Pierre Rolland (FRA/Europcar, Sieger/9. GW): "Diese Etappe hat mich verfolgt, ich hatte sie seit der Vorstellung der Strecke im Herbst im Kopf. Seit sechs Monaten träume ich von ihr. Zwei solche Alpenetappen in zwei Jahren!"
"Nach meinem Sturz bin ich wieder aufs Rad und habe schnell gemerkt, dass nichts Schlimmes passiert war. Ich bin über mich selbst hinausgewachsen, hatte keine Kräfte mehr. Ich habe an all' die Anstrengungen im Training gedacht, an all' die Opfer: Ich habe meine Freunde seit Monaten nicht mehr getroffen, habe seit März keinen Geburtstag besucht!"
"Bei der Tour durchlebt man die Extreme innerhalb kurzer Zeit: Vor zehn Tagen war ich wegen der Dopinggerüchte total am Boden. Bespuckt zu werden, wenn man sauber ist, tut weh. Auf diesen enormen Schmerz ist jetzt ein Glücksgefühl gefolgt, für das ich keine Worte habe."
Thibaut Pinot (FRA/FDJ, 2. Platz/10. GW): "Ich hatte gesehen, dass Taaramae früh den Anschluss verloren hatte, da habe ich an das Weiße Trikot gedacht. Van Garderen war dann auch hinter mir, da habe ich mehr an die Nachwuchswertung gedacht als daran, Pierre Rolland noch einzuholen. Aber ich bin nicht frustriert deswegen. Zweiter ist ok, ich habe schon meine Etappe gewonnen. Alles andere ist jetzt ein Bonus. Das maillot blanc ist machbar, wir werden es in den Pyrenäen sehen."
Chris Froome (GBR/Sky, 3. Platz/2. GW): "Als Evans abreißen ließ, war das eine perfekte Gelegenheit um Zeit auf ihn rauszuholen. Bradley und ich haben uns kurz verständigt und dann losgelegt. Als Brad kurz ein Stück hinter mir war, wurde ich über den Funk informiert und habe gewartet. Brad ist unsere Priorität, ihn wollen wir beschützen. Dass ich jetzt so weit oben bin ist hervorragend für uns, da haben wir mehr Karten, die wir ausspielen können."
Jurgen van den Broeck (BEL/Lotto, 4. Platz/5. GW): "Ich hatte keinen super Tag, aber ich denke alle hatten schwere Beine. Das Tempo von Sky war höllisch, man musste den letzten Berg abwarten, um etwas zu versuchen. Vorher aktiv zu werden war sinnlos, das wäre gewesen wie gegen eine Mauer zu fahren. Keine Ahnung, warum Froome auf Wiggins gewartet hat, ihm wurde wohl auf die Finger geklopft. Das zeigt, dass Wiggins auch angreifbar ist."
Vincenzo Nibali (ITA/Liquigas, 5. Platz/5. GW): "das war eine sehr wichtige und sehr schwere Etappe. Wiggins war gut geschützt, hatte mehrere Teamkollegen an seiner Seite. Da war es schwer, ihn zu attackieren. Ich habe mehrfach im Schlussanstieg angetreten, aber Wiggins ist "grandissimo"! Er ist sehr stark und Fromme ist super. Ob er zu knacken ist? Er hat das Zeitfahren auf seiner Seite. Aber ich bin zufrieden, dass ich den Fans etwas bieten konnte."
Bradley Wiggins (GBR/Sky, 6. Platz/1. GW): "Das war wirklich die schwerste Etappe. Aber je länger es ging, desto eröeichterter war ich. Auch, weil Evans nicht mehr folgen konnte. Er hat mehr Zeit verloren als ich gedacht hätte. Als er am Glandon, so weit vor dem Ziel angriff, war ich überrascht. Aber Rogers und Porte haben ein extrem hohes Tempo gefahren. Am Schlussanstieg hat Nibali gezeigt, dass er wirklich sehr stark ist. Das waren echte Attacken.
Es gab etwas Durcheinander, als Fromme beschleunigte und ich lieber einen gleichmäßigen Rhythmus fahren wollte. Wir haben uns wegen des Lärms auf dem Funk nicht gehört. Aber wir hatten vor der Etappe besprochen, dass er in einer solchen Situation attackieren könnte, um Platz zwei von Evans zu übernehmen - solange ich bei Nibali und Evans bleiben könnte.
Frank Schleck (LUX/RadioShack, 10. Platz/12.GW): "Ich wollte etwas versuchen, aber es lief nicht wie gewünscht. Als BNIbali und van den Broeck angriffen, blieb ich bei Froome und Wiggins, aber dann musste ich sie ziehen lassen. Es hat nicht viel gefehlt, vielleicht habe ich nicht genug gegessen. Ich habe gesehen, dass das Sky-Duo unschlagbar ist. Ich habe sogar gehört, wie Wiggins zu Froome rief, er solle langsamer fahren. Da habe ich mich gleich besser gefühlt...!"
Jérôme Coppel (FRA/Saur, 15. Platz/14. GW): "Ich bin tot!" Das war wirklich hart heute. Wir haben zwar damit gerechnet - aber es ging vom Start weg Vollgas los und wurde nie besser. Mir kamen die 150 Kilometer wie 200 vor! Ich habe einfach versucht, den Schaden zu begrenzen, mehr war nicht möglich. Als es Attacken gab, habe ich lieber versucht, mir die Kräfte gut einzuteilen. Ich kann den Antritten nicht folgen, hatte sogar fast Krämpfe."
Denis Menchov (RUS/Katusha, 41. Platz/16. GW): "Das war ein schlechter Tag für mich - und das kam überraschend, weil ich mich zuletzt gut gefühlt habe. Ich konnte den Favoriten nicht folgen, also bin ich mein Tempo gefahren. Mein Ziel, um den Gesamtsieg zu kämpfen, hat sich in Luft aufgelöst. Aber ich habe immer noch einen guten Platz in der Gesamtwertung im Auge."
VIDEO: Das Finale der 11. Etappe
TV-Tipp:
Tour total: Eurosport präsentiert Ihnen die Tour de France 2012 von der Teampräsentation in Lüttich bis zum Finale der Schlussetappe in Paris in ausführlichen Live-Übertragungen sowie Zusammenfassungen auf Eurosport und Eurosport 2 - und natürlich auch im Eurosport Player!
