Seit fast 30 Jahren hatten bei der Tour nicht mehr zwei Teamkollegen aus einem Land einen Doppelsieg feiern können.
Titelverteidiger Cadel Evans (BMC) musste als Sechster mit 1:43 Abstand auf die Siegerzeit einen herben Rückschlag hinnehmen. Noch bleibt er aber vor Froome Zweiter der Gesamtwertung, 14 Sekunden trennen den gebürtigen Kenianer vom Australier.
"Das war großartig, im Zeitfahren bin ich einfach in meinem Element", freute sich Wiggins nach dieser Demonstration der Stärke. "Auf einem so schwierigen Kurs kam mir meine zehnjährige Erfahrung auf der Bahn entgegen." Von verfrühtem Jubel hielt er zur Tour-Halbzeit aber auch nach seinem ersten Tour-Etappensieg nichts: "Jetzt konzentriere ich mich weiter auf das Duell mit Evans und Nibali. Mir ging es mehr um die Gesamtwertung als um den Tagessieg, aber natürlich ist der eine tolle Sache."
"In der Form seines Lebens"
"Brad ist in der Form seines Lebens und jeder in Großbritannien wird sehr stolz sein", sagte Sean Yates, Sportlicher Leiter bei Sky am Eurosport-Mikrofon, "es ist noch weit nach paris, aber wir sind in einer fantastischen Ausgangsposition". Sein Gegenüber auf BMC-Seite, John Lelangue, verbreitete Zwangsoptimismus. "Wir haben unser Bestes versucht, um den Abstand zu kontrollieren. Das Rennen ist noch nicht vorbei - und wir werden jetzt in die Offensive gehen müssen", so der Belgier.
Bester Deutscher war Andreas Klöden (RadioShack) als Zehnter mit 2:09 Minuten Rückstand, knapp vor Weltmeister Tony Martin (Omega), der nach einem Defekt zwei Plätze dahinter landete. In der Gesamtwertung ist Klöden auf Position 15 nach vorne gerückt, hat aber schon über sechs Minuten Rückstand.
Große Abstände vor den Alpen
Wiggins setzte an allen Messpunkten den Bestzeit, allein Froome konnte halbwegs mit dem Tour-Vierten von 2009 mithalten. Olympiasieger Cancellara hingegen musste zusehen, wie seine Zwischenzeiten auf dem anspruchsvollen, welligen Kurs vom britischen Duo locker unterboten wurden. Froome zog gegenüber Eurosport eine sehr zufriedene Bilanz: "Mehr hätte man von Brad nicht fordern können als Evans zwei Minuten aufzubrummen. Ich bin mit meiner Leistung sehr zufrieden und das Team ist jetzt in einer starken Position."
Evans wiederum gelang es nicht, die erhoffte Schadensbegrenzung zu betreiben, er war sogar langsamer als US-Teamkollege Tejay van Garderen unterwegs (4.(+1:06), der wieder das Weiße Trikot übernahm.
Vor dem ersten Ruhetag sind die Abstände in der Gesamtwertung durch die beiden mittelschweren Bergetappen und den ersten Kampf gegen die Uhr schon weitaus größer als viele Experten erwartet hätten: Die Top Ten sind schon durch über fünf Minuten getrennt, bevor es überhaupt ins Hochgebirge geht. Nach dem Ruhetag warten die ersten ganz langen Anstiege auf die Fahrer - ob Tony Martin dann noch antritt, ist noch offen.
Das Finale der 9. Etappe:
TV-Tipp:
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