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    Rhodes: Nach Christian kommt CM Punk!

    Cody Rhodes ist einer der Topstars der WWE. Der Sohn des "American Dream" Dusty Rhodes entstammt einer echten Sports- Entertainment- Dynastie und ist nicht nur einer der athletischsten WWE Superstars, sondern auch noch ausgebildeter Schauspieler.

    Im Interview mit Eurosport-Kommentator Sebastian Hackl erzählt er von seiner Familie, seiner Begeisterung für Comics und seinen beruflichen Zielen.

    Du bist mit Amateurringen groß geworden. Inwiefern ist das hilfreich für einen WWE Superstar?

    Cody Rhodes: Das hat mich auf jeden Fall sehr diszipliniert gemacht. Es gibt keinen bodenständigeren Sport als Ringen. Du gegen einen anderen Kerl. So einfach ist das. Wenn du verlierst, hast du dich nicht hart genug vorbereitet. Vielleicht hast du falsch gegessen oder du warst nicht 100% fit- aber das ist egal. Am Ende werden die Hände geschüttelt und dann hat der bessere Athlet gewonnen. Ein fantastischer und sehr ehrlicher Sport.

    Du warst für die WWE auf der größten Jugendmesse Europas als Botschafter unterwegs. Bist du gerne ein Vorbild für Kinder und Jugendliche?

    Rhodes: Für mich war das totales Neuland. Die Begeisterung in Europa und hier in Deutschland ist fantastisch. Sogar Leute, die nicht die WWE-Sendungen verfolgen, wollten Interviews und suchten den Kontakt. Eine sehr schöne Erfahrung für mich.

    Freust du dich schon auf den November? Die WWE kommt nach Leipzig und Hamburg...

    Rhodes: Ich freue mich natürlich darauf. Europa ist immer eine Reise wert. Deutschland ist ein tolles Land und die Schweiz mag ich auch sehr. Es ist eine witzige Sache, wenn man seinen Freunden und Verwandten von den ganzen Ländern erzählen kann, die man als WWE-Superstar bereist.

    A propos WWE-Superstar... Du hast deinen Intercontinental- Titel erst kürzlich an Christian verloren, nachdem du dich zuvor noch gegen den 500 Pfund schweren Big Show durchsetzen konntest. Bist du schon heiß auf die Duelle gegen Christian, der mit rund 200 Pfund sehr beweglich ist?

    Rhodes: Oh, absolut. Das werden mit Sicherheit gute Matches. Natürlich ist Erfolg sehr wichtig, aber es gibt nichts besseres, als eine außergewöhnliche Show zu bieten. Ich nehme manchmal gerne den einfacheren Weg, aber Christian ist am Höhepunkt seiner Karriere. Booker T ist beispielsweise in den letzten Zügen seiner Karriere und ich musste mich wirklich anstrengen, um mit dem Ergebnis unserer Matches zufrieden zu sein. Gegen Christian wird das kein Problem sein.

    Wann holst du dir den WWE-Champion-Titelgürtel?

    Rhodes: Ich werde bald ein dreimaliger Intercontinental-Champion sein und dann muss ich einfach CM Punk um den Titel herausfordern. Das ist meine Bestimmung und ich werde Champion werden.

    Bleiben wir bei Christian. Er hat schon schwere Verletzungen wie einen gerissenen Brustmuskel oder einen gebrochenen Knöchel hinter sich. Hast du Angst vor solchen Dingen?

    Rhodes: Verletzungen sind immer ein Thema in diesem Geschäft. Ich nehme mir ein Beispiel an Randy Orton, den ich als meinen Mentor ansehe. Er geht nie raus, ohne sich zu dehnen. Randy ist stets beim Physiotherapeuten und hört sehr auf seinen Körper. Ich versuche ähnlich vernünftig zu sein und will keinen Raubbau an meinem Körper betreiben.

    Du bist tatsächlich in toller Form. Was machst du außer dem Training im Fitnessstudio, um dich auf die Strapazen im WWE-Ring vorzubereiten?

