WAS IHRE FREUNDE LESEN

    Buntes - "Schumi" als Deckname im Fall Armstrong

    Rund 1000 Seiten umfassen die Dokumente, die die Doping-Machenschaften um Lance Armstrong aufdecken - darin immer wieder ein Name: "Schumi". Der Spitzname des Formel-1-Stars diente dem US-Amerikaner und seinem Umfeld als Code für einen im Profisport berüchtigten Mediziner.

    Die erschütternden Beweise für einen der größten Dopingskandal im Sport lassen die gestürzte Rad-Ikone Lance Armstrong kalt. Nachdem die US-Anti-Doping-Agentur USADA die detailreichen Dokumente über die jahrelangen Praktiken Armstrongs und seines Teams US Postal veröffentlicht hatte, twitterte der 41 Jahre alte Texaner lediglich: "Was mache ich heute Abend? Ich verbringe Zeit mit meiner Familie, ungerührt."

    Die Beweislast gegen ihn scheint aber erdrückend. Alte Weggefährten haben der Reihe nach Doping zugegeben. Und das Bild, das sich aus den veröffentlichten Akten der USADA ergibt, ist ein Sittengemälde, das den ohnehin dauerkriselnden Radsport nur noch tiefer in Verruf stürzt. US Postal habe das "ausgeklügelste, professionellste und erfolgreichste Dopingprogramm betrieben, das der Sport jemals gesehen hat", schrieb die USADA in ihrer Mitteilung.

    Und mittendrin in den 1000 Seiten an Dokumenten trifft man immer wieder auf einen Namen, der in Deutschland für Glanz und Erfolg steht, wie kaum ein anderer: "Schumi". Doch Michael Schumacher, der Formel-1-Rekordweltmeister musste im Betrügerkreis um Armstrong nur als Deckname herhalten. Dabei war es einfach Pech für den zukünftigen Ruheständler, dass er seine größten Erfolge ausgerechnet in einem Ferrari-Boliden feierte.

    Denn während Armstrong schön langsam ein erst groß beworbenes internes Testprogramm einen schleichenden Tod sterben ließ, bereitete er sich in aller Ruhe mit seinem alten Mastermind Dr. Michele Ferrari vor.

    Seitenlang kann man die Emails zwischen dem Texaner und Stefano Ferrari, Sohn und Mittelsmann, nachlesen, in denen es um die optimale Vorbereitung geht, dauernd wird "Schumi", so Armstrongs Spitzname für den Italiener, um Rat gefragt.

    Dabei behauptete Armstrong ungerührt, keinen Kontakt mehr zu Ferrari zu haben, dem es untersagt ist, mit Profisportlern zu arbeiten. Dem echten "Schumi" wäre das sicher nur recht gewesen.

    Quizaction - Testen Sie Ihr Sportwissen

    Meistgelesene Artikel

    Aktuelle Nachrichten