Für Petkovic ist das ein Schock. Am Montag hatte sie noch mit Teamkollegin Angelique Kerber und Fed-Cup-Teamchefin Barbara Rittner die Einkleidung absolviert.
"Mir blutet das Herz", erklärte Petkovic, den Tränen nahe. "Die Olympischen Spiele sind ein Lebenstraum von mir und ich habe alles gegeben, um dabei sein zu können. Aber es wäre einfach zu unvernünftig, es doch zu versuchen", meinte sie weiter. "Ich muss auf meinen Körper hören. 2016 in Rio bekomme ich hoffentlich nochmal eine Chance."
Petkovic hatte sich nach einem doppelten Bänderriss im April beim WTA-Turnier von Stuttgart einer Operation unterzogen. Ihr Fuß ist den Angaben zufolge aber noch nicht stabil genug für den Rasen von Wimbledon. Auch in der Fitness habe sie noch Defizite, die in der kurzen Reha-Zeit nicht aufgeholt werden könnten.
Ärzte raten ab
In Absprache mit den Ärzten entschied sich die Darmstädterin daher, auf eine Teilnahme zu verzichten. Wann die Weltranglisten-18. wieder in den Wettkampfbetrieb einsteigt, sei derzeit noch offen. Rittner zufolge sind jetzt die US Open das Ziel.
Nach Angaben der Fed-Cup-Teamchefin wurde der Olympia-Verzicht übereinstimmend getroffen. "Wir haben das gestern Abend bei einem gemeinsamen Abendessen gemeinsam entschieden", sagte Rittner der Nachrichtenagentur dpa. "Wir wollen keine Folgeverletzung riskieren, weil die Grundfitness einfach noch nicht da ist." Man habe "schweren Herzens Vernunft walten lassen".
Der Deutsche Tennis Bund (DTB) möchte nun Mona Barthel (Neumünster) im Einzel nachnominieren, im Doppel an der Seite von Julia Görges soll Anna-Lena Grönefeld (Nordhorn) auflaufen. Die nötigen Kriterien des Internationalen Tennis-Verbandes (ITF) seien erfüllt, sagte Rittner.
Kader noch nicht nominiert
DTB-Sportdirektor Klaus Eberhard habe die Personalien bereits beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) vorgeschlagen. Eine Entscheidung fällt Rittner zufolge am Freitag. Das Damen-Team soll am Dienstag in London ankommen.
Petkovic hatte bereits Anfang Juni betont, für ihren "großen Traum" nicht alles riskieren zu wollen. "Olympia ist, glaube ich, noch realistisch", sagte die gebürtige Bosnierin damals. "Aber ich werde es nicht unter allen Umständen spielen."
Die Medaillenhoffnung hat aus ihren Rückschlägen gelernt. Sie will stärker auf ihren Körper hören. "Rasen ist schwieriger als Sand - man rutscht mehr weg", sagte sie jüngst. Die Gefahr einer neuen Verletzung in London wäre zu groß gewesen.
Verletzungspech klebt an "Petko"
Mit dem Olympia-Verzicht will Petkovic einen Schlussstrich unter ihre Leidensgeschichte ziehen. Bereits Ende 2011 hatten sie Verletzungen zurückgeworfen, im Januar musste sie die Australian Open wegen eines Ermüdungsbruchs im Rücken absagen. Dann folgte die Verletzung von Stuttgart. Nun soll die Pechsträhne für Petkovic endlich ein Ende haben.
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