Siege glaubt der Madrilene auch einfahren zu können, sollte sein Rennstall nur als Zweitdivisionär geführt werden.
"Ich bevorzuge ein Team ohne genügend Punkte für die World Tour, aber mit der Garantie, mir zu helfen, die wichtigsten Ziele zu erreichen", so Contador, der sein Augenmerk wieder auf die großen Landesrundfahrten richten wird, von denen der Spanier nach der Aberkennung seines Tour-Titels 2010 und des Giro-Titels 2011 noch fünf auf seinem Konto hat.
Allerdings akzeptiert er nach wie vor nicht die offizielle Bilanz des Radsport-Weltverbandes UCI. "Ich zähle sieben, weil ich alle, auch die, die sie mir aberkannt haben, sauber gewonnen habe, ohne jegliche Hilfe, und nur auf Basis von Aufopferung und Kraft", so Contadors eigenwillige Argumentation.
"Meine Generation bezahlt die Schuld"
Bei der Tour-Präsentation in Paris sorgte der Spanier noch für Schlagzeilen, weil er sich auf Lance Armstrongs Seite geschlagen hatte - im Interview aber ruderte Contador zurück: "Armstrong war früher für mich ein Idol, als ich mit dem Radsport begann. Er diente mir auch als Vorbild, als ich 2004 den Hirninfarkt erlitt. Jetzt ist er gerechterweise bestraft worden. Aber man muss trotzdem den Kampf gegen Doping weiterführen, nur durch diese eine Sanktion lösen sich nicht alle Probleme des Radsports", erklärte er.
Contador sieht es nun auch als "gerecht und normal" an, dass Armstrong dessen sieben Tourtitel aberkannt wurden. "Wenn er verurteilt und als schuldig befunden wurde, dann ist das normal", so der Rundfahrtspezialist.
Trotz der gegen ihn ausgesprochenen Dopingsperre sieht sich Contador als Teil einer neuen Generation von Fahrern: "Meine Generation bezahlt die Schuld unserer Vorgänger, aber es hat sich ein Wandel vollzogen, denn wir haben begriffen, dass man Radsport nicht mit Hilfe von außen betreiben kann (damit meint Contador Doping, d. Red.). Wir sind schon auf dem richtigen Weg, aber er ist noch lang", erklärte er.


