"Ich war da und ich wollte das Ding hier unbedingt wie eine Kämpferin zu Ende bringen. Ich wusste, trotz der Probleme, an diesem Tag gibt es keine Limits für mich", erklärte Razzano direkt nach ihrem großen Coup.
Dabei sah es zum Ende des zweiten Satzes überhaupt nicht nach einer Sensation aus. Williams ging im Tiebreak mit 5:1 in Führung, nur zwei Punkte fehlten der French-Open-Championesse von 2002 noch zum Sieg. Doch dann nahm das Märchen der Virginie Razzano ihren Lauf.
Die Nummer 111 der Welt wurde für ihren Kampf belohnt und erzwang mit sechs Punkten in Serie den nicht mehr für möglich gehaltenen dritten Durchgang. Razzano hatte das psychische Moment nun auf ihrer Seite - und sie nutzte den Vorteil.
Angepeitscht vom Heim-Publikum zog die 29-Jährige auf 4:0 und 5:1 davon. Williams versuchte alles, schaffte noch einmal ein Break und kämpfte um ihre letzte Chance. Zusätzlich wurde die Atmosphäre angeheizt durch zwei Punktabzüge für Razzano.
Die Französin schrie immer wieder aufgrund von Schmerzen auf, das bestrafte die Stuhlschiedsrichterin. Das Publikum quittierte das mit gellenden Pfiffen und Buh-Rufen.

Nach mehr als drei Stunden aber triumphierte Razzano, als sie in einem unfassbar dramatischen neunten Spiel ihren achten Matchball verwandelte. "Das ist einer der größten Siege meiner Karriere. Diese Motivation trage ich schon lange in meinem Herzen - und ich habe nie aufgehört, daran zu glauben", so die Siegerin.
Der dreifache Roland-Garros-Sieger und
Razzano trifft nun in der 2. Runde auf Arantxa Rus. Die Niederländerin schlug Jamie Hampton aus den USA, die verletzungsbedingt aufgeben musste, mit 6:4 und 4:3.
