecher in Schwerin nicht. Drygalla war bis zu ihrem Ausscheiden Mitglied der Sportfördergruppe der Polizei.
DOSB-Generaldirektor Vesper hatte sich gemeinsam mit dem DRV-Sportdirektor Mario Woldt rund eineinhalb Stunden mit Drygalla unterhalten, nachdem er Berichte über das private Umfeld der Sportlerin erhalten hatte.
Kontakt zur rechtsextremen Szene?
"Sie hat in dem Gespräch keinen Zweifel daran gelassen, hat das auch glaubwürdig gemacht - so wie ich meine -, dass sie voll und ganz hinter den Werten der olympischen Charta steht, voll und ganz hinter den Prinzipien, die der DOSB in seiner Satzung vertritt", sagte Vesper. Ihren freiwilligen Auszug aus dem Dorf habe er "begrüßt".
Drygalla hat sich laut Vesper von rechtsradikalen Haltungen in ihrem Umfeld distanziert. "Ja, selbstverständlich, natürlich", sagte der Chef de Mission auf eine entsprechende Frage. Vesper warnte davor, voreilige Schlüsse zu ziehen. "Ich denke, dass es in Deutschland schon noch Gott sei Dank den Grundsatz gibt, dass jeder für seine eigenen Haltungen und Taten verantwortlich ist und nicht für diejenigen seines Umfelds", meinte der ehemalige Grünen-Politiker.
Vesper wies die These entschieden zurück, dass die rechtsextreme Szene dem Leistungssport nahe gekommen sei. "Da gibt es nicht den geringsten Hinweis in diese Richtung", sagte er.
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