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    Sagan marschiert allen davon

    Peter Sagan hat bei der 3. Etappe der Tour de France mit beeindruckender Überlegenheit seinen zweiten Tagessieg gefeiert. Der Slowake setzte sich am Ende des 197 Kilometer langen Teilstücks in Boulogne-sur-Mer im Bergaufsprint vor Edvald Boasson Hagen (Sky) und Peter Velits (Omega Pharma) durch.

    Das Gelbe Trikot verteidigte Fabian Cancellara vom Team RadioShack-Nissan. Der Schweizer belegte am Ende des 700 Meter langen Schlussanstiegs den vierten Rang.

    Wie schon nach seinem Sieg auf der 1. Etappe sorgte Sagan erneut mit einem extravaganten Jubel für Aufsehen. Diesmal wollte er damit an Film-Ikone Forrest Gump erinnern. "Wenn man ihm sagte 'Lauf!', dann ist er gelaufen. Und wenn die Jungs mir sagen, ich soll gewinnen, dann gewinne ich", so der kaum angestrengt wirkende Slowake.

    Ganz so einfach sei es aber doch nicht gewesen. "Es war ein langer, schwieriger Tag", versicherte Sagan im Tagesziel und dachte dann an die engagierte Mitarbeit seiner Teamkollegen: "Ich bedanke mich bei meiner Mannschaft, die mir den Sieg erst ermöglicht hat."

    Denn auch wenn Sagan am Ende überlegen zum Sieg sprintete, erlebte der 22-Jährige im Verlauf des Tages eine Schrecksekunde. "Es gab wegen eines Motorrads einen Sturz", beklagte der Liquigas-Profi, der zwischenzeitlich den Kontakt zum Hauptfeld verloren hatte. "Es gefällt mir nicht, wie die da reinfahren." Bereits am Vortag hatte das Fahrzeug eines Rennkommissärs den Slowenen Borut Bozic zu Fall gebracht.

    Zeitverlust für Voeckler und Vandevelde

    Doch Sagan war auch am vierten Rundfahrttag keineswegs der einzige, der auf der hektischen Achterbahnfahrt an den Ärmel-Kanal durch Stürze oder Defekte aufgehalten wurde. Sein wohl schärfster Konkurrent um den Tagessieg, Philippe Gilbert vom Team BMC, verlor im Etappenfinale ebenfalls den Anschluss und konnte ihn bis zum Ziel nicht mehr herstellen.

    Zeit verloren auf diese Weise unter anderem auch der Vorjahresvierte Thomas Voeckler (Europcar / 7:27 Minuten), Garmin-Hoffnungsträger Christian Vandevelde (2:08), der gleich drei Plattfüße hinnehmen musste, und dessen Teamkollege Tom Danielson (9:11).

    Klöden vorne dabei

    Einen Angriff auf die Gesamtführung startete sechs Kilometer vor dem Ziel der Franzose Sylvain Chavanel. Der Teamkollege von Tony Martin lag vor der Etappe nur sieben Sekunden hinter Cancellara zurück. Chavanel, der das Etappenfinale von seinem Sieg bei den französischen Straßenmeisterschaften im Vorjahr kannte, rauschte mit viel Risiko die letzte Abfahrt hinunter, wurde auf den letzten 1.000 Metern durch die heranspurtenden Favoriten aber erst ein- und schließlich überholt.

    "Ich wollte unbedingt angreifen, aber es war schade, dass niemand mitgekommen ist", bedauerte der Franzose seine Situation allein im Wind.

    Als bester Deutscher erreichte Andreas Klöden (RadioShack-Nissan) den Zielstrich im Geburtsort von Fußball-Star Franck Ribery auf Rang 13. Er rückte in der Gesamtwertung nun auf Rang zehn - weiterhin nur 19 Sekunden hinter Teamkollege Cancellara.

    Morkov schon wieder als Ausreißer

    Geschwindigkeit und Hektik prägten den vierten Rundfahrt-Tag von Beginn an. Ganz anders als am Vortag bildete sich schon nach fünf der 197 Kilometer eine fünfköpfige Spitzengruppe, die sich schnell einen Maximalvorsprung von 5:40 Minuten erkämpfte. Bereits zum dritten Mal dabei: Michael Morkov vom Team Saxo Bank-Tinkoff.

    Der dänische Träger des Gepunkteten Trikots hatte es auf weitere Zähler für die Bergwertung abgesehen und stockte sein Konto im Verlauf des Tages auf deren neun auf. Die letzten zwei Bergpreise des Tages konnte er zwar nicht gewinnen, weil das Feld unter dem Tempodiktat von Sagans Liquigas-Mannschaft und Cancellaras RadioShack-Helfern die Lücke vorzeitig schloss. Das Bergtrikot wird Morkov aber auch auf der 4. Etappe wieder tragen. Nach dem Dänen wurde auch Andriy Grivko (Astana) sieben Kilometer vor dem Ziel als letzter der ursprünglichen Ausreißer gestellt.

    Erste Aufgaben, Martin und Kittel beißen sich durch

    Probleme hatte erneut Argos-Shimano-Sprinter Marcel Kittel, der weiterhin mit einem Magen-Darm-Infekt zu kämpfen hat und als Vorletzter mit 16:29 Minuten Rückstand ins Ziel kam. "Ich habe die 250 Meter vom Mannschaftsbus zur Toilette in meinem Hotelzimmer wahrscheinlich schneller als Usain Bolt zurückgelegt", twitterte der dennoch zu Scherzen aufgelegte Kittel nach dem Rennen. "Ist Diarrhö der Schlüssel zu seinen Weltrekorden?"

    Ebenfalls nicht in der ersten Gruppe erreichte Martin das Ziel. Er musste wegen seines Kahnbeinbruchs in der linken Hand vorsichtig durch das kurvenreiche Hochgeschwindigkeitsfinale steuern und verlor 10:37 Minuten.

    Auf Grund der zahlreichen Stürze gaben mit José Rojas (Movistar), dem Zweiten der Punktewertung aus dem Vorjahr, und Sky-Profi Konstantin Sivtsov die ersten beiden Fahrer das Rennen auf.

    VIDEO: Das Finale der 3. Etappe

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