Dennoch war Raelert zufrieden. "Ich bin sehr stolz auf mich", sagte er. "Ich werde es wieder versuchen. Nach einem dritten, einem zweiten, einem dritten und einem zweiten Platz bin ich mehr motiviert denn je."
Eine ungewohnt schwache Schwimm-Vorstellung im Pazifischen Ozean hatte ihn schon früh zurückgeworfen. Seiner beeindruckenden Aufholjagd auf dem Rad und beim Laufen mit der zweitbesten Zeit über die Marathonstrecke (2:47:23 Stunden) fehlte aber das Happy End.
Vier Deutsche in Top 10
Schneller als Raelert war nach 3,86 Kilometern Schwimmen, 180,2 Kilometern Radfahren und 42,195 Kilometern Laufen nur Pete Jacobs, der sich erstmals den WM-Titel sicherte. Der Australier setzte damit die Siegesserie der Triathleten aus Down Under beim bedeutendsten Triathlon der Welt fort. In den vergangenen fünf Jahren hatten Chris McCormack (2007, 2010) und Craig Alexander (2008, 2009, 2011) dominiert. Letzter deutscher Gewinner war Normann Stadler (Mannheim) 2006.
Jacobs siegte nach einem Trip durch große Hitze, hohe Luftfeuchtigkeit und gegen wechselnde Winde in 8:18:37 Stunden. 5:03 Minuten nach ihm erreichte Raelert das Ziel auf dem berühmten Alii Drive, nachdem er auf dem letzten Kilometer noch den Belgier Frederik van Lierde niedergerungen hatte.
Auch wenn ihm der große Triumph verwehrt blieb, beeindruckten die deutschen Triathleten: Außer Raelert kamen in Sebastian Kienle aus Knittlingen als Vierter, der Münchener Faris Al-Sultan als Fünfter und Timo Bracht aus Eberbach als Sechster noch drei weitere Deutsche in die Top Ten. Andreas Raelerts Bruder Michael war nach einem guten Start durch eine Schwächephase zurückgefallen, biss sich aber durch und wurde bei seiner Premiere 31.
"Das war heute Himmel und Hölle"
Für Kienle, der erst im vergangenen Monat über die halb so lange 70.3-Strecke Weltmeister geworden war, war bei seinem Hawaii-Debüt sogar ein Podiumsplatz drin. Gemeinsam mit dem Belgier Marino Vanhoenacker hatte der 28-Jährige auf dem Rad geführt, als ihn ein Raddefekt stoppte. Er gab aber nicht auf und lag auf der Marathonstrecke lange auf Rang drei. "Das war heute Himmel und Hölle", meinte er.
Bei den Frauen siegte Leanda Cave in 9:15:54 Stunden. Auf den letzten Kilometern fing die Britin noch die lange führende Schweizerin Caroline Steffen ab. Die 33-Jährige trat die Nachfolge ihrer viermal erfolgreichen Landsfrau Chrissie Wellington an. Die Regensburgerin Sonja Tajsich kam auf einen starken vierten Platz.

