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    "Riesery" rettet Bayerns wilde Woche

    Der Doppelpack von Franck Ribéry gegen 1899 Hoffenheim war eine Erlösung für den ganzen Verein nach der Schelte von Matthias Sammer, dem darauf folgenden Zoff mit Trainer Jupp Heynckes und der Niederlage gegen Borissow. So fällt das Fazit positiv aus.

    Philipp Lahm schnaufte kräftig durch hinter einer Säule vor dem Ausgang der Mixed Zone in der Allianz Arena.

    Fast hätte er es nach dem souveränen 2:0 gegen 1899 Hoffenheim geschafft, wortlos an den Journalisten vorbei zu huschen, da sich just in dem Moment, als er aus der Kabine kam, eine riesige Reporter-Traube um Präsident Uli Hoeneß bildete.

    Doch dann erteilte der Kapitän des FC Bayern doch noch bereitwillig Auskunft und gab seufzend zu: "Man merkt, dass wir momentan alle drei Tage spielen..."

    Der siebte Liga-Sieg in Folge, mit dem der Tabellenführer einen neuen Startrekord aufgestellt hat, war kein Glanzstück, eher solide Hand-, pardon, Fußarbeit. Die Münchner wirkten müde, wenig spritzig, nicht zwingend genug. Für sie war das Spiel am Samstag das siebte innerhalb von drei Wochen.

    Vor allem die vergangenen sieben Tage waren wild an der Säbener Straße. "Lätschern"-Attacke von Sportvorstand Matthias Sammer nach dem Sieg in Bremen, das Zurücktreten von Trainer Jupp Heynckes ("Das ist populistisch") und die Pleite gegen Außenseiter BATE Borissow - ein Punktverlust gegen die schwachen Hoffenheimer wäre für die Stimmung nicht förderlich gewesen.

    "Wir haben gut reagiert"

    Franck Ribéry ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass die Lederhose beim Wiesn-Besuch der Mannschaft am Sonntag locker sitzt und das Maßbier allen schmeckt. Seine zwei Tore (19./47.) machten den Unterschied aus gegen bissige Hoffenheimer, die sich stringent auf Defensivarbeit beschränkten.

    "Es war nach der Niederlage im letzten Spiel wichtig zu gewinnen. So eine Niederlage kann passieren, aber wir haben gut reagiert. Schön, dass wir auch zu Null gespielt haben. Wir müssen so weitermachen", forderte der Franzose. Am Montag begibt er sich - wie der Großteil des Teams - zur Nationalmannschaft.

    Auch Heynckes war zufrieden mit der Leistung seines Teams. "Wir haben intelligent und clever gespielt und defensiv nichts anbrennen lassen. Wir haben dominiert und Hoffenheim keine Torchance ermöglicht", bilanzierte er. Sammer sparte sich dieses Mal einen Kommentar. Lächelnd winkte er beim Gang durch die Mixed Zone ab.

    Die Unstimmigkeiten mit dem Trainer, die im Büro des Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge am Mittwoch erörtert wurden, sollen nun endgültig ad acta gelegt werden. "Wir hatten ein sehr gutes Gespräch, ein sehr offenes, ein sehr ehrliches Gespräch. Ich habe den Eindruck, dass das Thema damit erledigt ist."

    Gleichzeitig schloss er nicht aus, dass sich Sammer auch künftig öffentlich zu Wort melden wird, wenn ihm etwas missfällt. "Die sportliche Führung besteht aus dem Sportdirektor und dem Trainer. Und es ist wichtig, dass sie harmonisch, vertrauensvoll und ehrlich miteinander umgehen. Ich denke, dass das nach dem Gespräch der Fall sein wird."

    Schweinsteiger und Martinez harmonieren

    Dominiert der FC Bayern auch weiterhin so derart die Liga, ist ohnehin alles gut beim deutschen Rekordmeister. Die Abwehr steht sicher, die Breite des Kaders gibt Sicherheit und das "Kraft-Zentrum" mit Bastian Schweinsteiger und Javier Martinez harmoniert immer besser.

    "Sieben Spiele am Stück zu gewinnen, ist schon eine Leistung. Wir bewerten das nicht über, aber man darf das auch nicht abtun. Unser Ziel war es, gut in die Saison zu starten. Das ist uns sehr gut gelungen, damit können wir aktuell zufrieden sein", bestätigte Toni Kroos.

    Müller trägt Sonnenbrille

    Lediglich der momentan formstarke Thomas Müller war nicht gut aufgelegt. Eine klaffende Risswunde am linken Auge, die er sich in einem Kopfballduell zugezogen hatte, bremste ihn aus. Eine kesse Lippe riskierte er trotzdem, als er sich mit den Worten "Da brauche ich auf der Wiesn jetzt wohl eine Sonnenbrille..." verabschiedete. Er wird es verschmerzen.

    Nach dem Ende der wilden Woche mit der Rettung durch die individuelle Klasse von "Riesery" sprach Rummenigge das Wochenfazit mit besonders viel Genugtuung in der Stimme: "In der Champions League müssen wir die Niederlage gegen Borissow wieder gutmachen, aber ansonsten sind die Dinge alle in Ordnung. Alles wunderbar."

    Selbst die Statistik, dass bislang immer, wenn eine Mannschaft zum Start sieben Siege einfuhr, Borussia Dortmund Meister wurde, juckt ihn keineswegs. "Wir feiern ja nicht. Wir haben Geduld", sagte er und atmete durch.

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