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    Sahin: Organisator für die Arbeiter

    Weder für Nuri Sahin, noch für den FC Liverpool verlief die abgelaufene Saison nach Wunsch. In der Rechnung des neuen Trainers der "Reds", Brandon Rodgers, soll aus "Minus und Minus" in der kommenden Spielzeit eben "Plus" werden - mit dem Ex-Dortmunder als Schaltstelle und Organisator im Mittelfeld.

    Der Blick auf die Homepage von Nuri Sahin ist eine Reise in eine erfolgreiche Vergangenheit. Fröhlich lächelnd reckt der frischgekürte "Spieler der Saison" dort gemeinsam mit Shootingstar Mario Götze den Daumen in die Kamera. Das war im Mai 2011. Was folgte, war der Wechsel zu Real Madrid - ein Traum für jeden Fußballer, der für Sahin ohne Umwege in eine Albtraum-Saison führte.

    Eine Innenbanddehnung legte den türkischen Nationalspieler zu Saisonbeginn lahm, der Anschluss war verpasst, der Zug für die Spielzeit abgefahren, noch bevor überhaupt ein Spiel absolviert war. Auf gerade einmal 126 Spielminuten in der Liga und knappe vier Partien in der Champions League kann Sahin nach insgesamt drei Verletzungen zurückblicken - Zeit für einen Neuanfang. Das sah nicht nur der 23-Jährige so, sondern auch sein Trainer Jose Mourinho, der ihm empfahl, Spielpraxis bei einem anderen europäischen Topklub zu sammeln.

    Auf einer Wellenlänge mit dem Trainer

    Sahin entschied sich für den FC Liverpool, wo ein ehemaliger Vertrauter Mourinhos aus Londoner Zeiten seit Saisonbeginn das Zepter schwingt: Brandon Rodgers - ein Trainer, dessen offensive, schnörkellose Spielweise nicht nur die "Reds" zu alter Größe zurückführen soll, sondern auch bestens zum ehemaligen Dortmunder passt. "Ich bin ein zentraler Mittelfeldspieler, der es liebt, den Ball zu haben", erklärt Sahin den Fans an der Anfield Road seine Spielweise, die bestens mit den Vorstellungen von Rodgers breitem Ballbesitzspiel harmoniert.

    Gemeinsam mit "Reds"-Legende Steven Gerrard und dem aus Swansea gekommenen Joe Allen soll der 31-fache türkische Nationalspieler das Spiel der 18-maligen englischen Meisters lenken. Dabei steht nach dem enttäuschenden achten Platz in der Vorsaison neben der Rückkehr zum Erfolg in Liverpool auch die Hinwendung zu einem attraktiveren Fußball ganz oben auf der Tagesordnung. Mit uninspirierten, gehemmten und zahnlosen Auftritten hatte Liverpool zuletzt nicht nur das internationale Geschäft verpasst, sondern auch Kredit bei den eigenen Fans verspielt.

    "Ein taktisch, technischer Spieler"

    Rodgers hingegen lieferte in der abgelaufenen Spielzeit mit Underdog Swansea City begeisternde Spiele ab, die in Ansätzen dem schnellen Kurzpassspiel des FC Barcelona ähnelten. Mit Sahin hat er einen Spieler hinzugewonnen, der diese Vorstellung von Fußball bereits unter Jürgen Klopp in Dortmund verinnerlichen konnte.

    "Ich bin ja kein Spieler, der sich durch drei oder vier Gegner dribbelt und dann aufs Tor schießt", sagt Sahin, der im ersten Meisterjahr mit dem BVB neben sechs eigenen Treffern auch acht Vorlagen zum Titel beisteuerte. "Ich bin eher ein taktisch, technischer Spieler. Ich mag es, organisieren zu können und wenn meine Mannschaft taktisch auf einem hohen Level spielt, damit man den Ball mit einem oder zwei Kontakten weiterleiten kann. So stelle ich mir Fußball vor."

    "Eine gute Saison mit Titeln"

    Und diese Vorstellungen stimmen offensichtlich mit denen seines neuen Trainers überein. Nach dem ersten Kontakt mit Rodgers zeigte sich Sahin beeindruckt. "Er hat mir erklärt, wie er sich den Fußball in Liverpool vorstellt und welche Ziele er hier erreichen möchte." Sahin war so begeistert, dass er sich online die Spiele von Rodgers Ex-Klub Swansea und dem FC Liverpool ansah. "Jetzt bin ich hier", sagt Sahin.

    Die Ziele für seine Saison an der Anfield Road steckt Sahin hoch. "Ich hoffe, es wird eine gute Saison mit Titeln", sagt er und fügt hinzu: "Ein Verein wie Liverpool gehört in die Champions League, also müssen wir die Top4 angreifen." Dass es dabei in Liverpool auch wieder attraktiven Fußball zu sehen geben soll, muss Sahin nicht noch einmal betonen.

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