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    Radsport: Rabobank steigt wegen Dopings aus

    Paukenschlag: Die niederländische Rabobank steigt wegen der neuesten Dopingenthüllungen zum Jahresende als Sponsor aus dem Radsport aus. Das Geldhaus war 17 Jahre lang mit seinem Top-Team eine der bestimmenden Mannschaften, hatte aber auch immer wieder mit Affären zu kämpfen. Nun soll das Team 2013 ohne den Namen des Sponsors und unter einer neuen Dachorganisation am Renngeschehen teilnehmen.

    "Uns blutet das Herz, aber für die Bank war das eine unvermeidliche Entscheidung", sagte Bert Bruggink von der Rabobank. "Wir sind nicht mehr überzeugt, dass der Profiradsport zu einem sauberen und fairen Sport werden kann. Wir sind nicht zuversichtlich, dass sich dies in absehbarer Zeit zum Besseren ändern wird."

    US-Star Levi Leipheimer hatte unlängst gestanden, in seinen Jahren als Rabobank-Kapitän gedopt zu haben. Dazu wurde nun gegen Rabobank-Profi Carlos Barredo ein Verfahren wegen Auffälligkeiten in seinem Blutpass eröffnet.

    Deshalb beschloss man bei Rabobank, zum 31.12.2012 aus dem Sponsoring auszusteigen.

    Auf einer Pressekonferenz machte Rabobank aber deutlich, dass man zwar das Sponsoring stoppe, die Verträge der 28 Profis aber erfüllen werde und für die nächste Saison die Gehälter trägt. Allerdings verschwindet der Name von den Trikots und es wird eine neue Organisationsstruktur aufgebaut. Fraglich ist, ob der Weltverband UCI die Lizenz für die WorldTour erteilt.

    Martens zeigt Verständnis

    Bei Rabobank ist mit Paul Martens noch ein deutscher Profi aktiv, Grischa Niermann wechselt als Trainer in das Nachwuchsteam, wo mit Rick Zabel und Ruben Zepuntke zwei der größten deutschen Talente fahren.

    Martens bedauerte in einer ersten Reaktion den Schritt der Bank, zeigte aber auch Verständnis: "Traurige Neuigkeiten. Ich kann einem Sponsor nicht vorwerfen, dass er diesen Sport verlässt. Aber es fühlt sich nicht gerecht an. Ich glaube an unsere Truppe und hoffe, wir kriegen die Chance, weiter zu kämpfen", twitterte er.

    Niermann reagierte ähnlich: "Sehr traurige Kunde zum Frühstück", so sein Kommentar.

    Siege und Skandale

    Rabobank feierte in den Jahren als Sponsor große Erfolge, erlebte aber mit dem Tour-Skandal um Michael Rasmussen auch einen der größten Skandale der letzten Jahre. Hinzu kam die Verwicklung etliche prominenter Profis in die Humanplasma-Affäre in Wien und auch die anstehenden Enthüllungen zu den Machenschaften von Michele Ferrari: Der Italiener soll auch Rabobank-Profis behandelt haben.

    Das Ende erinnert nun an die Abwicklung von T-Mobile: Auch damals zog der Sponsor die Reißleine, finanzierte aber noch die folgende Saison, in der unter dem Namen Highroad ein Neuanfang gemacht wurde. Topsprinter Marcel Kittel aus dem Shimano-Konkurrenzteam hofft nun auf den "T-Mobile-Effekt" in den Niederlanden. Er twitterte: "Denkt an T-Mobile. Die sind auch ausgestiegen, haben sich in Highroad umgewandelt und wurden DAS Topteam - das ist eine Chance."

    2008 musste Telekom eine hohe Ausstiegssumme zahlen, weil das Bonner Unternehmen vertraglich noch länger an das Radteam gebunden war, aber nach der Doping-Affäre Fuentes unbedingt raus wollte. Eine ähnliche Lösung ist jetzt auch bei Rabobank denkbar.

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