Drei Wettbewerbe, acht Einsätze, 480 Minuten - das ist die magere Bilanz von Nuri Sahin in seinem ersten Jahr bei Real Madrid.
Viel zu wenig für den Deutsch-Türken, der mit so viel Hoffnung und Selbstvertrauen von Borussia Dortmund nach Spanien gewechselt war.
Jetzt steht er kurz vor einem Wechsel nach England. Die Zeichen verdichten sich, dass Arsenal London ihn für ein Jahr ausleiht. Bei Real hat er noch einen Vertrag bis 2017. Noch ist der Transfer nicht bestätigt, doch Madrids Coach Jose Mourinhos Worte lassen keinen Zweifel daran, dass das in Kürze der Fall sein wird.
"Ich will 20 Spieler plus Torhüter und eine offene Tür für Nachwuchsspieler. Also muss jemand gehen. Wir versuchen ehrlich zu sein und es den Spielern auch so mitzuteilen. Es gibt Schwarz und Weiß - Nuri befindet sich in einer Grauzone. Wenn es woanders eine interessante Möglichkeit gibt, dass er regelmäßig spielt, sollte er Real verlassen. Wir haben gesehen, dass er in der vergangenen Saison kaum Einsatzminuten hatte", sagte der Portugiese am Freitag.
Arsenal wäre auch eine Chance für Sahin, um seine ins Stocken geratene Karriere wieder zu revitalisieren. Die Gunners formieren sich neu und wollen die Spitze der Premier League angreifen. Lukas Podolski und Olivier Giroud wurden bereits verpflichtet, Sahin wäre als genialer Passgeber eine ideale Ergänzung.
Üppig besetztes Mittelfeld
Bei Real - so bitter es für Sahin auch ist - wird er nicht groß vermisst werden. Mit Sami Khedira, Xabi Alonso, Lassana Diarra und Mesut Özil ist das Mittelfeld-Zentrum stark besetzt. Zudem soll bekanntlich auch Luka Modric von den Tottenham Hotspur kommen.
Und außerdem gibt es noch den Brasilianer Kaka. Noch, wohlgemerkt. Mourinho hat ihm ebenfalls mitgeteilt, dass er sich einen neuen Klub suchen kann. Der AC Mailand war an einer Rückholaktion interessiert, bot aber "nur" 13 Millionen Euro Ablöse für den 30-Jährigen mit einem bis 2015 laufenden Vertrag. Inter bot ein Tauschgeschäft mit Rechtsverteidiger Maicon an - darüber wurden sich die Vereine aber nicht einig.
Knackpunkt wird Kakas Gehalt sein. Er verdient rund acht Millionen Euro (netto!) und will keine Einbußen in Kauf nehmen. Es drohen noch zähe Verhandlungen. Es ist nicht anzunehmen, dass in dieser Personalie schnell Vollzug gemeldet wird. Zunächst reist Kaka mit Real Madrid in die Vereinigten Staaten.
In den USA stehen in Las Vegas und New York drei Tests gegen Beckham-Klub L.A. Galaxy (2. August), Italiens Meister Juventus Turin (5. August) und den AC Mailand (8. August)an.
"Kakas Zukunft völlig offen"
"Kakas Zukunft ist völlig offen. Der Transfermarkt ist bis zum 31. August geöffnet. Wenn er bleibt, wäre das kein Problem für mich und würde mir gefallen, weil wir neben dem Platz ein gutes Verhältnis zueinander haben. Er muss aber wissen, was das Beste für seine Zukunft ist. Er könnte bleiben, aber er könnte auch gehen", lässt Mourinho weiter Raum für Spekulationen offen.
Dass diese ihn langsam nerven, fügte der Exzentriker unmissverständlich an. "Dadurch, dass das Transferfenster so lange geöffnet ist, ergeben sich zu viele Fragen. Nicht intern. Aber bei Journalisten und den Leuten", zeigte er sich genervt. Er möchte lieber in Ruhe arbeiten.
Ab Samstag kann er das dann auch wieder mit Özil, Khedira und Cristiano Ronaldo tun. Ihr Urlaub nach der EURO endet - und sie steigen wieder voll ins Training ein. Sahin wird dann vermutlich schon nicht mehr da sein.
TV-Tipp:
Die Bundesliga im Fernen Osten: Der FC Bayern München im Testspiel gegen den VfL Wolfsburg. Am 26. Juli um 14 Uhr aus dem Tianhe Stadium im chinesischen Guangzhou. LIVE auf Eurosport 2 und im Eurosport Player.
