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    "Respekt verloren": Bolt attackiert Carl Lewis

    Usain Bolt ist ein Show-Man, der wohl begnadetste Sprinter aller Zeiten und ein Spaßvogel. Doch beim Thema Carl Lewis wird der Doppel-Olympiasieger von London ernst. "Ich habe vor Carl Lewis jeden Respekt verloren. Was er über die Athleten sagt, ist einfach nur traurig", so der Jamaikaner.

    Es war eine ziemlich lustige Veranstaltung, die Pressekonferenz nach dem 200-Meter-Finale. Bolt alberte, flankiert von seinen medaillengekrönten Landsmännern Yohan Blake und Warren Weir, auf dem Podium herum.

    "Lewis will Aufmerksamkeit"

    Das änderte sich schlagartig, als ein Journalist dem 25-Jährigen eine Frage zu Jesse Owens und Carl Lewis stellte. "Owens ist für mich ein großartiger Sportler. Jesse hat so viele fantastische Dinge getan, auch für sein Land", so Bolt. Lewis hingegen sei "um Aufmerksamkeit bemüht", weil keiner mehr über ihn spreche, schimpfte der Jamaikaner.

    Der Grund für die scharfe Attacke waren Aussagen von Carl Lewis, in denen der neunmalige Olympiasieger den jamaikanischen Sprintern Dopingmissbrach unterstellt hatte.

    "Wer das nicht tut, ist verrückt"

    Schon 2008 hatte Lewis gegenüber dem "Daily Telegraph" erklärt: "Niemand beschuldigt hier irgend jemanden. Aber lebt nicht nach anderen Regeln und erwartet denselben Respekt." Die Jamaikaner, setzte der Amerikaner nach, seien der Meinung, etwas Großes für den Sport getan zu haben. "Nein, das habt ihr nicht", hielt Lewis damals dagegen. Es habe schließlich "noch nie eine Nation gegeben, die derart dominiert hat".

    Im Bezug auf Bolt bemerkte Lewis: "Wenn du im einen Jahr 10,03 Sekunden und im nächsten 9,69 s läufst, dann muss man das in einem Sport wie dem unseren doch hinterfragen. Wer das nicht tut, ist verrückt."

    Bolt stellt klar: "Sauberer Sport"

    Doch Lewis war nicht der einzige, der die Leistungen der jamaikanischen Sprintstars hinterfragte. Auch in London wurde Bolt auf der Pressekonferenz mit dem Thema konfrontiert. "Ohne Zweifel", stellte der frischgebackene 200-Meter-Champion klar, seien die Erfolge das Ergebnis "sauberen" Sports.

    "Ich weiß doch wie hart die Jungs trainieren. Ich weiß auch, dass zum Beispiel Yohan von Doping nichts hält", konterte Bolt. Doch ausgerechnet Blake war 2009 positiv auf das Stimulanzmittel 4-Methyl-2-Hexanamin getestet worden.

    Nach einem Formfehler bei der Öffnung der B-Probe war die Sache zunächst fallen gelassen worden. Allerdings gaben Blake und weitere Athleten den Dopingmissbrauch später zu und wurden für drei Monate gesperrt. Blake erklärte in London, aus der Sache gelernt zu haben.

    Die Pressekonferenz im Londoner Olympiastadion hatte aber definitiv eine unerwartete Wendung genommen.

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