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    Radsport: Nike setzt Armstrong vor die Tür

    Lance Armstrong tritt als Vorsitzender der Krebsstiftung "Livestrong" zurück. Der Texaner reagiert damit erstmals auf die inzwischen erdrückend schweren Belastungen bezüglich seiner Doping-Vergangenheit. Darüber hinaus beendete Armstrongs langjähriger Partner "Nike" die Zusammenarbeit mit dem Rekordsieger der Tour de France genau wie die Brauerei "Anheuser-Busch" mit sofortiger Wirkung.

    Beide Unternehmen wollen jedoch weiterhin mit "Livestrong", das ausgerechnet am kommenden Wochenende mit einem großen Fest seinen 15. Geburtstag feiern wird, kooperieren.

    "Aufgrund der scheinbar unüberwindlichen Beweise, dass Lance Armstrong an Doping-Machenschaften beteiligt war und die Firma 'Nike' seit über zehn Jahren irregeführt hat, haben wir den Vertrag mit ihm unter großer Enttäuschung aufgelöst", heißt es in einem Statement des Sport-Artikel-Herstellers. "Nike duldet den Gebrauch von illegalen, leistungssteigernden Mitteln nicht."

    Pikant an der neuen Entwicklung: "Nike" hatte noch vor sechs Tagen verlautbaren lassen, weiter mit Armstrong zusammenarbeiten zu wollen. Nun aber drohte zuletzt auch der Sport-Artikel-Riese im Doping-Sumpf einzusacken.

    Zahlte "Nike" an die UCI für Vertuschung?

    Denn wie die "New York Daily News" berichtete, soll Nike nach Aussage von Kathy Lemond, der Frau des dreimaligen Tour-Siegers Greg Lemond, nach einer positiven Dopingprobe Armstrongs bei der Tour de France 1999 zwecks Vertuschung 500.000 Dollar auf ein Schweizer Konto überwiesen haben, das dem damaligen UCI-Präsidenten Hein Verbruggen gehört habe.

    Lemond soll ihre Aussage im Jahr 2006 unter Eid gemacht und sich dabei auf einen Mechaniker des US Postal Teams berufen haben. Der habe ihr erzählt, dass Nike und Thomas Weisel - ein Banker aus San Francisco, der damals einer der Eigentümer und Sponsoren von Armstrongs Team war - die Überweisung getätigt hätten.

    Der Mechaniker Julian DeVries bestritt später in einer eidesstattlichen Versicherung die Angaben von Kathy Lemond. Die aber bekräftigte am Dienstag nochmals ihre Darstellung.

    Hamilton glaubt an Armstrong-Geständnis

    Insider spekulieren derweil, ob der Rücktritt Armstrongs aus dem Vorstand der Krebsstiftung sein erster Schritt in Richtung Geständnis sein könnte.

    Dass der Texaner nicht für immer leugnen werde, glaubt auch Tyler Hamilton, der Armstrong in seinem Buch "The Secret Race" schwer belastete und bei der USADA als Zeuge aussagte. "Ich wäre überrascht, wenn er nicht auf irgendeine Art eines Tages gestehen wird. Weiter zu leugnen, ist eine schwere, schwere Last", sagte der ehemalige Radprofi. "Wenn er die Wahrheit sagt, wird es Konsequenzen geben. Aber auf lange Sicht ist er besser dran. Die Menschen werden ihm vergeben."

    In seiner Stellungnahme zum Rücktritt bei "Livestrong" vermied Armstrong die Benutzung des Doping-Begriffs. Er schrieb, neben vielen netten Zeilen über die Stiftung, lediglich: "Um der Stiftung jegliche negativen Auswirkungen zu ersparen, die aus dem Streit um meine Radsport-Karriere entstehen, werde ich mein Amt aufgeben." Dennoch werde er sich mit seiner Familie natürlich weiter am Kampf gegen Krebs beteiligen.

    Durch einen von der US Anti Doping Agentur (USADA) veröffentlichten Bericht, der inklusive seiner Anlagen 1.000 Seiten umfasst und Zeugenaussagen zahlreicher enger Vertrauter Armstrongs beinhaltet, steht der inzwischen 41-Jährige so stark unter Druck wie nie zuvor. Bisher hatte er darauf jedoch nicht offiziell reagiert.

    Vom gelben Bändchen zur Mega-Stiftung

    "Livestrong", das zur "Lance Armstrong Foundation" gehört, wurde im Jahr 1997 gegründet und hat seitdem umgerechnet rund 380 Millionen Euro für Krebskranke gesammelt. Berühmt wurde die Organisation durch gelbe Armbänder, die von Armstrong salonfähig gemacht und anschließend von Millionen Menschen rund um den Planeten zugunsten krebskranker Menschen gekauft wurden.

    Armstrong selbst kehrte 1998 nach einer Hodenkrebserkrankung in den professionellen Radsport zurück und gewann von 1999 bis 2005 sieben Mal die Tour de France. All diese sieben Titel drohen ihm nun aberkannt zu werden.

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