Mit seinem Treffer zum 4:2-Sieg gegen Griechenland unterstrich Reus, dass Joachim Löw wieder einmal ein glückliches Händchen hatte.
Alle drei Vorrundenspiele verbrachte der 23-Jährige auf der Bank, um gegen Griechenland gleich von Beginn an zum Einsatz zu kommen.
"Wir sind ein starkes Team"
"Ich spiele das erste Mal bei einer Europameisterschaft und war enttäuscht, dass ich in den ersten drei Spielen nicht ran durfte. Aber man darf den Glauben nicht verlieren, muss sich im Training anbieten und verbessern. Das Tor war ein unbeschreibliches Gefühl", freute sich Reus.
Der gebürtige Dortmunder, der sein Nationalmannschafts-Debüt auf Grund von Verletzungen immer wieder verschieben musste, zählt zu den größten Nachwuchshoffnungen des Deutschen Fußball-Bundes. Erst im Oktober 2011 kam er zu seinen ersten Einsatz beim Spiel in der Türkei.
Bisher hat es Reus auf sieben Ländespiele und zwei Tore gebracht. "Ich wusste schon vor dem Team-Meeting Bescheid, dass ich von Anfang an spielen würde. Die anderen Jungs haben uns natürlich Glück gewünscht. Wir sind ein starkes Team, so gehört sich das", meinte Reus.
Titel geht nur über Deutschland
Nach dem Sieg geht der Blick bereits Richtung Halbfinale, das Selbstvertrauen ist gestiegen. "Der nächste Gegner ist eigentlich egal. Wenn es England wird, kann ich nur sagen, dass wir besser sind. Die Engländer haben sich sehr gesteigert und mit Rooney einen wichtigen Spieler dazu bekommen."
"Aber der Titel wird nur über uns gehen", stellte der Mittelfeldmann klar, der das deutsche Erfolgsrezept neben der hohen Spielkultur vor allem am Teamgeist festmacht. "Wir haben viel Spaß zusammen, wir sind ja alle fast ein Alter. Das passt einfach."
Nach seinem Treffer eilten die Mitspieler zu Reus, um ihn zu beglückwünschen. Und Innenverteidiger Holger Badstuber verteilte sogar Extra-Bonbons: "Er ist ein super Kicker und ein super Typ. Es freut mich sehr für ihn, dass er sich noch mit einem Tor belohnt hat.“
Hoffnung auf Einsatz im Halbfinale
Im Kampf um einen Stammplatz hat Reus kräftig gepunktet. Der Druck auf Thomas Müller ist gewachsen, der in den Vorrundenspielen nicht an die Spielfreude und die Spritzigkeit von Reus heranreichen konnte. Darüber macht sich der Nachwuchsstar aber keine Gedanken.
Für den Ausnahmekönner zählen nur die Mannschaft und der Titel. Wer Reus kennt, der weiß, dass er nach Höhenflügen nicht abhebt und auf dem Boden bleibt. Seine professionelle Einstellung und seine Entschlossenheit könnten dem DFB-Team auch im Halbfinale helfen.
"Wir haben uns im Turnier weiter gesteigert und haben hoffentlich noch zwei Spiele vor der Brust", erklärte Reus, der beim Halbfinale in Warschau insgeheim auf seinen nächsten Einsatz gegen England oder Italien hofft. "Es wird sehr schwer, aber es ist alles möglich."

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