"Die erste Option ist Javier Mascherano. Er wird mit Sicherheit gegen Madrid spielen", erklärte Eurosport-Kollege Ignacio González aus Spanien. "Die Frage ist nur, wer wird neben ihm auflaufen?" Keine leichte Entscheidung für Trainer Tito Vilanova. Der 43-Jährige übernahm im Sommer den Posten von Pep Guardiola und muss mit Puyol auf das Herzstück seiner Abwehr verzichten.
Ronaldo strotzt vor Selbstvertrauen
Gerade von einer Knieverletzung genesen, krachte Puyol nach einem Kopfballduell beim Champions-League-Spiel gegen Benfica unglücklich auf den Rasen und kugelte sich den Ellbogen aus. Trotz Schmerzen twitterte der "harte Hund" vor dem Showdown der "Blaugrana" am Sonntag im Camp Nou (ab 19:50 Uhr im Liveticker bei eurosport.yahoo.de) ein Bild aus dem Krankenhaus - auf dem er lächelte und eine riesige Sympathiewelle erzeugte.
"Puyols Verletzung ist eine wirklich schlechte Nachricht", erklärte Mascherano, der für seinen Kollegen in den bisherigen beiden Clasicos im Supercup zum Einsatz kam. "Er ist der Kapitän, ein fantastischer Spieler und ein Mann, der so viel in die Gruppe einbringt." Für Barcelona geht es aber nicht nur darum, wer die Lücke in der Abwehr schließen soll. Vielmehr wollen die Katalanen ihre weiße Weste wahren.
In der Primera Division ist Barca nach sechs Spieltagen noch immer ungeschlagen. Doch Superstar Ronaldo strotzt nach seinem Dreierpack in der "Königsklasse" vor Selbstvertrauen. "Wir wissen um die Stärke von Barcelona, außerdem spielen wir auswärts, aber wir glauben an uns und können mit einer konzentrierten Leistung eine gute Vorstellung abliefern und gewinnen", so der Portugiese.
Doch Barcelona scheint gerüstet, das 222. Duell gegen Real Madrid für sich zu entscheiden. Immerhin spielt das Team von Vilanova im eigenen Stadion und hat mit Gerard Piqué, Alexander Song und Eigengewächs Marc Bartra gleich mehrere Optionen zur Verfügung, die "Mutter aller Duelle" ohne Pechvogel Puyol zu gewinnen.
Alle drei Kandidaten unter der Lupe:
Gerard Piqué
Der Nationalspieler gehört zum Besten, was Welt- und Europameister Spanier in der Defensive zu bieten hat. Kopfballstark und mit viel Übersicht ausgestattet, kann Piqué die Angriffe aus der eigenen Hälfte eröffnen. Trotz seiner Größe ist der 25 Jahre alte Innenverteidiger technisch versiert und in der Lage, brenzlige Situationen spielerisch zu lösen. Für Piqué sprechen vor allem seine Erfahrung und seine Bilanz von 107 Spielen für Barcelona. Zudem kennt er Ronaldo aus unzähligen Duellen. Vieles spricht für einen Einsatz gegen Real - vorausgesetzt Piqué (Fußverletzung) ist bis zum Clasico einsatzbereit.
Einsatzchance: 50 Prozent
Alexander Song
Nach seinem Wechsel vom FC Arsenal zum FC Barcelona kämpft der Kameruner mit Anpassungsproblemen. Der Defensivspezialist aus dem Mittelfeld ist noch nicht recht in der katalanischen Hauptstadt angekommen. Bei den "Gunners" haben ihn die eigenen Fans auf Händen getragen. In London war Song einer der Publikumslieblinge. Obwohl der 25-Jährige erst sechs Spiele für seinen neuen Arbeitgeber absolvierte, stehen die Chancen auf einen Platz neben Mascherano nicht schlecht. Alles wird davon abhängen, ob Piqué nach seiner zweiwöchigen Verletzung ins Team zurückkehrt oder nicht.
Einsatzchance: 70 Prozent
Marc Bartra
Ein Riesentalent, aber wohl zu unerfahren. Im 222. Clasico wird Barca-Trainer Vilanova auf die "alten Hasen" setzen, obwohl Piqué und Song nur vier Jahre älter als Bartra sind. Der Verteidiger begann seine Ausbildung bei Espanyol Barcelona und zählt neben Andreu Fontas zu den Ergänzungsspielern im Team. Sowohl Bartra (3 Spiele für Barcelona) als auch Fontas (8) kamen bisher nur gelegentlich zum Einsatz und können sich kaum Hoffnungen auf einen Platz in der Startelf gegen Real Madrid machen. Bartra gehört erst seit dieser Saison zum Profikader der Katalanen.
Einsatzchance: 10 Prozent

TV-Tipp:
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