"Wenn es noch ordentlich regnet, kann noch viel passieren", sagte Siem, der trotz des insgesamt hohen Ergebnisses im Royal Lytham and St. Annes Golfclub noch nicht die Koffer packen wollte.
In der Nacht hatte es so stark geregnet, dass sich auf dem Platz Pfützen gebildet hatten. Zudem kämpfte Siem, der schon um sieben Uhr abschlagen musste, mit starkem Gegenwind auf den ersten neun Löchern. Bereits um vier Uhr hatte er mit seinem Physiotherapeuten Rolf Klöttschen im angemieteten Haus Bauchmuskeltraining gemacht und die Wirbel zurechtrenken lassen. "Das brauche ich vor der Runde, um richtig wach zu werden", erzählte der Profi.
"Respekloser Typ"
Der Start verlief vielversprechend, doch am vierten Loch störte Siem ein Marshall, der im Moment seines Schlages quer über die Bahn lief und noch Faxen machte. "Das war der Genickbruch heute. Der Typ war so dreist und respektlos, das hat mich genervt", sagte der emotionale Rheinländer, gestand zugleich auch ein: "Aber natürlich war das mein Fehler, ich hätte den Schläger absetzen und mich nicht aufregen sollen." So kassierte er sein erstes Bogey auf dem schweren Dünenplatz, den er aber diesmal besser im Griff hatte als zum Auftakt am Donnerstag.
Insgesamt traf Siem nicht viele der engen Fairways, auch wenn er den meisten der 206 tiefen Sandbunker aus dem Weg ging. "Ich habe aggressiv geputtet, um eine Chance zu haben. Aber die Fahnenpositionen sind extra so schwer auf dem höchsten Punkt gesteckt, dass der Ball leicht wieder auf der anderen Seite herunterrollt."
Zudem störten ihn gegen Ende der Runde die Zuschauer, die massenhaft über die Anlage strömten und immer wieder für Verzögerungen sorgten. Die Bilanz lautete drei Birdies bei drei Bogeys. "Ich bin einfach müde nach fünf Wochen Turnieren am Stück mit dem Sieg in Paris dazwischen. Und gefeiert habe ich auch noch nicht", sagte der 32-Jährige.
