Die Lehren:
Die Ukraine hat es besser gemacht als Co-Gastgeber Polen und ihr Auftaktspiel gewonnen. Nach nervösem Beginn übernahm das Blochin-Team die Kontrolle über das Spiel und setzt sich mit dem nicht unverdienten Sieg über Schweden an die Spitze der Gruppe D.
Für die Skandinavier wird es nach der Niederlage bereits nach dem ersten Spiel eng, denn mit England und Frankreich warten noch zwei dicke Brocken. Zwar spielten die Nordeuropäer durchaus gefällig, doch zwei Unachtsamkeiten in der Abwehr kosteten sie am Ende den Sieg.
Die Ukraine trifft am nächsten Spieltag auf Frankreich, Schweden muss gegen England ran.
Die Stimmen:
Andrej Schewtschenko (Ukraine): "Ich fühle mich großartig, das war ein historisches Spiel und ein großer Sieg. Ich fühle mich, als ob ich wieder 20 Jahre alt wäre, obwohl ich so viele Probleme mit dem Knie und dem Rücken hatte."
Anatoli Timoschtschuk (Ukraine): "Ich muss mich beim Publikum bedanken, die Stimmung war super. Heute Nacht müssen wir eine kleine Party feiern und uns danach auf Frankreich vorbereiten. Dann sollten wir wieder mit der gleichen Ordnung und Aggressivität auftreten wie heute, dann haben wir Chancen."
Zlatan Ibrahimovic (Schweden): "Ich bin sehr enttäuscht, denn wir dürfen dieses Spiel nie und nimmer verlieren. Wir hatten gute Möglichkeiten und kassieren dann den dummen Ausgleich. Trotzdem bleiben noch zwei Spiele, da hoffen wir das Beste."
Die Höhepunkte:
17. Ibrahimovic flankt von der linken Seite in den Fünfer, wo Pyatov den Ball direkt zu Toivonen faustet. Der ist jedoch zu überrascht, um Kapital aus dem Fehler zu schlagen.
24. Da ist die Chance für Schewtschenko! Nach einem klugen Doppelpass kommt der Altmeister am Fünfmeterraumeck zum Abschluss, trifft die Kugel aber nicht richtig und verzieht klar.
38. Da hätte es beinahe geklingelt! Erst wird Schewtscheko geblockt, bringt den Ball aber doch noch an den langen Pfosten, wo Yarmolenko zum Abschluss kommt und nur knapp vor der Linie geblockt wird.
39. Jetzt geht's richtig rund! Ibrahimovic wird am langen Pfosten bedient und köpft den Ball an den rechten Außenpfosten. Beste Chance des Spiels.
52. TOOOR für Schweden! Larssons Flanke wird direkt zu Källström abgewehrt, der den Ball sofort vors Tor bringt. Ibrahimovic geht dem Ball entschieden entgegen und netzt aus kurzer Distanz zur Führung ein.
55. TOOOR für die Ukraine! Nur drei Minuten nach der Führung antwortet der Gastgeber. Yarmolenko flankt vom rechts an den Fünfmeterraum, wo sich Schewtschenko gegen Mellberg durchsetzt und den Ausgleich per Kopf herstellt.
62. TOOOR für die Ukraine! Yarmolenko bringt die fällige Ecke an den ersten Pfosten, wo Schewtschenko seinem Gegenspieler Ibrahimovic enteilt und zur Führung einnickt.
76. Ibrahimovic bekommt den Ball perfekt serviert und trifft ihn am Stafraum richtig satt. Das Geschoss durchbricht beinahe die Schallmauer und zwingt Keeper Pyatov zu einer Parade, die unter Volleyballern auch als "Baggern" bekannt ist.
90. Riesenchance zum Ausgleich. Elmander spielt doppelten Doppelpass mit Ibrahimovic, der den Eingewechselten gut in Szene setzt. Elmander probiert's mit Gewalt und vergibt freistehend diese gute Gelegenheit.
90.+3 Elm flankt butterweich auf den aufgerückten Mellberg, der den Ball im Fallen über den Torwart und auf das Netz hebt. Das war knapp!
Der Kracher: Schewtschenkos Torriecher
Auch mit 35 Jahren hat der ehemalige Weltklassestürmer nichts verlernt. Zwei Kopfbälle reichten der Milan-Legende, um die Ukraine in kollektiven Freudentaumel zu versetzen.
Im Abseits: Marcus Rosenberg
Der Noch-Bremer, der auf der Suche nach einem neuen Verein ist, konnte sich als einzige Spitze nicht in Szene setzen und keine Eigenwerbung betreiben.
Die Statistik: 17
Mit 18 Jahren debütierte "Sheva" in der Nationalmannschaft und spielt nun bereits im 17. Jahr für sein Team. Die Heimeuropameisterschaft ist dabei die erste Kontinentalmeisterschaft, an der er teilnimmt.

VIDEO - EURO 2012: Randale bei Kroatien-Sieg
TV-Tipp:
Die EURO 2012 Show - die EM-Expertenrunde mit Patrick Kluivert, Thomas Berthold, Fredi Bobic, Rafa Benitez und Arsène Wenger analysiert vom 7. Juni bis 2. Juli immer um 20:00 Uhr LIVE die Geschehnisse in Polen und der Ukraine.