    Rhodes: Natürlich stemme ich eine Menge Gewichte, das hast du ja selbst gesehen. Aber ich mache viele Dinge, von denen keiner weiß. Ich führe z.B. jeden Abend Übungen wie Crunches für meine Körpermitte auf dem Hotelzimmer durch. Auch Yoga gehört zu meinem Training. Das ist mein Geheimnis für Verletzungsprävention. Es löst Verspannungen und hält mich locker.

    The Rock hat die WWE als Sprungbrett nach Hollywood genutzt und ist nun gleichermaßen Actionheld und WWE-Legende. Ist das auch dein Ziel?

    Rhodes: Die Schauspielerei ist natürlich ein herausragender Job. Ich war auf einer Schauspielschule in LA und hatte auch schon kleine TV-Rollen. Die Art, wie man am Set behandelt wird, hat mir immer sehr gefallen. Ich hätte nichts gegen eine Karriere im Fernsehen, aber mein Vorbild ist Shawn Michaels. Er hat immer versucht, ein besserer Wrestler zu werden und der Ring ist auch mein Zuhause. Allerdings wurde im Backstagebereich zuletzt über die Besetzung der Hauptrolle für den dritten Teil von "The Marine" gesprochen (ein Filmprojekt der WWE, Anm. d. Red.). Aber mir wurde klargemacht, dass die Rolle nichts für mich sei, da mein Lispeln offensichtlich gegen mich spricht. Darauf hab ich diesen Typen erklärt, dass Humphrey Bogart auch lispelte und trotzdem erfolgreich war. Für mich war damit die Diskussion beendet. Wir werden sehen...

    Comicbücher sind ein weiteres Steckenpferd von dir. Du magst die X-Men, besonders Cyclops. Ich behaupte jetzt mal ganz frech, dass Cyclops keine Chance gegen Wolverine oder Colossus hat!

    Rhodes: Was du alles über mich weißt…Das nenne ich mal gut recherchiert! Aber zu deiner Frage: Auf keinen Fall! In den letzten "X- Men"- Büchern hat sich Cyclops zu einem mystischen Charakter entwickelt und ist fast zum Bösewicht geworden. Wolverine ist langweilig- den mag doch jeder, außerdem kommt er aus Kanada! Colossus ist zwar gut, aber auch er hat keine Chance gegen Cyclops...

    Als WWE Superstar ist man sehr gefragt. Ist es für schwierig, Freundschaften zu schließen oder zu unterscheiden, wem man vertrauen kann und wer nur ein Schulterklopfer ist?

    Rhodes: Ich habe immer noch die gleichen Freunde, die ich auch schon vor der WWE-Karriere kannte. Allerdings ist es schön, auf der ganzen Welt Menschen kennen zu lernen. Man muss einfach offen sein und sich die Leute genau ansehen, dann ist das eigentlich kein Problem. Dich hab ich doch auch mit ins Fitnessstudio geschleift, obwohl ich dich kaum kannte (grinst).

    Mir tut jetzt noch alles weh… Bist du eigentlich ein Familienmensch?

    Rhodes: Schwieriges Thema. Ich wünschte, dass meine Familie immer zusammen wäre. Mein Dad, meine Mutter, mein Bruder Dustin und seine Frau... leider bin ich viel unterwegs, aber ich hoffe sehr, dass wir alle irgendwann glücklich in einer gemeinsamen Umgebung wohnen können. Ich würde sehr gerne mehr Zeit mit meiner Familie verbringen.

    Du hast übrigens unsere Wette gewonnen. Die Heat haben die Boston Celtics tatsächlich geschlagen.

    Rhodes: Das war doch klar. Die jungen Wilden haben die alten Säcke nach Hause geschickt! Ich mochte die Celtics noch nie, weil mein Dad immer ein großer Fan von Larry Bird war. Bekanntlich muss man ja als heranwachsender Sohn immer eine andere Meinung haben als der Vater. Deswegen war ich auf der Seite von LeBron James und seiner Mannschaft. Ich hab dich trotzdem lieb, Dad!

    Dann bis zur nächsten Tour in Deutschland! Gehen wir wieder zusammen ins Studio?

    Rhodes: Von mir aus gerne. Wenn du den Muskelkater bis dahin wieder los bist…

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