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    SCF: Positives Streich-Ergebnis

    Die jüngsten Entwicklungen beim SC Freiburg machen aus dem südbadischen Klub zweifellos eine der spannendsten Geschichten der Bundesliga. Trotz aller Bescheidenheit scheint sich an der Dreisam wieder etwas zu entwickeln, das eine Menge Unterhaltungspotenzial verspricht.

    Robin Dutt hatte den schweren Spagat zwischen Finke'scher Vergangenheit und ungewisser Zukunft gemeistert. Mit einem Spielstil, der der Effektivität den Vorzug vor dem Schnörkel gab, hatte Dutt das Team an Marcus Sorg übergeben.

    Unter dem Co-Trainer kam die Mannschaft aber nie richtig in Tritt, stagnierte zunächst auf mittelmäßigem Niveau und bewegte sich dann sogar schleichend rückwärts. Freiburg zog während der Saison die Notbremse und entließ erstmals in seiner Bundesliga-Geschichte einen Trainer.

    Mit Christian Streich rückte ein Trainer nach, den nicht wenige als ohnehin logische Dutt-Nachfolge erwartet hatten, da er den Klub seit Jahren kennt, als maßgeblicher Architekt der markanten Ausbildungsphilosophie. Und damit begann also ein neues spannendes und spektakuläres Kapitel der Freiburger Erfolgsstory.

    Der Nachteil ist eine Chance

    In kürzester Zeit erkannten Außenstehende das Team kaum wieder. Streich bestückte den Kader mit Absolventen der Freiburger Fußball-Schule und unterfütterte das neue Potenzial mit passgenauen Zugängen. Und auch nach dem Abgang von Star-Stürmer Papiss Demba Cissé brach der Klub nicht wie von vielen erwartet ein. Der Ausfall wurde kompensiert - für Streich ganz logisch: "Ein Weggang eröffnet immer neue Möglichkeiten", erklärt er gegenüber eurosport.yahoo.de. "Man muss dann einfach Wege finden, die Vakanz zu füllen, damit es gleich bleibt, oder vielleicht sogar noch besser wird."

    Dieses Kunststück gelang, weil ihnen nichts anderes übrig bleibt in Freiburg. "Es ist eine Chance", meint Streich über Freiburgs beschränkten finanziellen Spielraum, durch den sich der Klub auf die Eigengewächse konzentriert. "Es ist die Möglichkeit, die man in Freiburg aufgrund der wirtschaftlichen Situation nun mal hat. Wir sind gerne ein Ausbildungsverein, denn es beinhaltet viele konstruktive Prozesse."

    Streich und Freiburg, das passt wie das "Füßle" ins Freiburger "Bächle" - eine harmonische Ehe und effektiv zugleich. Die jungen Spieler wissen alle, was Streich von ihnen erwartet - sowohl auf als auch neben dem Platz. "Wir begleiten die Jungs von relativ klein an und versuchen ihnen ein Umfeld zu bieten, wo sie sich wohlfühlen und persönlich entwickeln können", meint Streich im Gespräch mit eurosport.yahoo.de.

    "Da geht es nicht immer nur um Fußball - aber wenn es um Fußball geht, dann hochintensiv. Wir sehen es einfach ganzheitlich. Bei anderen Vereinen geht es nur um das Gewinnen und Verlieren, das ist bei uns nicht so."

    Gut spielen und Geduld haben

    Und trotzdem ist der Coach erfolgshungrig, macht regelmäßig an der Seitenlinie ordentlich Meter und fährt bisweilen aus der Haut wie sein Dortmunder Pendant Jürgen Klopp. "Natürlich sind wir irgendwann auch ergebnisabhängig, aber wenn man eine Zeitlang gut spielt, wird man auch entsprechende Ergebnisse holen. Die Wahrscheinlichkeit steigt dann." So einfach ist das eben.

    Um bei dieser Wahrscheinlichkeit etwas nachzuhelfen, hat man die aus dem Cissé-Transfer prall gefüllte Kriegskasse allerdings nicht angerührt. Das Geld soll die aufwändige Infrastruktur der Fußballschule absichern. Steine statt Beine, herzlich willkommen in Freiburg!

    Die Verstärkungen beschränken sich auf Mittelfeldmann Ezequiel Calvente, der als Leihgabe mit Kaufoption von Betis Sevilla seinen Weg an die Dreisam fand. Vegar Hedenstad von Stabaek IF gilt als Option in der Defensive. Marco Terrazzino vom KSC kam als variabler Offensivspieler, Max Kruse vom FC St. Pauli als Ideengeber in der Kreativzentrale. Transfers mit Sinn und Verstand und ohne finanzielles Wagnis.

    Schwachstelle in der Spitze?

    Allein im Sturm könnte man beim SCF eine Schwachstelle erkennen, falls Garra Dembelé nicht in die Gänge kommt und sich Sebastian Freis oder Erik Jendrisek nicht doch plötzlich wie die Kais aus der Kiste als Knipser entpuppen.

    Dennoch: Der SC Freiburg geht zwar einmal mehr mit dem Saisonziel des Nichtabstiegs ins Rennen. Knüpft das Team um Christian Streich aber an die Leistungen der vergangenen Spielzeit an und steigert sich punktuell, dann dürfte dieses Ziel schnell in greifbare Nähe rücken.

    Ein einstelliger Sport-Club im Sommer 2013? - Alles andere als abwegig.

    Die Wunschelf des SC Freiburg:

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