Nordkoreas Spielerinnen verließen nach dem diplomatischen Fauxpas den Platz. Erst eine Entschuldigung der Organisatoren konnte die Nordkoreanerinnen zur Rückkehr auf das Spielfeld bewegen.
"Es wurde ein echter Fehler gemacht, für den wir uns entschuldigen", sagte Stadion-Media-Manager Andy Mitchell. Den Flaggen-Schreck steckten die Asiatinnen gut weg. Sie gewannen die Partie mit 2:0 (1:0).
"Unsere Mannschaft wäre nicht angetreten, wenn das Problem nicht gelöst worden wäre", sagte Nordkoreas Trainer Sin Ui Gun.
Entschuldigung von höchster Stelle
Der britische Premierminister David Cameron und IOC-Präsident Jacques Rogge haben sich inzwischen bei Nordkorea für die Fahnen-Panne entschuldigt. "Es war ein Fehler, eine Entschuldigung wurde ausgesprochen. Aber wir sollten das Thema nicht übermäßig aufblasen", sagte Cameron am Donnerstag im Olympia-Park.
Von einem "simplen menschlichen Fehler" sprach bei der 124. Vollversammlung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) auch Rogge. "Es gab keine politische Nebenbedeutung", unterstrich der IOC-Präsident. Das Organisationskomitee habe entsprechende Maßnahmen getroffen, so dass sich ein derartiger Vorfall nicht wiederholen werde, erklärte der Belgier.
"Natürlich sind die Menschen verärgert", sagte das nordkoreanische IOC-Mitglied Ung Chang der britischen Nachrichtenagentur Reuters in London. "Wenn Ihr Sportler eine Goldmedaille holt und die Fahne irgendeines anderen Landes gehisst wird - was dann?", fügte er fragend hinzu. Nordkorea ist mit seinem südlichen Nachbarn verfeindet, die Bruderstaaten werden seit dem Ende des Koreakrieges 1953 durch eine stark gesicherte Grenze getrennt.
Video aus London?
Unklar blieb die Ursache des Fehlers. Im Hampden Park waren die korrekten Fahnen aufgezogen worden. Informationen des Senders BBC zufolge wurde das Video aus London geschickt, die lokalen Organisatoren hätten keinen Einfluss auf den Inhalt gehabt. Von einem unheilvollen Start für die Olympischen Spiele schrieb die Zeitung "Daily Telegraph". Der Autor des "Independent" konnte es nicht fassen: "Nicht diese koreanische Flagge..."
Die Fußballerinnen aus dem isolierten Staat hatten ihrerseits bei der Frauenfußball-Weltmeisterschaft im vorigen Jahr in Deutschland für einen Eklat gesorgt. Weil fünf Spielerinnen des Dopings überführt wurden, darf Nordkorea nicht bei der nächsten WM 2015 in Kanada antreten. Auf die Olympia-Teilnahme hat die Strafe des Fußball-Weltverbandes FIFA jedoch keine Auswirkungen.

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