WAS IHRE FREUNDE LESEN

    Sky hält Angriffen bei Königsetappe stand

    Während mit Pierre Rolland der zweite Franzose vom Team Europcar hintereinander den Etappensieg feierte, verteidigte Bradley Wiggins (Sky) in La Toussuire am Ende des 11. Teilstücks die Gesamtführung der Tour de France. Titelverteidiger Cadel Evans (BMC) verlor viel Zeit und seinen Podestplatz.

    Der Australier hatte bereits weit vor dem Ziel am Col du Glandon attackiert, kam jedoch nicht richtig von der durch Wiggins' Sky-Mannschaft angeführten Favoriten-Gruppe weg und wurde bald wieder gestellt. "Wir mussten etwas versuchen, denn Sky ist sehr stark", erklärte BMC-Teamchef John Lelangue im Tagesziel.

    Die am Glandon gelassenen Kräfte fand Evans auf dem Weg zum Tagesziel im Herzen des Skigebiets "Les Sybelles" nicht mehr wieder. So hatte er im Schlussanstieg nichts mehr entgegenzusetzen, als der Italiener Vincenzo Nibali (Liquigas) ebenfalls zwei scharfe Attacken fuhr und die Gruppe sprengte.

    "Dafür ist Tejay da"

    Evans verlor den Anschluss und wurde von seinem Teamkollegen Tejay Van Garderen, der im Weißen Trikot des besten Jungprofis fährt, ins Ziel geleitet. "Dafür ist Tejay da", so Lelangue auf die Frage, ob der US-Amerikaner auch in den kommenden Tagen auf Evans warten und so sein Trikot gefährden müsse.

    Wie Evans wurde auch Nibali von Wiggins und dessen Edelhelfer Chris Froome wieder eingeholt und konnte in der Gesamtwertung keinen Boden auf das Briten-Duo gutmachen. Dennoch nahm er Evans 1:26 Minuten ab und schob sich auf den dritten Gesamtrang vor. "Ich hatte heute kein Glück, aber ich habe alles versucht", bilanzierte Nibali trotzdem etwas enttäuscht.

    Froome hängt Wiggins ab

    Platz zwei belegt nun Froome, der durch einen Antritt auf den letzten 500 Metern gemeinsam mit dem Franzosen Thibaut Pinot (FDJ-BigMat) noch zwei Sekunden gegen Wiggins, Nibali und deren Begleiter Jürgen Van den Broeck (Lotto-Belisol) herausholte.

    Bereits knapp fünf Kilometer vor dem Ziel hatte Froome einmal die Muskeln spielen lassen und mit einem Antritt ein Loch gerissen. Weil neben Nibali und Van den Broeck aber auch sein eigener Kapitän Wiggins nicht folgen konnte, wurde der Gesamtzweite der Spanien-Rundfahrt von 2011 per Teamfunk zurückgepfiffen. Eine Szene, die am Rande der Tour noch für Diskussionen sorgen dürfte.

    Rolland stärkster Ausreißer

    Tagessieger Rolland war im Ski-Ort La Toussuire der letzte "Überlebende" einer zwischenzeitlich bis zu 30 Mann umfassenden Spitzengruppe, die sich schon zu Beginn des ersten Ansteigs des Tages am Col de la Madeleine vom Hauptfeld gelöst hatte.

    Er erreichte den 18 Kilometer langen Schlussanstieg gemeinsam mit Robert Kiserlovski (Astana), Vasili Kiryienka (Movistar) und Chris Anker Sörensen (Saxo Bank) mit mehr als dreieinhalb Minuten Vorsprung auf die Gruppe der Favoriten. Durch mehrere Tempoverschärfungen löste er sich anschließend nacheinander von all seinen verbliebenen Begleitern und feierte nach dem Erfolg in L'Alpe d'Huez im Vorjahr seinen zweiten Tour-Etappenerfolg.

    Eine große Hilfe war Rolland dabei sein Teamkollege Christophe Kern, der am Col du Glandon und dem Col de la Croix de Fer durch unwiderstehliche Tempoarbeit in der Spitzengruppe dafür gesorgt hatte, dass der Vorsprung zur Favoritengruppe trotz des Angriffs von Evans immer zumindest gleich groß blieb.

    Nerz überzeugt, Cancellara steigt aus

    Andreas Klöden (RadioShack-Nissan) erreichte das Tagesziel als 14. mit 3:53 Minuten Rückstand und rückte auf den elften Gesamtrang vor. Eine starke Leistung zeigte auch Nibalis Liquigas-Teamkollege Dominik Nerz aus Wangen im Allgäu, der als 25. des Tagesklassements 11:19 Minuten Rückstand ins Ziel brachte und sich in der Gesamtwertung auf Platz 41 verbesserte.

    Klödens Teamkollege Fabian Cancellara aus der Schweiz hatte das 148 Kilometer lange Teilstück in Albertville gar nicht mehr aufgenommen und war zu seiner Frau gereist, um bei der Geburt seines zweiten Kindes dabei zu sein. Neben dem Zeitfahr-Ass schieden am zwölften Wettkampftag der 99. Frankreich-Rundfahrt auch Rob Ruijgh, Lieuwe Westra, Gustav Erik Larsson (alle Vacansoleil-DCM), Mark Renshaw und Bauke Mollema (beide Rabobank) aus.

    VIDEO: Das Finale der 11. Etappe

    TV-Tipp:

    Tour total: Eurosport präsentiert Ihnen die Tour de France 2012 von der Teampräsentation in Lüttich bis zum Finale der Schlussetappe in Paris in ausführlichen Live-Übertragungen sowie Zusammenfassungen auf Eurosport und Eurosport 2 - und natürlich auch im Eurosport Player!

    Quizaction - Testen Sie Ihr Sportwissen

    Meistgelesene Artikel

    Aktuelle Nachrichten