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    Ricken: "Bayern ist nicht die Nummer eins"

    Im Interview der Woche spricht Lars Ricken mit eurosport.yahoo.de über den BVB, die Bayern sowie die beiden "jungen Wilden" Marco Reus und Mario Götze. Zudem erklärt er, ob Meistertrainer Jürgen Klopp wirklich das Zeug zum Bundestrainer hat.

    Herr Ricken, wie sieht Ihr neuer Job beim BVB aus?

    Lars Ricken: Ich bin in Dortmund als Nachwuchskoordinator tätig. Ich kümmere mich um ähnliche Aufgaben wie Michael Zorc bei den Profis. Ich bin für die Nachwuchsteams sowie die zweite Mannschaft zuständig und diese Aufgabe macht mir eine Menge Spaß.

    Sie haben Ihre komplette Karriere in Dortmund verbracht. Sind bereits neue Talente in Sicht?

    Ricken: Der Verein hat in den letzten Jahren immer wieder viele Talente hervorgebracht. Wenn man dann irgendwann Spieler hat wie Mario Götze oder Nuri Sahin, die im Profibereich auflaufen, dann ist das natürlich ein Geschenk. Es ist aber auch ein Geschenk, wenn man einen Trainer hat wie Jürgen Klopp.

    Was macht Ihn als Typen aus?

    Ricken: Er hat einfach Bock auf junge Spieler zu setzen - und nicht auf gestandene Bundesliga-Spieler, die ihm vielleicht drei Punkte mehr garantieren. Wenn ein junger Spieler die Qualität hat, dann hat Klopp auch den Mut, auf ihn zu setzen. Wenn wir zum Beispiel ein Gespräch mit den Eltern eines 15 Jahre alten Spielers haben, dann sitzt er schon mal mit am Tisch. Dann erklärt er, was Borussia Dortmund ausmacht und warum der Verein so geil ist.

    Hat Klopp das Zeug zum Bundestrainer?

    Ricken: Da wird viel aus dem Zusammenhang gerissen. Er sagt ja eigentlich immer das Gleiche. Wenn er irgendwann mal ohne Job da steht und es ruft gerade einer danach, ob er vielleicht Bundestrainer werden will, dann würde er wahrscheinlich ja sagen. Aber er hat bei Borussia Dortmund einen Vertrag bis 2016. Deshalb glaube ich, dass sich diese Frage bis zu diesem Zeitpunkt nicht stellt. Bis dahin ist auch noch ein bisschen hin.

    Der BVB ist führend in der Jugendarbeit. Wie konnte es passieren, dass Marco Reus durchs Netz rutscht?

    Ricken: Er war damals extrem klein und schmächtig im Jugendbereich. Wir haben ihn damals nicht weggeschickt. Marco ist von selber gegangen, weil er nicht die Spieleinsätze bekommen hatte. Aber er ist ja nicht nur bei uns, sondern in ganz Deutschland durchgerutscht. Reus ist nicht zu Bayern München oder Mönchengladbach, sondern zu Rot Weiss Ahlen gegangen. Zudem hat er damals in keiner Nationalmannschaft gespielt. Das sind einfach die klassischen Spätstarter.

    So etwas passiert eben...

    Ricken: Ja gut, aber wir haben es wieder korrigiert. Es kostet zwar 17 Millionen Euro, doch wenn man ihn so sieht, scheint dieses Geld gut angelegt zu sein (lacht...).

    Passt das Zusammenspiel mit Götze bereits perfekt?

    Ricken: Beide sind extrem spielintelligent und das Hoffnungsvollste, was wir im deutschen Fußball haben. Wenn die beiden auf dem Platz stehen, ist das schon eine richtig geile Nummer - auch wenn noch nicht alles 100 Prozent passt. Sowohl Götze als auch Reus sind nicht nur Individualisten, sondern auch Mannschaftsspieler, die auch im defensiven Bereich viel für das Team tun. Das müssen sie auch machen, sonst würden beide im System Klopp wenig funktionieren.

    In der Champions League ist der Auftakt geglückt. Hat der BVB eine realistische Chance in der Hammergruppe mit Real Madrid, Manchester City und Ajax Amsterdam?

    Ricken: Wenn Dortmund gegen Ajax nicht gewonnen hätte, wäre es schwierig geworden. Nun ist Manchester unter Zugzwang, denn sie haben ihr erstes Spiel verloren. Mit ein bisschen Glück ist die Gruppe durchaus zu schaffen. Zu Beginn war der Sieg gegen Amsterdam das Wichtigste.

    Bayern München hat sich in der Bundesliga extrem verstärkt. Ist der Rekordmeister in dieser Saison überhaupt zu knacken?

    Ricken: Stand jetzt ist Bayern nicht die Nummer eins im deutschen Fußball, denn die beiden Titel von Dortmund stehen immer noch. Aber die Münchner haben natürlich die große Möglichkeit, das in dieser Saison wieder ein Stück weit gerade zu biegen. Und wenn alles normal läuft, wird es schwer die Bayern davon abzuhalten Deutscher Meister zu werden. Aber wenn sie eine Schwächeperiode bekommen und nicht Deutscher Meister werden wollen, dann sind die Dortmunder wieder da.

    TV-Tipp:

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