Der englische Blätterwald raschelt schnell mal furchterregend, selbst, wenn ihn dann doch nur ein laues Lüftchen ausgelöst hat. Doch wenn vier große britische Zeitungen, darunter auch der als seriös geltende "Independent" davon berichten, dass bei Manchester City eine Meuterei bevorsteht, dann stecken sicherlich mehr als bloße Gerüchte dahinter.
Alle vier Blätter berichten, dass Trainer Roberto Mancini langsam aber sicher die Kontrolle über sein Team verliert. In der Champions League ist man in der Gruppe D mit einem Punkt abgeschlagener Letzter. Am Mittwoch blamierten sich die "Blues" mit 1:3 bei Ajax Amsterdam. Der Druck wächst, denn die routiniertesten Spieler wenden sich inzwischen offenbar gegen Mancini und dessen eigenwilligen Führungsstil. Micah Richards war der Erste, der sich skeptisch gegenüber Mancinis Umstellungen in der Defensive äußerte. Und nicht nur Richards hielt diese für falsch.
Scheich betreibt Ursachenforschung
Schlimmer noch aber sei Mancinis neue Angewohnheit, seine Spieler öffentlich schlecht zu machen. Joleon Lescott war der Letzte, der nach der Ajax-Partie einen dieser hübsch verpackten sarkastischen Seitenhiebe in der Pressekonferenz abbekam. Mancini fühlt sich seiner Position sicher, gerade erst wurde sein lukrativer Vertrag um fünf Jahre verlängert, doch der Besitzer des Scheichtums Abu Dhabi ist angesichts der desolaten Vorstellungen in der "Königsklasse" auf Ursachenforschung. Schließlich möchte sich nicht einmal er die Millionen aus Preisgeldprämien und Fernsehgeldern entgehen lassen.
Einige Spieler ließen gegenüber der Führung anscheinend durchblicken, dass es Mancini an jenen zwischenmenschlichen Fähigkeiten mangeln würde, die die Bestleistung aus der Mannschaft herauskitzeln könnte. Der Frust bei den Profis wurde nach der jüngsten Pleite noch größer, als Mancini sie morgens zu einer Besprechung zitierte, obwohl sie erst nachts um eins aus Amsterdam zurückgekehrt waren. Die Luft wird rauer in Manchester, man steuert auf Kollisionskurs zu...
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