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    Pleite für Deutsche, Gold an Schweiz

    Springreiter Marcus Ehning hat eine Medaille verpasst. Nach neun Strafpunkten im zweiten Final-Umlauf musste sich der 38-Jährige aus Borken auf Plot Blue mit Rang zwölf begnügen. Im ersten Durchgang war das Duo noch fehlerlos geblieben. Gold holte Steve Guerdat (Schweiz) auf Nino des Buissonnets.

    Silber sicherte sich im Stechen der Niederländer Gerco Schröder mit London gegen den Iren Cian O'Connor auf Blue Loyd.

    Meredith Michaels-Beerbaum aus Thedinghausen war auf Bella Donna schon nach dem ersten Umlauf mit acht Fehlerpunkten ausgeschieden.

    "Das ist bitter und hart für uns", kommentierte Bundestrainer Otto Becker das schlechteste deutsche Olympia-Ergebnis seit 84 Jahren. "Die große Hoffnung ist leider zerplatzt", sagte Verbands-Präsident Breido Graf zu Rantzau: "Heute bin ich nur traurig."

    "Verdammt ärgerlich"

    Er war so nah dran, doch dann war die olympische Medaille doch so fern: Marcus Ehning hat bei den Olympischen Spielen einen versöhnlichen Abschluss für die deutschen Springreiter verpasst. "Das ist verdammt ärgerlich. So nah kommt man selten dran. Das werde ich wohl erst in einigen Tagen richtig realisieren", sagte der Mannschafts-Olympiasieger von 2000. Gold holte der Schweizer Steve Guerdat auf Nino des Buissonnets.

    "Das war schade" sagte Becker, nachdem auch mit Ehnings Schluss-Ritt die letzte Medaillen-Hoffnung zerplatzt war. Zum zweiten Mal nacheinander blieben die zuletzt bei Welt- und Europameisterschaften so erfolgreichen deutschen Springreiter ohne olympisches Edelmetall. "Insgesamt war das sehr enttäuschend", meinte Becker.

    "Super Runde" zum Auftakt

    Dabei hatte es am Mittwoch nach dem ersten Teil des Einzel-Finals noch gut ausgesehen für Ehning . "Das war eine Super-Runde", lobte Becker. "Die beiden sind schon ein paar Jahre zusammen, das hilft dann bei so einem Springen." Ehning reitet den Hengst aus niederländischer Zucht seit 2008, gewann mit ihm unter anderem vor zwei Jahren den Weltcup und die Mannschafts-Weltmeisterschaft.

    Über seinen 15-jährigen Hengst sagte der dreimalige Weltcup-Sieger: "Er ist ein Wettkampf-Typ. Er ist ein alter Hase, da wächst die Motivation. Der will was erreichen." Nach dem Ritt im Teamwettbewerb hatte er noch gescherzt: "Ich weiß nicht, ob er noch im Mittagsschlaf ist." Doch am Mittwochnachmittag war Plot Blue nach den Anstrengungen der vergangenen Tage im zweiten Umlauf wirklich müde.

    "Das ist verdammt ärgerlich. So nah kommt man selten dran. Das werde ich wohl erst in einigen Tagen richtig realisieren", sagte der Mannschafts-Olympiasieger von 2000. "Nach dem ersten Fehler war klar, dass es nichts mehr wird, da habe ich den Kopf ein bisschen hängen lassen", erklärte Ehning. "Da war die Konzentration dann weg."

    Enttäuschung hält an

    Die Enttäuschung über das frühe Ausscheiden im Mannschaftswettbewerb war auch vor dem Einzel-Finale noch immer nicht gewichen. "Wut wäre das falsche Wort", sagte Ehning: "Da ist einfach einiges schlecht gelaufen." Die Equipe war nur Zehnter geworden.

    Bereits in der ersten Runde des Einzels war Meredith Michaels-Beerbaum aus Thedinghausen ausgeschieden, die mit Bella Donna acht Strafpunkte kassierte. Sie war dennoch nicht unzufrieden mit ihrer Stute. "Sie ist erst neun. Der Tank war nicht total leer, aber sie hatte nicht mehr die letzte Frische." Die Reiterin hatte ursprünglich gar nicht mit Olympia geplant und war erst nach mehreren Ausfällen im letzten Moment in die Mannschaft gerutscht.

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