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    Von Solidarität keine Spur

    Der VfB Stuttgart steht vor einem Termin-Dilemma. Die Schwaben sollen Ende August innerhalb von 48 Stunden zwei wichtige Pflichtspiele absolvieren: Zunächst den Bundesliga-Auftakt gegen Wolfsburg und dann das Rückspiel der Europa-League-Playoffs in Moskau bei Dinamo.

    "Nur zwei Tage zwischen den Spielen, der Vier-Stunden-Flug nach Moskau, die Zeitumstellung - für uns ist das ein Wettbewerbsnachteil", monierte Manager Fredi Bobic gegenüber den "Stuttgarter Nachrichten".

    Weil die Europa-League-Auslosung ergeben hatte, dass sowohl Dinamo als auch ZSKA Moskau in den Playoffs erst im Rückspiel Heimrecht haben, sich beide Klubs in der russischen Hauptstadt aber ein Stadion teilen und die anderen zwei Arenen gerade umgebaut werden, musste eine Partie verlegt werden.

    Die UEFA zog die Partie zwischen ZSKA und dem VfB daher um zwei Tage auf den Dienstag nach vorne - der Mittwoch ist auf UEFA-Ebene der Champions League vorbehalten.

    UEFA und DFL helfen nicht

    Da der bereits seit längerem feststehende Bundesliga-Spielplan aber Stuttgarts Spiel gegen Wolfsburg für den Sonntag vorsieht, gerieten die Schwaben ins Termin-Dilemma.

    Seit mehr als einer Woche versuchen sie nun gegen das Problem anzukämpfen, inzwischen sind Bobic und Co. mit ihrem Latein am Ende.

    Die UEFA wollte das Heimrecht zwischen Hin- und Rückspiel von ZSKA und VfB nicht tauschen. Und die DFL hätte einen Tausch der Partie zwischen Stuttgart und Wolfsburg mit einem der Samstags-Spiele verfügen können, tat das aber nicht, weil dann laut eines Sprechers zu viele Interessen unter einen Hut hätten gebracht werden müssen.

    Erst im Frühjahr hatte es eine Diskussion darum gegeben, dass Ligaspiele von Olympique Marseille in Frankreich verlegt wurden, damit das Team vom Mittelmeer vor den Champions-League-Partien gegen Bayern München mehr Zeit zur Vorbereitung und Regeneration hatte.

    Freiburg die Ausnahme

    Stattdessen wurde dem VfB empfohlen, gemeinsam mit den anderen Klubs aus der 'Bundesliga-Familie' einen Tausch zu arrangieren. VfB-Gegner Wolfsburg wäre mitgezogen und auf Samstag ausgewichen, doch zwei Tauschpartner fanden sich nicht. "Da wird immer von Solidarität geredet, aber es wird kaum danach gehandelt", so Bobic. "Im Interesse der Liga muss es doch das Ziel sein, so viele Teams wie möglich in Europa vertreten zu haben."

    Einzig der SC Freiburg habe sich "grandios verhalten", merkte Bobic an. Dessen Gegner Mainz 05 aber stellte sich quer und verhinderte den Tausch der Anstoßzeiten, weil die Rheinhessen am 2. Spieltag bereits Freitags ran müssen und sich ihrerseits dann benachteiligt sähen.

    Spieler müssen es ausbaden

    Eine einfache Verlegung des Sonntagsspiels auf den Samstag ohne Verlegung eines Samstagsspiels auf den Sonntag ist nicht möglich, weil das gegen die TV-Verträge verstoßen würde. "Sky" hätte dann ein Live-Spiel weniger in seinem Programm. Die letzte Chance der Schwaben ist daher nun das Einlenken des Pay-TV-Senders. Wenn der auf sein zweites Sonntagsspiel verzichtet, dann ist der Weg frei für eine um 24 Stunden längere Regenerationszeit des ohnehin dünn besetzten Stuttgarter Kaders.

    Und wenn nicht? "Dann müssen wir eben versuchen, das Beste daraus zu machen und uns so gut wie möglich auszuruhen", so VfB-Kapitän Serdar Tasci gegenüber eurosport.yahoo.de. "Als Fußballer können wir nur auf dem Platz zeigen, was wir drauf haben." So ist es: Am Ende müssen es die Spieler ausbaden. Ändern können sie, wie fast immer, nichts.

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