Er ist klein, kräftig und kess.
Lässig lehnt Xherdan Shaqiri am Montagnachmittag im Sofa im "Hotel du Lac et du Parc" in Riva del Garda, wo während des Trainingslagers des FC Bayern am Gardasee die Pressegespräche stattfinden.
"Ich bin ein Spieler, der etwas riskiert, ich mag offensiven Fußball, ich kann Tore schießen und Vorlagen geben. Und ich mag natürlich das Spektakel", definiert der Schweizer auf Nachfrage von eurosport.yahoo.de sich selbst.
Sein Akzent kommt dabei noch deutlich durch, auch wenn er sich bemüht, Hochdeutsch zu sprechen. Möglicherweise verleiht ihm auch das einen speziellen Charme.
Denn schon jetzt ist der Muskelprotz mit dem Brillanten im Ohr der Liebling der Fans. Geduldig lässt er sich mit ihnen fotografieren, schreibt Autogramme und hat immer einen netten Spruch auf den Lippen.
"Die Fans kommen mit viel Sympathie auf mich zu. Und ich komme eben als Typ ganz gut an", weiß er, "auch beim FC Basel war ich schon sehr beliebt." Der 12,5-Millionen-Mann brennt auf die neue Saison - das ist deutlich.
Faible für schicke Anzüge
Was er zudem verriet: Der 20-Jährige hat ein Faible für Herrenmode und hatte, bevor er die Laufbahn zum Profifußballer einschlug, sogar eine entsprechende Ausbildung begonnen. "Mich interessiert die Mode", sagt er selbstbewusst. Tipps für seine Mitspieler wolle er nicht anbringen. Noch nicht. Zuzutrauen ist diesem "Bürschchen" vieles.
In seinem eigentlichen Arbeitsumfeld, dem Fußballplatz, macht er bislang einen hervorragenden Eindruck. Seine Körpersprache ist klar und zielstrebig. In den ersten drei Trainingsspielen traf er drei Mal - es ist schon auffällig, dass die Mitspieler ihn suchen, weil sie wissen, dass der Ball bei ihm gut aufgehoben ist. Mehr Anerkennung kann ein Neuzugang erstmal nicht bekommen.
Es wird spannend zu beobachten sein, wie er sich im direkten Konkurrenzkampf mit Arjen Robben und Thomas Müller, die ebenfalls bevorzugt auf seiner Position im rechten offensiven Mittelfeld spielen, behauptet. "Shaq" sieht das Gerangel noch gelassen. Über Robben sagt er: "Zunächst einmal ist er mein Mitspieler. Und zwar ein ziemlich guter." Der Kraftzwerg (1,69 Meter) hat ein Gespür dafür, wann er besser Taten sprechen lässt.
"Die Mannschaft ist hungrig"
Was er ebenfalls vermeidet, ist, seine Kollegen nach der verkorksten vergangenen Saison zu fragen. "Wir sollten alle nach vorne schauen", betont er stattdessen und ergänzt: "Es ist schon deutlich, dass die Mannschaft wieder hungrig ist. Es gilt, in dieser Saison wieder erfolgreich zu sein und deshalb bringt es nichts, in die Vergangenheit zu blicken."
Leute aus der Vergangenheit begleiten ihn derweil schon noch. Zu seinem ehemaligen Basler Trainer Heiko Vogel pflegt er noch immer engen SMS-Kontakt, zuletzt gratulierte er ihm zum gelungenen Super-League-Start mit einem 1:0 bei Servette Genf. Auch Alex Frei und Marco Streller erkundigen sich regelmäßig nach seinen neuen Erfahrungen beim deutschen FCB.
Sie trauen Shaqiri viel zu - verständlich bei so viel Power in den Muskeln. Dabei mag der gebürtige Kosovo-Albaner es nicht, im Kraftraum Extra-Schichten zu schieben. "Dafür war ich noch nie der Typ", sagt er schmunzelt und fügt verschmitzt an: "Mehr Kraft ist auch nicht gut für mich..."
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