Lisicki startete gut und ging mit 2:0 in Führung, doch die Fehleranzahl der Deutschen stieg deutlich an und Cirstea fand besser in die Partie.
Folgerichtig gewann die Rumänin die nächsten vier Spiele. Wie aus dem Nichts begann Cirstea, einen Fehler an den nächsten zu reihen und so konnte Lisicki den Satz erneut drehen und mit 6:4 für sich entscheiden.
Bis zum 2:2 im zweiten Durchgang präsentierten sich beide Spielerinnen souverän bei den Aufschlagspielen. Dann übernahm aber Cirstea das Kommando. Die Rumänin gewann die nächsten vier Spiele und schaffte damit den Satzausgleich.
Auch in Satz drei fand Lisicki nie zu ihrem Spiel. Die Troisdorferin schlug weiter viele Fehler und schaffte es nur selten, mit dem eigenen Aufschlag freie Punkte zu bekommen. Direkt nach der Regenpause kassierte sie das vorentscheidende Break zum 0:2. Nachdem sie beim Stande von 1:3 zwei Breakbälle nicht nutzen konnte, war das Match endgültig entschieden.
"Ich wollte es unbedingt probieren"
"Ich habe heute zum ersten Mal wieder schmerzfrei gespielt, aber einfach zu wenig trainieren können. Seit Wimbledon hatte ich die Bauchmuskelverletzung, ohne dass es jemand wusste. Aber Olympia ist nur alle vier Jahre, das wollte ich um jeden Preis spielen. Ich bin enttäuscht, aber eigentlich habe ich die Punkte heute richtig gespielt", meinte Lisicki.
"Nur den letzten Ball habe ich nicht zu Ende gespielt, oft minimal ins Aus geschlagen. Da fehlen einfach die Matches und das Training, dann kommt das wieder. Es soll keine Ausrede sein, aber es fehlte einfach die Zeit bis zu den US Open. Aufschläge konnte ich erst hier wieder trainieren. Aber ich bin eine Kämpferin und wollte es unbedingt probieren."
Görges: "Muss mir Zeit geben"
Nur wenige Minuten zuvor musste sich die nicht minder indisponierte Görges vor den Augen von Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner nach einer ebenfalls schwachen Leistung der international unbekannten Pliskova geschlagen geben.
Görges zeigte sich sichtlich enttäuscht. "Mit dem ersten Satz bin ich spielerisch eigentlich zufrieden, aber nach der Regenpause habe ich den Faden verloren und einfach zu schlecht gespielt. Ich wollte sie unter Druck setzen und mehr zum Laufen bringen, aber das hat nicht geklappt, weil ich gefühlte 20 Breakbälle nicht genutzt habe", erklärte sie.

"Nach zuletzt sieben Mal Minimum dritte Runde bei einem Grand Slam, war es jetzt mal eine erste Runde. Das ist natürlich enttäuschend, aber Olympia hat auch viel Kraft gekostet. Ich weiß, dass ich die Qualität habe, um etwas Dickes rauszuhauen bei einem Grand Slam. Aber ich muss mir Zeit geben", fuhr die Deutsche fort.
Petkovic fehlen Automatismen
Petkovic verlor bei ihrem Grand-Slam-Comeback nach viermonatiger Verletzungspause mit 2:6, 5:7 gegen Romina Oprandi aus der Schweiz. Im Gegensatz zu ihren Fed-Cup-Kolleginnen hatte die 24 Jahre alte Darmstädterin schon vorher die Erwartungen gedämpft und war nach ihrem Seuchenjahr mit mehreren gesundheitlichen Rückschlägen am Ende chancenlos.
"Ich fühle mich im Moment wie mit 15 Jahren auf dem Platz, ich bin so hektisch und die Automatismen fehlen. Geduld war leider nie meine Stärke, aber ich muss jetzt einfach akzeptieren, dass ich gegen Spielerinnen verlieren werde, gegen die ich im letzten Jahr nie verloren hätte", so die Darmstädterin. Da helfe "auch kein Jammern. Es wird vielleicht noch mal so lange wie die Verletzung selbst dauern, bis ich wieder so spiele wie vorher."
Damit ist von den sechs deutschen Tennisspielerinnen in Flushing Meadows die Hälfte schon raus.
VIDEO - US Open: So verlor Petkovic
TV-Tipp:
Verfolgen Sie vom 13. bis 19. August das mit 1,73 Millionen Euro dotierte WTA-Turnier in Cincinnati live bei Eurosport und Eurosport 2 - sowie im Eurosport Player.

