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    Robben: Der Anfang vom Ende?

    Der Stachel sitzt tief im Herzen der Bayern-Fans. Er sitzt tiefer als 1999, tiefer als je zuvor in der Historie des erfolgreichsten Klubs der deutschen Fußballgeschichte.

    Ein Kommentar von Thomas Janz

    Die Pfiffe gegen Arjen Robben im freundschaftlichen Kick gegen die Niederlande spiegeln sowohl den Gemütszustand einiger Anhänger als auch den Unmut gegenüber dem einstigen Publikumsliebling wider.

    Der verschossene Elfmeter im entscheidenden Duell um die deutsche Meisterschaft in Dortmund, der erneute Fehlschuss in der Verlängerung des historischen Finales "Dahoam". Vom Elfmeterpunkt haben zuvor schon andere große Fußballer nicht getroffen. Präsident Uli Hoeneß weiß ein Lied davon zu singen. Doch das ist nicht der alleinige Grund, warum sich rund die Hälfte der 33.000 Fans am Dienstagabend in der Allianz Arena dazu verleiten ließ, mit dem Ehrenkodex zu brechen und einen Spieler aus den eigenen Reihen gnadenlos auszupfeifen.

    Der Unmut rührt vielmehr daher, weil sich Robben im Champions-League-Endspiel bis zum vorentscheidenden Foul-Elfmeter in der 95. Minute nahezu jeden ruhenden Ball geschnappt, von insgesamt 20 Ecken eine nach der anderen auf die Köpfe der Abwehrrecken des FC Chelsea am Fünfmeterraum getreten und das Gros der Freistöße ins Niemandsland geballert hatte.

    Viele Köche, immer das gleiche Menü

    Nicht nur in Expertenkreisen scheiden sich die Geister. Während die einen davon sprechen, Robben würde Verantwortung übernehmen, empfinden andere sein Vorpreschen bei Standardsituationen in einem Kollektiv von technisch beschlagenen Fußballern wie Toni Kroos, Philipp Lahm, Franck Ribéry, und Bastian Schweinsteiger und auch den im Finale gesperrten Holger Badstuber als aufdringlich und unangemessen.

    In den Augen jener, die nun gegen Robben skandieren, fehlt es dem Holländer an Selbstreflexion. Auch wenn er von Trainer Jupp Heynckes aufgrund seiner Zuteilung für bestimmte Standards quasi einen Freibrief in der Tasche hat, ist es dennoch fraglich, ob man nach den ersten verunglückten Ecken auch noch zur sechsten, siebten und achten antreten muss.

    Auch in puncto Elfmeter hätte Robben nach dem Fauxpas in Dortmund und dem glücklich verwandelten Halbfinal-Strafstoß gegen Real Madrid zumindest beim Champions-League-Endspiel am Samstag einem sicheren Schützen wie Mario Gomez in der Nachspielzeit den Vortritt lassen können - nein, den Vortritt lassen müssen. So zumindest lautete größtenteils der Tenor im Lager der maßlos enttäuschten Anhänger in München nach der bittersten Enttäuschung in der Vereinsgeschichte.

    Robben ist kein Rätsel mehr

    Unvergessen sind Robbens Glanzauftritte in der Saison 2009/2010. Damals hatte er maßgeblichen Anteil am Double. In der Champions League steuerte der 28-Jährige auf dem Weg ins Finale von Madrid entscheidende Treffer bei. Doch die großen Zeiten des verletzungsanfälligen Holländers sind vorüber. Längst hat sich die Konkurrenz in Europa auf sein weitestgehend unflexibles Angriffsspiel im rechten offensiven Mittelfeld eingestellt.

    Vor wenigen Tagen hat Robben seinen Vertrag beim FC Bayern bis zum 30. Juni 2015 verlängert. Doch das "Drama Dahoam" hat bei den Anhängern tiefe Wunden hinterlassen, die so schnell nicht heilen werden. Leiten nun ausgerechnet die Pfiffe im "Arjen-Robben-Reparationsspiel" den Anfang vom Ende der Ära Robben ein?

    Der Fußball ist eben selten gerecht. Er ersetzt das gern mit Tragik.

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