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    Radsport - Kittel fordert: "Doper ins Gefängnis"

    Marcel Kittel hat vor dem Hintergrund des Skandals um Lance Armstrong ein hartes Anti-Doping-Gesetz in Deutschland gefordert. Der 24-Jährige erklärte: "Wir müssen den Kampf gegen Doping jetzt endlich vorantreiben, und zwar nicht nur mit mehr Kontrollen. Es ist doch einfach ein Unterschied, wenn man als Strafe zwei Jahre nicht Rennen fahren kann - oder ob man vielleicht sogar im Gefängnis sitzt."

    Wenn man in den Akten zu Armstrong sehe, was bei Telefonüberwachungen an Beweisen eingesammelt werden könne, "dann ist eine bessere Handhabe für die Justiz im Verdachtsfall einfach sinnvoll", sagte er der "Süddeutschen Zeitung".

    Den Enthüllungsbericht der US-Anti-Doping-Agentur USADA zu den Dopingpraktiken von Armstrong und dessen früherem Team US Postal hat Kittel gelesen und meinte dazu: "Der Report ist wie das Drehbuch eines Actionsfilms, krass und surreal-, dass das alles wirklich passiert ist, ist ein Wahnsinn und unglaublich."

    Der Meinung des umstrittenen Weltverbands-Präsidenten Pat McQuaid, der Radsport solle Armstrong vergessen, will sich Kittel nicht anschließen. Der Thüringer meinte: "Das wäre komplett falsch. Um es mal überzogen zu sagen: Wir haben den Zweiten Weltkrieg zum Glück auch nicht vergessen. Man kann nicht so tun, als ob gerade ein Krieg zu Ende gegangen ist."

    "Ich lasse mich nicht unter Druck setzen"

    Armstrong waren von der USADA und der UCI alle sieben Tour-Titel aberkannt worden, zudem wurde er lebenslang gesperrt. Zuletzt hatte die UCI bekannt gegeben, dass Armstrongs Toursiege von 1999 bis 2005 nicht an andere Fahrer übergehen würden, da inklusive des dreimaligen Tour-Zweiten Jan Ullrich nahezu alle denkbaren Nachrücker belastet seien.

    Dass sich frühere Radstars trotz der erdrückenden Beweise immer noch hinter Lance Armstrong stellen, kann Marcel Kittel nicht nachvollziehen. Der Sprinter vom Argos-Rennstall sagte dazu: "Mir wird richtig schlecht, wenn ich höre und lese, dass Contador, Valverde, Sanchez oder ein Indurain Armstrong weiter unterstützen. Sie sind einfach nur unglaubwürdig, das stinkt mir gewaltig und nervt."

    Er fürchte etwaige Reaktionen dieser Fahrer nicht. "Ich stelle mich einfach daneben. Die können mir nichts. Ich lasse mich nicht unter Druck setzen", so Kittel. Die neue Generation der Radprofis, so glaubt er, wolle mit "dem alten Radsport nichts mehr zu tun haben". Man müsse daran arbeiten, die "Fahrer-Gewerkschaft stärker zu machen und dort auch den jungen Fahrern eine Stimme zu geben".

    Kittel abschließend: "Wir brauchen jetzt einfach mehr Kämpfer im Radsport."

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