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    Nur "Sir Chris" schlägt Levy im Rennen um Gold

    Bahnradsportler Maximilian Levy hat dem deutschen Olympia-Team in London eine weitere Silbermedaille beschert. Der Cottbuser wurde im Keirin Zweiter hinter dem Briten Chris Hoy, der seinen insgesamt sechsten Olympiasieg feierte und endgültig zur Bahnrad-Legende aufstieg.

    Der Schotte ist damit der erfolgreichste britische Olympia-Teilnehmer. Bronze teilten sich der Neuseeländer Simon van Velthooven und Teun Mulder aus den Niederlanden.

    Levy zog auf der letzten Runde zwar zunächst an Hoy vorbei, doch der 36-Jährige konterte auf der Zielgeraden und ließ Levy keine Siegchance. Für den 25-jährigen Deutschen war es die zweite Olympia-Medaille in London nach Bronze im Teamsprint.

    "Das war grandios. Schade, dass es für Maximilian nicht zu Gold gereicht hat. Er war der Einzige, der Hoy angegriffen hat. Alle andere waren nur im Windschatten", lobte Bundestrainer Detlef Uibel Levy.

    "Rad-Ritter" Hoy schämte sich bei der Siegerehrung seiner Freudentränen nicht. Als Hoy zu David Bowies Pop-Hymne "Heroes" die Gratulationen seiner Teamkollegen und des Publikums für sein Keirin-Gold entgegen genommen hatte, schwappten die Emotionen über. Viele Besucher hatten in der vielleicht rockigsten Olympia-Arena Londons feuchte Augen.

    "Da war nichts zu machen"

    "Ich bin glücklich damit - ich habe drei Jahre auf dieses Rennen gewartet. Jetzt bin ich froh, dass es vorbei ist", sagte ein blasser Levy. "Ich bin konzentriert alle Läufe angegangen. Heute ging es um Alles oder Nichts. Ich habe Hoy herausgefordert, aber da war nichts zu machen", schilderte Levy das spannende Rennen. Nach Olympia muss er sich in einer Operation Schrauben aus dem im Frühjahr gebrochenen Schlüsselbein entfernen lassen. "Das letzte Quäntchen hat gefehlt", befand der erst auf den letzten Metern geschlagene Levy.

    An den überragenden Gastgebern kamen auch die Deutschen nicht vorbei - die Medaillenschmiede arbeitet im Bahnradsport seit vier Jahren auf Hochtouren. In London wiederholten die Briten mit siebenmal Gold ihr grandioses Ergebnis von Peking. Der herausragende Athlet war auch in London der viel umjubelte Hoy. Unter den Gästen der britischen Radsport-Party im Velodrom waren auch Straßen-Weltmeister Mark Cavendish und Bürgermeister Boris Johnson. "Er ist ein großartiger Sportler, eine tolle Persönlichkeit und nicht umsonst ein Sir", verneigte sich Levy vor seinem Konkurrenten.

    Damit ist der kernige Schotte, der vor drei Jahren von der Queen zum Ritter geschlagen wurde, vor dem Ruderer Steve Redgrave der erfolgreichste britische Olympionike der Geschichte. Grund genug, dass das mit 6000 Zuschauern ausverkaufte Velodrom einen Jubelsturm ohnegleichen erlebte. Redgrave gehörte zu den ersten Gratulanten, nachdem Hoy mit dem "Union Jack" auf den Schultern die Ovationen des Publikums genossen hatte.

    Pleite für Pendleton, Blech für Vogel

    Für Kristina Vogel aus Erfurt blieb nach Gold im Teamsprint in der Einzeldisziplin zuvor nur der vierte Platz. Die sieggewohnten Gastgeber bezogen im Finale eine unerwartete Niederlage. Victoria Pendleton unterlag der Australierin Anna Meares. Von der Niederlage im ersten Lauf, in dem die Lokalmatadorin zurückgestuft worden war, erholte sich Pendleton nicht mehr. Den zweiten und entscheidenden Lauf gewann Meares locker. Bronze ging an die Chinesin Shuang Guo.

    "Am Ende haben ein bisschen die Körner gefehlt. Jetzt fällt der ganze Druck ab von mir. Dann ist man doch den Tränen nahe. Dass der vierte Platz auch so verdammt undankbar sein muss. Aber die Zukunft gehört mir", sagte Kristina Vogel nach dem Rennen.

    Die Britin Laura Trott siegte im Omnium vor Sarah Hammer aus den USA. Für Trott war es schon das zweite Gold dieser Spiele nach dem Sieg in der 3000 Meter-Mannschaftsverfolgung. Bronze ging an die Australierin Annette Edmondson. Deutsche Fahrerinnen hatten sich für den erstmals im Olympia-Programm gefahrenen Sechskampf nicht qualifiziert.

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