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    "Schmerzen und Glück" bei Djokovic

    Novak Djokovic ist endgültig in der Liga der außergewöhnlichen Tennis-Persönlichkeiten angekommen. Er gewann in Melbourne seinen fünften Grand-Slam-Titel. Den Sieg gegen Rafael Nadal führte er jedoch nicht nur auf seine Leistung zurück: "Ich denke, es war in manchen Momenten eine Frage des Glücks."

    Von Anja Häberle

    Der 29. Januar 2012 war der Tag der Serben. Erst triumphierte Djokovic zum dritten Mal bei den Australian Open, dann holte die serbische Wasserballmannschaft den EM-Titel und hätten die Handballer auch noch das EM-Finale gegen Dänemark gewonnen, hätte wohl mancher vorgeschlagen, den serbischen Nationalfeiertag vom 15. Februar vorzuverlegen.

    Djokovic schrieb mit dem 5:7, 6:4, 6:2, 6:7 (5:7), 7:5-Sieg über Nadal Geschichte. In einem epischen Match, das fast sechs Stunden dauerte, sah der Serbe lange Zeit wie der sichere Sieger aus. Er führte mit 2:1-Sätzen und hatte im vierten Durchgang beim Stand von 4:3 drei Breakmöglichkeiten. "Ich hatte viele Chance, das Match im vierten Satz zu beenden, aber er brachte unglaubliche Aufschläge und machte unglaubliche Punkte", sagte Djokovic bei der Pressekonferenz.

    "Bis an die Grenze gepusht"

    "Er verdiente es, einen fünften Satz zu erreichen, und dann hätten beide dieses Match gewinnen können. Auch als ich 2:4 hinten lag, habe ich mich bis an die Grenze gepusht", rekapitulierte der Serbe die Partie. Am Ende war es wohl "eine Frage des Mehr-Wollens".

    Djokovic war im Halbfinale gegen Andy Murray bereits 4:50 Stunden auf dem Platz gestanden. Er hatte einen Tag weniger Zeit zur Regeneration als sein Finalgegner Nadal, der schon am Donnerstag gegen Roger Federer gespielt hatte. Im fünften Durchgang des Australian-Open-Finals gegen Nadal wirkte der Serbe stehend K.o.

    "Das letzte Quäntchen Energie"

    "Wir sind körperlich an unsere Grenzen geraten und hatten große Schmerzen. Wir haben bis zum Schluss das letzte Quäntchen Energie aus unserem Körper herausgeholt. Mental und physisch war es eine enorme Belastung", gab Djokovic im Exklusiv-Interview mit Eurosport zu.

    Trotzdem schaffte der Serbe im Entscheidungssatz das Break zum 6:5 und verwandelte nach 5:53 Stunden seinen ersten Matchball. "Ich bin sehr stolz darauf, was ich heute geleistet habe. Leider konnte es nur einen Sieger geben, einer musste eben verlieren. Wir beide wollten diesen Titel unbedingt, und dann als Sieger hervorzugehen, ist einfach unglaublich", so Djokovic.

    Nadal macht im Ranking Boden gut

    Um kurz vor 2 Uhr Ortszeit bekam der Serbe den Pokal überreicht. Keine eineinhalb Stunden später tauchte Djokovic bereits bei einer Mitarbeiterparty auf, wo er den AC/DC-Hit "Highway to Hell" zum Besten gab. Um halb 5 Uhr war dann aber auch für den feierwütigen 24-Jährigen Schluss.

    In der Weltrangliste führt der Serbe mit seinem dritten Grand-Slam-Sieg in Folge weiter mit 13630 Punkten vor Nadal. Der zweitplatzierte Spanier machte mit dem Finaleinzug jedoch Boden gut. Da er letztes Jahr in Melbourne im Viertelfinale ausgeschieden war, hatte er weniger Punkte zu verteidigen und hat nun 10435 statt 9595 Zähler auf seinem Konto.

    Neue Ziele für Djokovic

    Beim nächsten Grand-Slam-Turnier in Roland Garros ist es hingegen Djokovic, der Punkte auf seinen Konkurrenten gutmachen kann. Im letzten Jahr scheiterte er im Halbfinale an Federer. "Ich will mindestens in Paris ins Finale einziehen. Ich war dort noch nie im Endspiel und ich habe das Gefühl, dass ich das dieses Jahr schaffen werde."

    Davor steht für den "Djoker" jedoch erst einmal das ATP-Turnier in Dubai auf dem Plan, das am 27.02. anfängt. Die drei Wochen zuvor nutzt der Serbe zu Regeneration. Auch Nadal wird lange nicht zum Schläger greifen. Sein nächstes Turnier ist das Masters in Indian Wells am 07.03.

    Djokovic: "An unsere Grenzen geraten"

    TV-Tipp:

    Eurosport berichtet vom 16. bis 29. Januar Live im TV und im Eurosport Player von den Australian Open. Dazu berichten wir auf eurosport.yahoo.de ebenfalls live und ausführlich vom ersten Grand-Slam-Turnier des Jahres.

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