Der Vorsprung auf HWA-Kollege Jamie Green betrug am Ende gerade einmal 0,032 Sekunden.
Im abschließenden Shootout der besten vier Piloten waren wieder einmal alle drei Marken vertreten. Für die Stuttgarter holten Paffett und Green das optimale Ergebnis, für BMW sicherte sich Augusto Farfus mit Platz drei eine erstklassige Ausgangsposition für das Rennen. Etwas Enttäuschung im Lager von Audi: Mattias Ekström, der die Qualifyingabschnitte zwei und drei bestimmt hatte, kam in Q4 nur auf den vierten Rang. Auch andere Piloten der Ingolstädter waren nicht bester Laune.
Für den zweimaligen DTM-Champion Timo Scheider geht es auch in Nürnberg überhaupt nicht voran. Der Audi-Pilot erreichte im Qualifying am Norisring einen neuen Tiefpunkt. Scheider kämpfte bis zum Ende von Q1 um eine Zeitenverbesserung, aber er kam überhaupt nicht voran. In der Endabrechung belegte Scheider den vorletzten Platz. "Es muss hier in dieser Runde alles passen. Das Problem ist, eine Runde zu finden, in der man alle drei Sektoren optimal fahren kann", kommentiert Audi-Sportchef Wolfgang Ullrich.
"Nicht das, was wir erwartet hatten"
Scheider verschwand nach Abschluss von Q1 wortlos in die Boxen. In Q2 gab es ein weiteres prominentes "Audi-Opfer". Mike Rockenfeller wurde in letzter Sekunde von Spielberg-Sieger Edoardo Mortara aus den Top 10 verdrängt. Der Italiener setzte sich nach hartem Kampf um 0,004 Sekunden durch. Die Abstände in dieser Phase der Zeitenjagd: 0,475 Sekunden zwischen Platz eins (Ekström) und Rang 16 (Werner). Nach der wilden Jagd in Q2 ging es in Q3 etwas ruhiger zu.
Die zehn besten Piloten mussten im dritten Durchgang mit den Reifen haushalten, denn die dort benutzten Pneus mussten mit ins Q4 genommen werden. "Cool bleiben, denn es muss alles passen", appellierte BMW-Motorsportdirektor Jens Marquardt an seine vier Piloten in Q3. Allerdings konnte nur Augusto Farfus diese Ansage entsprechend umsetzen. Martin Tomczyk, Bruno Spengler und Andy Priaulx schafften den Sprung in die Top 4 nicht.
"Wir haben im Training gezeigt, dass wir ganz vorne mitfahren können. Jetzt war es nicht ganz optimal. Platz sechs ist nicht ganz das, was wir erwartet hatten", kommentiert der amtierende Champion Tomczyk. "Mein Qualifying lief überhaupt nicht gut. Ich habe voll gepusht, aber die Reifen blieben oft stehen beim Bremsen. Das war heute mein Problem", sagt der siebtplatzierte Spengler. "Jetzt muss ich sehen, dass ich beim Rennstart sauber durchkomme."
Neben den beiden BMW-Speerspitzen und Markenkollege Priaulx (9.) bezogen Christian Vietoris (8.) und Edoardo Mortara (10.) ihre Startpositionen im Mittelfeld. Einen dichten Kontakt zur Spitzengruppe hat Ralf Schumacher. Der Mercedes-Start erreichte an seinem 37. Geburtstag den fünften Startplatz. "Es ist Gewitter angesagt, das wird ein turbulentes Rennen", sagt ein durchgeschwitzter Schumacher. "Wir haben über 80 Grad in den Autos. Beim Fahren geht es, aber in der Box ist es mörderisch."
TV-Tipp:
Verfolgen Sie 2012 alle Entscheidungen der Tourenwagen-Weltmeisterschaft bei Eurosport und Eurosport 2. Verpassen Sie kein Rennen, wenn Chevrolet, SEAT und BMW um den Sieg kämpfen. Weiter geht’s am 21./22. Juli in Brasilien.
